Für die meisten modernen Fahrzeuge benötigt ihr keinen klassischen Autoschlüssel mehr, den ihr einstecken und umdrehen müsst. Das funktioniert zwar noch, wenn eurem Funksender der Saft ausgeht, im Alltag kommt dieses Szenario aber wohl eher selten vor. Der ADAC hat nun nachgetestet, ob die Keyless-Systeme der Fahrzeuge wirklich sicher arbeiten. Das hatte man schon vor einigen Jahren gecheckt und dabei Sicherheitsprobleme attestiert. Bedauerlicherweise sind diese bis heute in vielen Fällen ungelöst.
Keyless-Systeme sind für Autofahrer vor allem ein Komfortgewinn. Denn weder zum Öffnen noch zum Starten des Fahrzeugs müsst ihr mit einem klassischen Schlüssel hantieren. Zum Öffnen reicht ein Knopfdruck, zum Starten legt ihr die kleine Remote beiseite. Was praktisch ist, ist jedoch nicht immer sicher. Dabei hat der ADAC in den letzten 10 Jahren rund 850 Autos mit Keyless-Systemen getestet. Laut der Organisation nehmen einige Hersteller die Sicherheitsrisiken jedoch bis heute nicht ernst.
So ist es je nach Fahrzeugmodell mit speziellen Geräten möglich, die Funkkommunikation zwischen Auto und Schlüssel künstlich zu verlängern. Das könnten Kriminelle nutzen, um ein Auto zu öffnen und in einigen Fällen sogar erfolgreich zu starten, um damit davonzufahren. Der ADAC konnte in seinem Test die Signale zwischen Auto und Schlüssel mit einem Funkverlängerer auf bis zu 100 m Distanz erweitern – auch durch Mauern oder Türen. Immer noch kann dabei fast die Hälfte der Fahrzeuge mit einem verlängerten Funksignal geöffnet werden. In rund jedem dritten Fall gelang sogar der illegale Start des Motors.
Laut ADAC zeigen sich dabei zwei entgegengesetzte Trends. Einige Hersteller haben die Probleme nämlich ernst genommen und ihre Autos oft mit Ultra-Wide-Band-Technologie (UWB) nachgerüstet, um die Sicherheit zu erhöhen. Gleichzeitig sind andere Marken untätig geblieben und scheinen die Sicherheitslücken nicht ernst zu nehmen. Hier fordert der ADAC Maßnahmen, denn UWB sei technisch bewährt und könne mit geringen Mehrkosten verbaut werden. Ausreden gebe es also nicht.
Zumal Keyless-Diebstähle durch die organisierte Kriminalität seit 15 Jahren bekannt sind und leicht ausgehebelt werden könnten. Man rät Verbrauchern schon vor dem Autokauf nachzufragen, welche Technik Verwendung findet.
Hersteller, bei denen alle vom ADAC untersuchten Autos nicht ausreichend geschützt sind:
- Aiways, Alfa Romeo, Alpine, BYD, Chevrolet, DS Automobiles, Fiat, Honda, Infiniti, Isuzu, Jeep, KGM/SsangYong, Lynk & Co, MG, Opel
Nur 20 Prozent oder weniger der vom ADAC untersuchten Modelle folgender Hersteller sind besser gesichert:
- Dacia, Ford, Hyundai, Kia, Lexus, Mazda, Nissan, Peugeot, Polestar, Porsche, Renault, Seat, Toyota und Volvo
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2 months ago
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