Apple MacBook Neo im Test: Der Mac mit dem iPhone-Herz

1 month ago 7

Apple hat mit dem MacBook Neo den Rotstift ausgepackt und will den Massenmarkt zurückerobern. Für ab 699 Euro (oder schmale 599 Euro im Bildungsbereich) bekommt man hier den günstigsten Einstieg in die macOS-Welt seit gefühlten Ewigkeiten. Aber kann ein Laptop, der quasi ein iPhone im schicken Aluminium-Gewand ist, im Alltag wirklich bestehen? Ich habe mir das MacBook Neo nicht nur angeschaut, ich habe in der letzten Zeit damit gearbeitet, denn machen wir uns nichts vor: Ich kann fast meine komplette Arbeit damit erledigen.

Design und Verarbeitung: Edle Hülle, klassischer Kern

Beim Auspacken die erste Überraschung: Das Neo fühlt sich nicht nach Billig-Laptop an. Apple nutzt das bewährte schicke Design, setzt auf recyceltes Aluminium und liefert das Gerät in ziemlich schicken Farben wie Indigo oder dem knalligen Zitrus aus. Es wiegt gerade einmal 1,22 Kilogramm und ist meines Erachtens tadellos verarbeitet.

Doch wer genau hinsieht, findet die Sparmaßnahmen. Das Trackpad ist mechanisch. Das bedeutet, es klickt physisch und nutzt kein haptisches Feedback über Motoren wie die teureren Brüder. Die Tastatur schreibt sich gewohnt gut, kommt aber komplett ohne Hintergrundbeleuchtung daher. Wer abends im Bett noch eine Mail tippen will, sollte also wissen, wo die Tasten liegen. Tatsächlich so eine Sache, die ich selbst vermisst habe, da ich nicht immer im bestens ausgeleuchteten Büro arbeite.

Display und Sound: Solide Hausmannskost

Das 13-Zoll-Display leuchtet mit bis zu 500 Nits. Das ist hell genug für das Homeoffice oder den Hörsaal, stößt im direkten Sonnenlicht aber an seine Grenzen. Nicht, dass man nichts erkennen könnte, bei direkter Einstrahlung auf der Terrasse machte es mir aber etwas weniger Spaß. Auf Features wie True Tone oder die ProMotion-Technologie wurde verzichtet. Interessant ist der Rand: Da Apple keine Aussparung für die Kamera nutzt, ist der Rahmen um das Panel etwas dicker als beim aktuellen Air. Die 1080p-Webcam sitzt dort aber sicher und liefert ein ordentliches Bild in der Preisklasse für Video-Calls.

In Sachen Sound gibt es Lautsprecher an den Seiten, die für YouTube-Videos, Nebenbei-Musik oder einen Podcast völlig ausreichen. Ein Konzertsaal-Erlebnis wie beim MacBook Pro sollte man hier natürlich nicht erwarten. Positiv: Der Klinkenanschluss für Kopfhörer ist weiterhin an Bord.

Leistung: Das iPhone-Herz schlägt kräftig

Unter der Haube werkelt der A18 Pro Chip, den wir bereits aus dem iPhone 16 Pro kennen. Und ja, macOS läuft darauf erstaunlich flüssig. Für Office-Arbeiten, Surfen mit vielen Tabs und sogar Bearbeiten von Urlaubsfotos und Videos reicht die Power locker (und damit meine ich locker!) aus. Ich hab da während meiner Arbeitstage echt nichts vermisst, klingt komisch, ist aber so.

Das große Aber sind die 8 GB Arbeitsspeicher. Mehr gibt es nicht, auch nicht gegen Aufpreis. Wer professionellen Videoschnitt plant oder Dutzende speicherhungrige Apps gleichzeitig nutzt, wird merken, dass das System an seine Grenzen stößt und Daten auf die SSD auslagern muss. Für die Zielgruppe Schüler und Studenten dürfte das aber selten zum Problem werden. Und wenn, werden die betreffenden Menschen schon von vornherein wissen, dass sie zu einem leistungsstärkeren Hobel greifen müssen.

Anschlüsse und Akku: Ein Tag ohne Netzteil?

Es gibt zwei USB-C-Ports auf der linken Seite, die jedoch unterschiedlich schnell sind. Der hintere Port beherrscht USB-3-Geschwindigkeiten und kann einen externen 4K-Monitor befeuern, während der vordere Port nur mit lahmem USB-2-Tempo funkt. MagSafe zum Laden gibt es nicht, man belegt also immer einen der beiden Ports mit dem Ladekabel, wenn man nicht „auf Akku“ unterwegs ist,

Dafür punktet das Neo bei der Ausdauer. Dank des effizienten A-Chips sind im Alltag 11 bis 16 Stunden Laufzeit drin. Das sind allerdings nur die theoretischen Werte, vom Surfen mit Safari bis hin zu reinem Videostreaming. Geht mal von weniger aus, ich kam im mixed Mode auf 7 Stunden, da spielt immer viel rein, was man macht, wie hell das Display ist und und und. Man kann sich auch den Sega Football Manager installieren und noch kürzeren Prozess mit dem Akku machen, aber das kenne ich auch vom MacBook Pro. Erwähnenswert: Das Gerät ist komplett lüfterlos und arbeitet somit absolut lautlos.

Die Übersicht: Pro und Contra

  • Pro: Unschlagbarer Preis für den Einstieg in das Apple-Ökosystem.
  • Leistungsstark für den Preis
  • Pro: Gute Akkulaufzeit und lautloser Betrieb.
  • Pro: Hochwertiges Aluminium-Gehäuse in frischen Farben.
  • Mein Contra: Keine Tastaturbeleuchtung vorhanden.
  • Contra: Festgezurrt auf 8 GB RAM, keine Upgrades möglich.
  • Eventuelles Contra: mechanisches Trackpad ohne Force Touch. Geht dennoch alles.
  • Eventuelles Contra: Touch ID fehlt im Basismodell mit 256 GB Speicher.

Fazit: Für wen ist das MacBook Neo?

Das MacBook Neo ist die perfekte Schreib-und-Mehr-Maschine für die Uni, die Schule oder das Homeoffice. Es ist ein Gerät für alle, die ein zuverlässiges macOS-Gerät suchen und keine Unsummen ausgeben wollen. Apple liefert hier echt solide Hardware ohne viel Schnickschnack. Als jemand, der oft auch Windows-Notebooks unter den Fingern hat (irgendwas ist ja immer), kann ich mir absolut nicht vorstellen, in der Preisregion ein Book mit Windows zu wollen. Hackt mich in Stücke, kritisiert mich – aber nee! Die Symbiose ist stimmig. Tolles Betriebssystem, Premium-Feeling, schlicht edel und genug Power.

Mein Rat: Wer es sich leisten kann, sollte zum 512-GB-Modell greifen. Dort ist nicht nur mehr Platz für Fotos und Apps, sondern auch der Touch-ID-Sensor im Power-Button verbaut. Wer allerdings auf eine beleuchtete Tastatur angewiesen ist oder mehr Leistung braucht, sollte schauen, ob er ein MacBook Air im Angebot findet. Da müsst ihr echt schauen, wenn ihr ein Vorjahres-Air günstig schießen könnt, why not? Auf jeden Fall zuschlagen, würde ich auch. Und wer am Neo interessiert ist: Saugt vielleicht mal einen Studenten im Freundeskreis an, wenn der sich eines kauft, spart man noch einmal 100 Euro. Ansonsten sind 699 Euro oder eben 799 Euro zu veranschlagen. Und falls kein Netzteil vorhanden ist, müsst ihr eines separat kaufen.

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