Apple-Event: EU-Sperren und Update-Daten

3 months ago 5

Die Produktvorstellung in Cupertino war in diesem Jahr besonders stark gerafft: Tim Cook und sein Team arbeiteten sich in wenig mehr als einer Stunde an den vielen Produktdetails von iPhones, AirPods und Apple Watches ab. Doch wer sich auf manchen Höhepunkt freut, muss mitunter noch Geduld haben. Dafür bekommen auch Besitzer älterer Geräte Zugriff auf neue Funktionen.

Keine Liveübersetzung in der EU

Die neuen AirPods Pro 3 sollen eine verbesserte Passform haben, besser klingen und Geräusche besser unterdrücken. Besonders hervorgehoben wurde in der Keynote die Möglichkeit, sie für Liveübersetzungen zwischen verschiedenen Sprachen zu verwenden. Der Haken dabei: Wer den eigenen Apple-Account in der EU angemeldet hat oder sich in der EU aufhält, wird diese Funktion vorerst nicht nutzen können.

Grund dafür sollten EU-Regularien sein, die die Marktmacht von IT-Konzernen eindämmen und den Datenschutz stärken sollen. Weil Apple sich aber stets lokalen Regularien unterwirft, arbeitet das Unternehmen nun mit der EU-Kommission an einer Lösung für die Dolmetscherfunktion. Aktuell kann man davon ausgehen, dass die Funktion in der EU im Frühjahr 2026 verfügbar wird.

 Zum Start in der EU nicht alle Funktionen verfügbar

Frau mit den neuen AirPods Pro 3: Zum Start in der EU nicht alle Funktionen verfügbar

Foto: John G. Mabanglo / EPA

Nachrüstung für ältere Modelle

Wenn die Liveübersetzung dann eines Tages tatsächlich auch von Nutzern in der EU verwendet werden kann, muss man dafür nicht unbedingt die neuen Apple-Kopfhörer kaufen. Auch mit den AirPods Pro 2 und den AirPods 4 funktioniert der elektronische Fast-Simultandolmetscher.

Ihr Blutdruck braucht keine neue Hardware

 Für Ihren Blutdruck nicht unbedingt nötig

Apple Watch Ultra 3: Für Ihren Blutdruck nicht unbedingt nötig

Foto: Andrej Sokolow / dpa-tmn / dpa

Genauso sieht es mit den »Bluthochdruck-Mitteilungen« aus, die Apple in der Keynote als Feature der neuen Apple Watches 11 und Ultra 3 angekündigt hat. Wer schon eine Apple-Smartwatch der Serie 9, 10 oder Ultra 2 besitzt, muss keines der neuen Modelle anschaffen, sondern kann einfach am kommenden Montag das Update auf watchOS 26 installieren und bekommt die Blutdruckfunktion auf diese Weise frei Haus geliefert. Doch man sollte nicht zu viel erwarten, denn ein Blutdruckmessgerät mit Manschette ersetzt die Funktion nicht.

Auch ältere Uhren wachen über den Schlaf

Was für die Blutdruckmitteilungen gilt, gilt sinngemäß auch für den Schlafindex. In diesem Wert fasst die Health-App jetzt die verschiedenen Messdaten der Apple Watch zusammen, sofern man sie beim Schlafen getragen hat. Statt einen ganzen Schwung unterschiedlicher Angaben selbst interpretieren zu müssen, soll man damit auf einen Blick sehen können, wie erholsam der Schlaf der vergangenen Nacht war (sofern man das nicht sowieso selbst merkt). Auch diese Funktion kommt per Softwareupdate auf ältere Smartwatch-Modelle, nämlich die Apple Watch SE 2, die beiden früheren Ultra-Modelle sowie alle Apple Watches ab der Series 6.

Ein weiteres Jahr lang kostenlos per Satellit senden

 Vorerst weiterhin kostenlos

Notruf per Satellit: Vorerst weiterhin kostenlos

Foto: Apple

Eine der Neuerungen der Apple Watch Ultra 3 ist, dass sie in Gebieten ohne Mobilfunknetz auch per Satellit kommunizieren kann. Bei den iPhones hatte Apple diese Fähigkeit mit dem iPhone 14 eingeführt und damals erklärt, der Satellitendienst sei in den ersten zwei Jahren kostenlos. Wie viel man für eine Verlängerung zahlen müsste, ließ der Konzern offen. Nun lautet die Antwort: vorläufig gar nichts. Für die iPhone-Modelle der Serien 14 und 15 ist der Dienst ein weiteres Jahr lang kostenlos nutzbar, sofern sie vor dem 9. September aktiviert wurden. Die 2024 eingeführte iPhone-16-Serie hat ohnehin noch ein Jahr kostenlosen Zugang zum Satellitennetz.

Mit USB-C auf der Kriechspur

 Schneller Chip, lahmer Anschluss

Ein Reporter fotografiert ein iPhone Air: Schneller Chip, lahmer Anschluss

Foto: Godofredo A. Vásquez / AP / dpa

Wir haben bereits ausführlich erklärt , weshalb das neue iPhone Air ein technisches Meisterwerk ist. Eine der Maßnahmen, die Apple-Entwickler ergriffen haben, um das Gerät auf 5,6 Millimeter zu verschlanken, ist, dass es keinen Steckplatz für physische SIM-Karten mehr hat. Dessen potenzieller Platz wurde dem Akku zugeschlagen. Auf eine USB-C-Buchse wollte man aber nicht verzichten. Nun stellt sich heraus, dass der Anschluss beim iPhone Air sowie dem iPhone 17 Daten nur nach dem im Jahr 2000 eingeführten USB 2.0 mit bestenfalls 480 Megabit pro Sekunde überträgt. Da hätte man die olle Buchse bei den kleinen Modellen auch gleich weglassen können. Die iPhone-17-Pro-Serie hingegen schafft bis zu 10 Gigabit pro Sekunde. Apple bezeichnet nur das als USB 3, die Spezifikation passt aber zu USB 3.2 Gen 2.

In Deutschland haben das iPhone 17 Pro und Pro Max weniger Ausdauer

In der Keynote war es nur eine Randbemerkung, aber eine, die sehr reale Auswirkungen hat: Nicht alle Pro-Varianten des iPhone 17 haben dieselbe Akkulaufzeit. Für die in Deutschland verkauften Modelle mit SIM-Karten-Steckplatz gibt Apple zwei Stunden kürzere Laufzeiten an als bei den reinen E-SIM-Modellen, die etwa in den USA und Großbritannien verkauft werden. Der Grund dafür ist, dass der Steckplatz dem Akku Platz wegnimmt. Eine Wahlmöglichkeit hat man nicht.

Wen interessiert Apple Intelligence?

Nachdem einige Funktionen von Apples KI-System Apple Intelligence sowie die lange versprochene neue Version von Siri noch immer nicht fertig sind, führt die Apple-KI in der Kommunikation des Unternehmens meist nur noch eine Nebenrolle. In der insgesamt knapp 72-minütigen iPhone-Keynote wurde der Begriff nur siebenmal erwähnt. Allerdings ohne dabei wirklich auf dessen Fähigkeiten einzugehen.

Was ist mit den Updates?

Eigentlich hätte das groß in die Keynote gehört: Bei der Entwicklerkonferenz WWDC hatte Apple im Juni Updates für all seine Betriebssysteme angekündigt und dabei auch gleich deren Nummerierung geändert, sodass sie jetzt statt mit einer Versionsnummer mit einer Jahreszahl bezeichnet werden. Deshalb heißt das neue iOS jetzt iOS 26. Die Veröffentlichung wurde für später im Jahr angekündigt, doch es war klar, dass mit der Veröffentlichung neuer Gadgets auch deren Betriebssystemupdates an den Start gehen würden. So ist es nun auch, und iOS 26, watchOS 26, VisionOS 26, iPadOS 26, tvOS 26 und macOS Tahoe werden am 15. September live gehen.

Das inkompatible Poliertuch

 Zu schade zum Brilleputzen

Apples Poliertuch: Zu schade zum Brilleputzen

Foto:

Apple

Nein, das meinen wir jetzt nicht ernst und es ist auch kein wirklicher Malus. Eigentlich ist es schon kurios genug, dass Apple in seinem Onlineshop in einer Liste aufführt, welche seiner Gadgets mit dem 25 Euro teuren Apple-Poliertuch kompatibel sind. Noch kurioser ist aber, dass die neuen iPhones bis zum Freitagmorgen auf dieser Liste fehlen. Man muss wohl kaum fürchten, dass sie Schaden nehmen, wenn man sie mit dem Tuch poliert (wir werden das testen). Aber aus bürokratischer Sicht, der Vollständigkeit halber und um Missverständnisse zu vermeiden, sollte Apples Shop-Redaktion die am Dienstag vorgestellten Geräte der Liste hinzufügen. Wir können es kaum abwarten.

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