iPhone Air: Apple hat sein bisher dünnstes Smartphone vorgestellt
Foto: Andrej Sokolow / dpaDieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
Im Steve Jobs Theater auf dem Campus des Apple-Hauptquartiers in Kalifornien ging es heute vor allem ums Abspecken. Den mehreren Hundert Zuschauern sagte Apple-CEO Tim Cook kurz, dass Design im Kern von allem stecke, was Apple entwickelt. Danach wurde in knapp 75 Minuten in extrem schneller Abfolge eine Neuheit nach der anderen präsentiert.
Der Star des Tages war fraglos das neue iPhone Air. Mit nur 5,6 Millimetern ist es »das dünnste iPhone«, das Apple bisher entwickelt hat. Dank Titanrahmen und harter Beschichtung soll es zugleich das robusteste Apple-Handy sein. Anders als vermutet steckt in seinem Motorraum kein abgespeckter Chip, sondern der A19 Pro, für den Apple ein Leistungsniveau wie bei Notebooks verspricht. Eine Besonderheit des Chips: Jeder seiner fünf Grafikkerne enthält einen sogenannten Neural Accelerator. So soll die Grafikleistung verbessert werden.
Apple-Pressefoto: Das iPhone Air war der Star des Tages
Foto: AppleHinzu kommt der neue N1-Chip, der Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread bereitstellt. Für die Mobilfunkanbindung setzt Apple auf eine neue Version seines C1-Modemchips, der in der Münchner Dependance des Konzerns entwickelt worden ist. Der neue C1X soll sehr viel mehr Leistung bringen als sein nur wenige Monate alter Vorgänger. All die Apple-Chips sind auf das Energiesparen optimiert. Trotzdem macht Apple keine konkreten Angaben zur Akkulaufzeit des iPhone Air, spricht nur von einer »Batterielaufzeit für den ganzen Tag«.
Die Frontkamera hat einen ungewöhnlichen quadratischen Sensor, der es ermöglicht, etwa auch dann noch Querformatfotos zu machen, wenn man das Handy aufrecht hält. Die Auflösung wird mit »bis zu 18 Megapixeln« angegeben. Eine »Centerstage«-Funktion soll dafür sorgen, dass man bei Selfies immer im Zentrum steht. Im Rücken des Air steckt eine einzelne 48-Megapixel-Kamera.
Mit dem iPhone Air führt Apple auch eine neue Videofunktion ein, die es ermöglicht, mit Front- und Rückkamera gleichzeitig zu filmen. Zum ersten Mal wagt Apple es, weltweit auf einen SIM-Karten-Steckplatz zu verzichten. Das iPhone Air lässt sich nur mit elektronischen SIMs, eSIMs genannt, verwenden. Alle deutschen Netzbetreiber bieten diesen Service inzwischen an.
iPhone 17 Pro und Pro Max
Bei den neuen Pro-iPhones setzt Apple auf ein aus einem Block gefrästes Gerüst aus Aluminium statt auf teures Titan. Das mag wie ein Rückschritt wirken, soll laut Apple aber ungewöhnlich stabil sein. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass auch beim iPhone 16 Pro und Pro Max nur der Rahmen des Gehäuses aus teurem Titan besteht, unter dem eine Struktur aus Alu steckt. Letztlich dürften die Kosten ein wichtiger Grund dafür gewesen sein, wieder auf Aluminium zu setzen. Das Leichtmetall ist günstiger und leichter zu verarbeiten als Titan. Diese Maßnahme könnte geholfen haben, die Preise trotz der neuen US-Zölle stabil zu halten.
iPhone 17 Pro: Neue Farbe, neues Design, neue Technik
Foto: AppleLogisch, dass in den Pro-Modellen der A19-Pro steckt. Ebenso verbaut Apple hier auch seinen neuen N1. Vom C1X-Mobilfunkmodem ist aber nicht die Rede. Insofern dürfte hier ein Qualcomm-Chip verbaut werden. Die Displays sind unverändert 6,3 respektive 6,9 Zoll groß.
Wie bei iPhone Air liefert die Selfie-Kamera der Pro-Modelle Aufnahmen mit 18 Megapixeln, während die drei Rückkameras je 48 Megapixel haben. Sie sind auch der Grund für den neuen Kamerabuckel. Der ist nun rechteckig statt quadratisch, zieht sich quer oben über die Rückseite. Das erinnert an Googles Pixel-Smartphones. Doch während Googles Buckel Wackeln verhindert, ist es bei Apples neuen Smartphones nicht ausgeschlossen, da die seitlich angebrachten Linsen der Kameras aus dem Aufbau herausragen. Dafür bietet der Buckel Platz für längere Zoom-Linsen. Die iPhones 17 Pro und 17 Pro Max haben anstelle der bisherigen 5-fach-Zooms nun eine 8-fach-Telekamera. Digital soll sie bis zu 40-fach zoomen können. Wie gut solche Bilder dann werden, gilt es zu prüfen.
Apple macht Dampf
Wie immer hatte Apple schon in der Einladung einen Hinweis auf eine Neuerung versteckt. Die Grafik im Stil einer Wärmebildaufnahme deutete auf die eine technische Besonderheit hin, die den neuen Pro-iPhones vorbehalten ist, die Vapor Chamber. Der Begriff bezeichnet eine Kühlmethode, bei der flüssiges Kühlmittel in einem feinen Rohrsystem über den Chip geleitet wird, durch dessen Hitze verdampft und am anderen Ende des Kühlkreislaufs beim Abkühlen wieder kondensiert.
Der Vorteil dieser Methode: Die Abwärme des Chips kann auf eine größere Fläche verteilt werden, das Handy wird nicht so heiß und die Hitze wird schneller abgeleitet. Im Ergebnis kann der Chip länger bei voller Leistung arbeiten, muss nicht gedrosselt werden, weil er zu überhitzen droht.
So fortschrittlich das klingt, neu ist die Technik nicht. In der Android-Welt haben etwa Hersteller von Gaming-Smartphones, wie Redmagic, aber auch Samsung schon vor Jahren damit begonnen, Smartphones mit dieser Kühltechnik auszustatten.
iPhone 17
Ein nicht zu unterschätzender Fortschritt für das neue Standard-Modell ist, dass es nun endlich auch mit einem ProMotion-Display bestückt ist. So nennt Apple seine adaptive Steuerung der Bildwiederholfrequenz, die etwa beim Scrollen und Spielen auf bis zu 120 Hertz (Hz) hochgeregelt, beim Lesen aber auch auf 1 Hz reduziert werden kann. Weil ein derart gebremster Bildschirm weniger Energie benötigt, kann sich das positiv auf die Laufzeit auswirken. Mit einer Spitzenhelligkeit von 3000 Nits sollte der 6,3 Zoll große Bildschirm auch bei Sonne gut ablesbar sein.
iPhone 17: Endlich ein Bildschirm mit ProMotion-Funktion
Foto: AppleAbsehbar war, dass hier der neue A19-Chip als Antrieb dient. Logisch, dass der schneller und zugleich sparsamer sein soll als sein Vorgänger. Dass er außerdem mehr KI-Leistung bringt als der A18, kann man als Investition in die Zukunft verstehen, denn noch sind nicht alle Fähigkeiten von Apple Intelligence verfügbar. Das Kamerasystem ist dem der Pro-Modelle ähnlich, allerdings ohne deren Telekamera.
Allen neuen iPhones gemein ist, dass sie mindestens 256 GB Speicher haben. Dem iPhone 17 Pro Max ist vorbehalten, dass es nun mit bis zu 2 Terabyte Speicher bestellt werden kann – gegen kräftigen Aufpreis.
Die Grundpreise:
iPhone Air ab1199 Euro
iPhone 17 ab 949 Euro
iPhone 17 Pro ab 1299 Euro
iPhone 17 Pro Max ab 1449 Euro
Apple Watch 11 und SE
Die Standardversion der Apple Watch soll durch eine Keramikbeschichtung widerstandsfähiger gegen Kratzer sein und wird erstmals mit einem 5G-Mobilfunkmodul angeboten. Die schon bisher während des Schlafs gesammelten Daten fügt sie jetzt zu einem »Sleep Score« zusammen, der es leichter machen soll, die Schlafqualität zu beurteilen. Die Akkulaufzeit soll jetzt bis zu 24 Stunden betragen, was es zu beweisen gilt.
Apple Watch 11: Jetzt mit Blutdruckfunktion
Foto: AppleEine Neuerung, die für mehr Aufregung sorgen könnte, ist ihre Fähigkeit, den Blutdruck zu messen. Die Messwerte sind aber nicht mit denen eines herkömmlichen Blutdruckmessgeräts vergleichbar, denn konkrete Angaben zu systolischem und diastolischem Blutdruck spuckt die Uhr nicht aus. Stattdessen gibt sie an, ob der Blutdruck in die eine oder andere Richtung vom Normalwert abweicht.
Den Preis gibt Apple mit ab 449 Euro an.
Die Einstiegs-Smartwatch Apple Watch SE bekommt in ihrer dritten Version etliche Funktionen und Fähigkeiten der Apple Watches 10 und 11 nachgereicht. In Kombination mit einer Schnellladefunktion und 18 Stunden Akkulaufzeit könnte sie bei einem Preis von ab 269 Euro ein attraktives Angebot für Smartwatch-Neulinge werden.
Apple Watch Ultra 3
Apple Watch Ultra 3: Neues Display, Satellitenanbindung
Foto: AppleDas neue Ultra-Modell bekommt ein neues Micro-LED-Display, das zugleich größer, heller und sparsamer sein soll. Auch hier wird ein 5G-Mobilfunkmodul angeboten. Zudem ist es jetzt in der Lage, in abgelegenen Gebieten ohne Mobilfunknetz per Satellit zu kommunizieren, also etwa Positionsmeldungen zu verschicken. Das kann etwa auf langen Wanderungen nützlich sein, wenn man Bekannten oder Familienmitgliedern mitteilen will, wo man ist und dass alles okay ist. Bisher benötigte man dazu entweder ein satellitenfähiges iPhone oder etwa einen InReach-Messenger oder eine Fenix-8-Pro-Smartwatch von Garmin.
Die Akkulaufzeit wird nun mit bis zu 42 Stunden angegeben. Dafür wird man allerdings auch mindestens 899 Euro anlegen müssen.
AirPods Pro 3
Die dritte Generation der AirPods Pro soll mit einem neu gestalteten Audiosystem besser klingen, eine breitere Klangbühne aufspannen und mehr Bass liefern. Die Geräuschunterdrückung sei substanziell besser als bisher, »die beste aller In-Ohr-Kopfhörer«. Mit einer Akkuladung sollen sie nun beeindruckende acht Stunden durchhalten.
Ein KI-Extra ist, dass die AirPods Pro 3 als Live-Übersetzer fungieren sollen. Was man selbst sagt, soll dem Gegenüber dabei in dessen Sprache als gesprochener Text und auf dem Display eines iPhones vorgespielt und angezeigt werden. Für mehr Komfort wurde die Form der AirPods Pro leicht verändert. Zudem liegen Ohreinsätze in fünf Größen bei.
AirPods Pro 3: Leicht verbessertes Design, neue Funktionen
Foto:Godofredo A. Vásquez / AP
Nachdem Apple seine AirPods im vergangenen Jahr schon mit einer Hörgerätefunktion ausgestattet hatte, bekommen die neuen Modelle jetzt Fitnessfunktionen. Anfang des Jahres hatte Apples Kopfhörermarke Beats eine solche Funktion schon bei den Powerbeats Pro 2 eingeführt.
Vordergründig ermöglichen es solche Kopfhörer Menschen, die keine Apple Watch tragen, beim Sport ihren Puls zu protokollieren. Ein Hintergedanke könnte aber sein, dass Nutzerinnen, die sich an diese Möglichkeit gewöhnen und an Apples Health-App und Fitnessangebote herangeführt werden, früher oder später auch Apples Smartwatch haben wollen. Auf ähnliche Weise werden aus iPhone-Nutzern oft im zweiten Schritt Mac- und iPad-Nutzer. Der Listenpeis beträgt 249 Euro.



