Mit Claude Design bringt Anthropic ein Werkzeug auf den Markt, mit dem sich Designs, Prototypen, Präsentationsfolien und One-Pager im Dialog mit dem Chatbot erstellen lassen.
Das Produkt läuft unter dem Dach von Anthropic Labs und setzt auf das nach Firmenangaben leistungsstärkste Vision-Modell des Unternehmens, Claude Opus 4.7.
Laut Anthropic ist Claude Design als Research Preview für Abonnenten der Tarife Pro, Max, Team und Enterprise verfügbar und wird schrittweise freigeschaltet. Bei Enterprise-Kunden ist die Funktion standardmäßig deaktiviert und muss durch Administratoren in den Organisationseinstellungen aktiviert werden.
Zielgruppe sind Designer und Nicht-Designer gleichermaßen
Anthropic adressiert zwei Gruppen: Designer, die in der Praxis selten Zeit hätten, ein Dutzend Richtungen zu prototypisieren, sowie Gründer, Produktmanager und Marketer, die eine Idee, aber keinen Design-Hintergrund haben. Claude Design soll laut Anthropic "Designern Raum zum breiten Explorieren geben und allen anderen einen Weg, visuelle Arbeiten zu produzieren".
Der Arbeitsablauf folgt dem aus Chat-Produkten bekannten Muster: Nutzer beschreiben, was sie brauchen, Claude liefert eine erste Version, die sich anschließend per Konversation, Inline-Kommentar, direkter Bearbeitung oder über maßgeschneiderte Slider anpassen lässt. Die Schieberegler werden laut Anthropic von Claude selbst generiert und steuern Parameter wie Abstand, Farbe oder Layout.
Claude liest dabei Codebase und Design-Dateien ein und erzeugt daraus ein Design-System mit Farben, Typografie und Komponenten, das anschließend automatisch auf neue Projekte angewendet wird. Teams können mehrere Systeme parallel pflegen.
Als Eingabequellen akzeptiert Claude Design Textprompts, hochgeladene Bilder und Dokumente in den Formaten DOCX, PPTX und XLSX sowie Verweise auf Codebases. Ein Web-Capture-Tool erlaubt es zudem, Elemente direkt von Websites zu übernehmen, sodass Prototypen dem späteren Produkt optisch nahekommen.
Anwendungsfälle von Pitch-Decks bis Frontier Prototypes
Laut Anthropic nutzen Teams das Produkt bislang, um statische Mockups in interaktive Prototypen zu überführen, Wireframes für Produktfeatures zu skizzieren, Pitch-Decks aus rohen Outlines zu bauen oder Marketing-Assets wie Landing Pages und Social-Media-Grafiken zu erstellen. Exportiert werden kann in PPTX, PDF, HTML oder nach Canva, alternativ lässt sich ein Dokument über eine organisationsinterne URL teilen.
Zusätzlich verweist das Unternehmen auf sogenannte "Frontier Designs", bei denen sich codegestützte Prototypen mit Sprache, Video, Shadern, 3D-Grafik und eingebauter KI bauen lassen. Ist ein Entwurf fertig, schnürt Claude ein Handoff-Bündel, das sich mit einem einzigen Befehl an Claude Code zur Implementierung übergeben lässt. Anthropic kündigt an, in den kommenden Wochen Integrationen zu weiteren Tools zu erleichtern.
Kollaboration mit geteilter Chat-Sitzung
Für die Zusammenarbeit bietet Claude Design organisationsweit beschränkte Freigaben. Dokumente können privat bleiben, per Link lesbar gemacht oder für die Bearbeitung freigegeben werden. Kollegen mit Bearbeitungsrechten können in einer gemeinsamen Gruppenkonversation mit Claude am selben Dokument arbeiten, ein Feature, das Claude Design von klassischen Design-Tools unterscheidet.
Der Zugang ist im jeweiligen Abonnement enthalten und zieht auf die regulären Nutzungslimits, die sich über "extra usage" erweitern lassen. Einstiegspunkt ist claude.ai/design.
Vor kurzem hatte Anthropic mit Anthropic Labs eine eigene Dachmarke für experimentelle Produkte eingeführt, unter der das Unternehmen neue Anwendungen außerhalb des klassischen Chat-Interfaces erprobt. Claude Design reiht sich damit in eine Strategie ein, mit der Anthropic seine Sprach- und Vision-Modelle näher an konkrete Arbeitsabläufe heranführt und in direkte Konkurrenz zu Design- und Präsentationsplattformen wie Figma oder Canva sowie zu Prototyping-Werkzeugen wie v0 von Vercel tritt.
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