Papst Leo XIV. stellt am 25. Mai seine erste Enzyklika zu künstlicher Intelligenz vor. Anthropic-Mitgründer Christopher Olah ist als Gastredner geladen.
Papst Leo XIV. veröffentlicht am 25. Mai seine erste Enzyklika mit dem Schwerpunkt künstliche Intelligenz. Das Dokument trägt den Titel "Magnifica Humanitas" und soll den Schutz des Menschen im Zeitalter der KI behandeln, wie der Vatikan am Montag mitteilte.
Der Papst wird das Dokument persönlich vorstellen, was einen Bruch mit der üblichen Tradition darstellt. Normalerweise überlassen Päpste diese Aufgabe Kardinälen und Pressevertretern. Als Gastredner nimmt Christopher Olah teil, Mitgründer des KI-Unternehmens Anthropic.
Olah leitet bei Anthropic die Forschung zur sogenannten Interpretierbarkeit, also dem Versuch zu verstehen, wie KI-Modelle intern arbeiten. Seine Anwesenheit könnte eine Gelegenheit bieten, eine zentrale Frage der KI-Sicherheit zu diskutieren: ob die leistungsfähigsten Systeme gut genug verstanden werden können, um ihnen zu vertrauen. Weitere Redner sind Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Kardinal Victor Manuel Fernandez.
Papst Leo XIV. warnt wohl vor KI in Kriegsführung und Arbeitswelt
Laut Reuters-Quellen wird die Enzyklika voraussichtlich den Einsatz von KI in der Kriegsführung verurteilen und die Auswirkungen der Technologie auf Arbeitnehmerrechte thematisieren. Erst vergangene Woche kritisierte Leo XIV. in einer Rede an Europas größter Universität den Einsatz von KI im Krieg und verwies auf die Konflikte in der Ukraine, Gaza, dem Libanon und Iran als Beispiele für eine "unmenschliche Entwicklung der Beziehung zwischen Krieg und neuen Technologien".
Leo XIV. unterzeichnete den Text am 15. Mai, dem 135. Jahrestag der Enzyklika Rerum novarum von Papst Leo XIII., der sich damals angesichts der Umwälzungen durch die industrielle Revolution für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen einsetzte. Der amtierende Papst wählte seinen Namen zu Ehren von Leo XIII. und sieht in der KI-Revolution offenbar eine vergleichbare gesellschaftliche Zäsur, die eine klare Positionierung der Kirche erfordert. Enzykliken gelten als eine der höchsten Lehrformen eines Papstes an die 1,4 Milliarden Mitglieder der katholischen Kirche.
Leo XIV., der erste US-amerikanische Papst, hat KI zu einem zentralen Thema seines Pontifikats gemacht und die Risiken der Technologie wiederholt angesprochen.
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