Die Plattform Anna’s Archive hatte schon Ende 2025 für Schlagzeilen gesorgt. Eigentlich handelt es sich dabei mehr um eine Meta-Plattform, die als eine Art Suchmaschine für z. B. mehr oder minder legale Kopien von Büchern und wissenschaftlichen Texten agiert. Anna’s Archive hat dann also selbst keine Inhalte bereitgestellt, sondern euch weitergeleitet. Doch im Dezember des letzten Jahres meldete man dann, massive Datenmengen des Musikstreaming-Dienstes Spotify ergattert zu haben. Die Rede war von rund 300 TByte. Veröffentlichte man zunächst nur Torrents mit Metadaten-Informationen, so geht es jetzt ans Eingemachte: die Musikdateien.
Freilich waren schon 2025 sowohl Spotify selbst als auch die Musikindustrie hellhörig geworden. Rasch drohte man mit rechtlichen Schritten und ging auch direkt auf unterschiedlichen Wegen gegen Anna’s Archive vor. Etwa wurden mehrere Domains der Plattform gesperrt. Doch kapitulieren will man dort keinesfalls, sondern geht in die Offensive. So hat das Archiv damit begonnen, die Musikdateien von Spotify über Torrents zu veröffentlichen (via Torrent Freak). Zunächst handelt es sich aber wohl „nur“ um rund 2,8 Mio. Lieder, welche ca. 6 TByte an Audiodaten entsprechen.
Da könnte aber noch deutlich mehr folgen, denn Anna’s Archive verfügt nach eigenen Angaben über rund 86 Mio. Musikdateien von Spotify. Das ist zwar nur ein Teil des Gesamtkatalogs, da es sich um die populärsten Songs handeln soll, entsprechen die Daten aber offenbar 99,6 % der tatsächlichen Hörvorgänge auf Spotify. Letztere könnten nun ihre rechtlichen Schritte intensivieren. Auch Universal Music, Sony und Warner sind da bereits auf der Spur.
Anna’s Archive hat keine offiziellen Stellungnahmen abgegeben, aber Nutzer sind auf entsprechende Torrent-Dateien gestoßen, die Teil der ganzen Angelegenheit sein müssen. Dabei sind die rund 2,8 Mio. Musikdateien auf 47 Torrents aufgeteilt, von denen die meisten rund 60.000 Dateien enthalten. Neu veröffentlicht wurde auch eine Metadatei mit einer Größe von 29 GByte, die wohl als Index agiert. Denn die Millionen von Tracks nutzen abstrakte Spotify-IDs als Bezeichnungen. Allerdings sind in die Musikdateien selbst dann Metadaten mit weiteren Informationen eingebettet – etwa zu den Songtiteln, Künstlern und Alben.
Anna’s Archive hatte angekündigt, weitere Daten von Spotify schrittweise zu veröffentlichen, und bleibt dieser Ansage offenbar treu. Damit widersetzt man sich allerdings einer am 16. Januar 2026 verhängten, einstweiligen Verfügung. Da wird es also sicherlich noch Konsequenzen geben – wir beobachten das Ganze.
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3 weeks ago
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