Die Befragten der Postbank Digitalstudie 2025 trauen künstlicher Intelligenz aktuell noch keine Anlageberatung zu. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer vertrauen jedenfalls bei der Geldanlage einem Menschen noch mehr als der KI. Allerdings sollten sie da sicherlich vorsichtig sein, nicht einem Trugschluss zu erliegen.
So erklärt die Postbank: „77 Prozent vertrauen der Beratung durch KI weniger als der Beratung durch einen Mitarbeitenden in der Bank.“ Ich selbst würde davor extrem warnen. Bankmitarbeiter sind in weniger Berater und mehr Verkäufer, welche in aller Regel die Anlagen empfehlen, die ihnen selbst die höchste Provision einbringen – nicht die, welche für den Kunden am besten wären. Da würde ich selbst künstlicher Intelligenz, zumindest bei eher einfachen bzw. oberflächlichen Anfragen, sogar eine objektivere Antwort zutrauen. Von einer Vermögensberatung in der Hausbank würde ich persönlich stets dringend abraten.
Immerhin rund ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, KI künftig für Finanzangelegenheiten zu nutzen. Hier sei eingewendet, dass solche Fragestellungen allerdings grundsätzlich relativ sinnlos sind. Denn vorstellen können sich die Menschen meistens viel. Mit ihrem tatsächlichen Verhalten hat das aber oft nur sehr lose etwas zu tun. Etwa kann ich mir auch vorstellen, morgen als Kaiser Westphalius von Extremimus das Universum vom Jupiter aus zu regieren. Dass es dazu kommt, darf man aber eher als unwahrscheinlich erachten.
Online-Finanzgeschäfte befinden sich im Aufwind
Die Befragten sind ansonsten offen für Online-Finanzgeschäfte: 40 % der Befragten wollen digitale Angebote in Zukunft sogar stärker nutzen als bisher. Zwei von drei Befragten bezahlen mittlerweile kontaktlos mit Bank- und Kreditkarte oder mobil mit Smartphone und Smartwatch. Das kontaktlose oder mobile Bezahlen gehört für die meisten dann auch zum Standard – 59 % der Befragten zahlen kontaktlos an der Kasse mit ihrer Karte, 35 % nutzen dafür auch Smartwatch oder Smartphone. In der Gruppe der 18- bis 39-Jährigen bezahlen sogar knapp acht von zehn Befragten kontaktlos oder mobil.
Sprachassistenten für Bankgeschäfte nutzen nur wenige der Befragten. Immerhin 12 % haben sie schon für Überweisungen eingesetzt. Allerdings lehnt ein ganzes Drittel sie komplett für Finanzgeschäfte ab und führt dabei zumeist Datenschutz- oder Sicherheitsbedenken an. Ein weiteres Drittel sieht schlichtweg keinen Nutzen in Sprachassistenten für ihre Finanzen. 76 % der Befragten befürchten dabei auch, dass auf jenem Wege ihre Finanzdaten an Dritte weitergegeben werden könnten.
Für die „Postbank Digitalstudie 2025 – Die digitalen Deutschen“ wurden zwischen Mai und Juni dieses Jahres 3.050 Einwohner befragt. Es handelt sich hierbei aber nicht um eine wissenschaftliche Studie, sondern mehr um eine Meinungsumfrage. Die Ergebnisse mögen also ganz spannende Fingerzeige geben, sollten aber nicht zu sehr auf die Goldwaage gelegt werden.
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1 month ago
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