Amazon Prime Video: Über 200.000 Kunden beteiligen sich an Sammelklage gegen Werbung

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Das Thema Werbung bei Amazon Prime Video beschäftigt Gerichte und Nutzer nun schon eine ganze Weile – wir hatten in der Vergangenheit dazu ja immer berichtet. Die Verbraucherzentrale Sachsen meldet jetzt einen Rekord bei der eingereichten Sammelklage. Über 200.000 Kunden machen mittlerweile mit. Konkret sind es 201.090 Menschen, die sich gegen die Werbeeinblendungen wehren. Eine derart hohe Beteiligung gab es seit Inkrafttreten des Verbraucherrechtedurchsetzungsgesetzes im Oktober 2023 noch nie.

Hintergrund ist die Umstellung vom 5. Februar 2024. Amazon hatte damals Werbung in den Dienst integriert, ohne sich eine explizite Zustimmung der Abonnenten zu holen. Wer werbefrei schauen wollte, wurde mit einem monatlichen Aufpreis von 2,99 Euro zur Kasse gebeten. Die Verbraucherschützer sehen darin eine unzulässige, einseitige Änderung des Vertrags nach Gutsherrenart. Andere Anbieter fragen in solchen Fällen üblicherweise um Zustimmung.

Neben dieser Sammelklage läuft noch eine Gewinnabschöpfungsklage über 1,8 Milliarden Euro. Damit sollen Werbegewinne einkassiert werden, die nach möglichen Rückerstattungen verbleiben. Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband war nicht untätig und erwirkte im Dezember 2025 bereits ein Urteil auf Unterlassung, gegen das der Konzern allerdings Rechtsmittel einlegte. Parallel dazu ist noch die Preiserhöhung aus 2022 ein Thema, hierbei handelt es sich um ein separates Verfahren der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wer sich der laufenden Klage gegen die Werbung noch anschließen möchte, hat dazu weiterhin die Möglichkeit. Eine Anmeldung im Klageregister ist bis drei Wochen nach dem Schluss der mündlichen Verhandlung möglich. Auf einen entsprechenden Termin am Bayerischen Oberlandesgericht in München hofft die Verbraucherzentrale Sachsen derzeit zeitnah.

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