Der Amazfit Helio Ring ist bereits 2024 auf den Markt gekommen. Er ist natürlich eine direkte Konkurrenz für die smarten Ringe von Oura oder auch Samsung – allerdings zum günstigeren Preis. Mittlerweile kostet das Mini-Wearable nämlich nur noch 169,90 Euro direkt über den Hersteller. Drittanbieter wie Amazon.de führen den Helio Ring sogar für weniger als 130 Euro. Ein guter Grund, sich das Gerät einmal im Test anzuschauen.
Als Vergleich: Den Samsung Galaxy Ring bekommt ihr via Amazon.de aktuell erst ab ca. 330 Euro im Handel, er kostet also mehr als das Doppelte. Muss man aber natürlich auch schauen, welche Größe benötigt wird. Denn in diesem Punkt gibt es beim Amazfit Helio Ring gar nicht mal so viel Auswahl. Ihr könnt zwischen den drei US-Größen 8, 10 und 12 wählen. Bei den Farbvarianten beschränkt sich der Hersteller sogar auf nur ein Modell, nämlich Gold. Letzteres kommt aber nicht als Material zum Einsatz, sondern vielmehr eine Titanlegierung.
Technische Eckdaten Amazfit Helio Ring
| Material | Titanlegierung außen, Harz innen |
| Größen | 8, 10, 12 |
| Gewicht | Größe 8: 3,65 g Größe 10: 3,75 g Größe 12: 3,82 g |
| Abmessungen | Breite: 8 mm Dicke: 2,6 mm |
| Wasserdichtigkeit | 10 ATM (bis 100 m) |
| Batteriekapazität | Größe 8: 16,5 mAh Größe 10: 18,5 mAh Größe 12: 20,5 mAh |
| Ladeart | Kabelloses Laden |
| Ladezeit | Ca. 1 Stunde, 40 Minuten |
| Akkulaufzeit | Bis zu 4 Tage |
| Sensoren | BioTracker PPG (Herzfrequenz), Temperatursensor, EDA-Sensor, 3-Achsen-Beschleunigungssensor, 3-Achsen-Gyroskop |
| Verbindung | Bluetooth Low Energy (BLE) |
| Kompatible Geräte | Android 7.0+, iOS 14.0+ |
| App | Zepp App |
Mir hat im Übrigen zum Testen die größte Variante (12) vorgelegen. Das ist auch ganz gut so, denn ich habe leider ziemlich Wurstfinger. Die Einrichtung des Amazfit Helio Ring erfolgt im Übrigen über die bekannte Zepp-App des Herstellers, welche ich ja schon in der Vergangenheit in vielen Tests schon vorgestellt habe. Tolle Sache: Nutzt ihr den Helio Ring in Kombination mit ausgewählten Fitnesstrackern oder Smartwatches des Unternehmens, werden ihre Daten in der Zepp-App automatisch kombiniert, um noch genauere Ergebnisse zu erhalten. Klappt beispielsweise mit Modellen wie der Amazfit Active, der T-Rex Pro oder auch verschiedenen Bip-Modellen.
Ausstattung und Verarbeitung
Auf den ersten Blick wirkt der Amazfit Helio Ring in Größe 12 ziemlich bombastisch. Unten habe ich das anhand eines Vergleichsbildes mit meinem Ehering einmal illustriert.
Haptisch fühlt er sich mit seiner matten Metalloberfläche aber sehr hochwertig an. Ich muss dabei zugeben, dass mich jegliche Wearables an den Händen oder Handgelenken schnell nerven, sodass ich selbst meinen Ehering nur zu bestimmten Anlässen trage. Insofern vergesse ich auch den Helio Ring im Alltag nie wirklich ganz an meinem Ringfinger. Das ist aber eine sehr subjektive Angelegenheit.
Im Lieferumfang liegen neben dem Ring an sich auch noch eine kleine Ladestation, ein USB-C-Ladekabel und eine Kurzanleitung bei. Schade: Ein kleines Etui oder Case fehlen. Die Aufladung funktioniert kabellos. Ihr legt den Ring also auf die Ladestation, verbindet diese per USB-C mit einem Netzteil und dann wird der Amazfit Helio Ring aufgeladen – simple Angelegenheit. Die Mini-Station verfügt auch über eine kleine LED, die signalisieren kann, wenn der Ladevorgang beendet ist.
Der Helio Ring ist auch zum Schwimmen geeignet und bis 10 ATM wasserdicht. Im direkten Vergleich mit anderen Wearables von Amazfit muss ich aber direkt ein klares Manko ansprechen. So können Smartwatches wie die Balance 2 ja unzählige Sportarten tracken. Der Helio Ring kommt allerdings nur mit vier Workouts zurecht: Jogging, Gehen, Radfahren und Laufband-Training. Für alles andere benötigt ihr also doch wieder eine Smartwatch oder einen Tracker.
Praxistest des Amazfit Helio Rings
Idealerweise soll man den Helio Ring laut Amazfit am Zeigefinger tragen. Meiner ist aber tatsächlich selbst für Größe 12 zu dick, sodass ich auf den Ringfinger ausweichen musste. Eine kleine Markierung zeigt dabei an, welche Seite nach oben und welche nach unten gehört, damit die integrierten Sensoren bestmöglich messen können. Was ihr wissen solltet: Bei einer Smartwatch oder einem Fitnesstracker könnt ihr natürlich z. B. jederzeit auf Abruf den Puls messen und am Handgelenk anzeigen lassen. Beim Helio Ring kommt ihr ad hoc nicht an schnelle Daten, sondern nur im Rahmen der Übersicht oder nach einem Training.
Der Amazfit Helio Ring kann dabei euren Puls messen, den Blutsauerstoffwert schätzen und auch die Menstruation tracken oder schlichtweg Schritte zählen. Auch euren Schlaf kann das Wearable auswerten. Als alternative Option könnt ihr sogar aktivieren, dass der Ring euere Atmung im Schlaf überwacht und so etwa Atemaussetzer erkennen kann. Es gibt auch einen Temperatursensor, der ebenfalls im Schlaf zum Einsatz kommt, um die Daten zu ergänzen.
Über die Zepp-App könnt ihr nach einer Firmware-Aktualisierung des Helio Rings auch eine Auffindungs-Funktion nutzen. Aktiviert ihr diese in der App, fängt der Ring über seine LEDs an, deutlich zu blinken. Hilft euch aber auch nur dann etwas, wenn sich das Wearable in Bluetooth-Reichweite befindet. Da der kleine Ring, wenn ihr ihn nicht im Auge habt, wohl am ehesten versehentlich unter einem Kissen oder ähnlichem verschwindet, ist dieses Feature jetzt nicht so der Burner.
Der kleine Akku des Amazfit Helio Ring sorgt für eine Laufzeit von rund vier Tagen. Das kann sich verlängern oder auch verkürzen, je nachdem welche Messintervalle ihr z. B. für den Pulsmesser aktiviert habt und je nachdem, ob ihr das erweiterte Schlaftracking mit der Atemüberwachung nutzt. Das ist durchaus brauchbar, wenn man das aber natürlich mit den Fitnessarmbändern und Smartwatches des Herstellers vergleicht eher überschaubar. Denn da ist Amazfit für seine langen Akkulaufzeiten von oftmals zwei Wochen bekannt. Somit muss euer Helio Ring wohl früher auf die Ladestation als eure vollwertige Smartwatch.
Ansonsten liefert der Amazfit Helio Ring ein sauberes Gesamtpaket, wenn es euch weniger um das Tracken von Workouts und mehr um eine allgemeine Fitnessübersicht geht. Da ist der kleine Ring sicherlich für viele Leser im Alltag ein unauffälligeres Accessoire als z. B. eine Smartwatch. Der Schrittzähler etwa arbeitet nach meinem Eindruck sehr genau und zählt auch beim Tippen keine Phantomschritte. Auch die anderen Werte, zu etwa meinem Puls, decken sich mit anderen Wearables.
Lediglich beim Schlaftracking leistete sich der Helio Ring kleinere Patzer, denn auch wenn ich schon aufgewacht war, aber noch eine Weile ruhig im Bett gelegen habe, hat mich der Ring noch als schlummernd erkannt. Das kam aber nicht jedes Mal, sondern eher sporadisch vor. Verfälscht aber ab und an die Ergebnisse leicht.
Mein Fazit
Der Amazfit Helio Ring ist für Sportler aufgrund seiner begrenzten Tracking-Möglichkeiten für Workouts keine echte Alternative zu einem Fitnessarmband oder einer Smartwatch. Er kann aber eine Ergänzung sein, denn es sind dank der kombinierten Messergebnisse Synergien möglich. Ich denke aber, das Mini-Wearable eignet sich vor allem für diejenigen, die sich von z. B. einer Watch am Handgelenk schnell gestört fühlen, aber relativ unauffällig einen allgemeinen Gesundheitsüberblick wünschen.
Design und Verarbeitung des Amazfit Helio Rings gefallen mir sehr gut, auch wenn es natürlich fein wäre, gäbe es noch mehr Größen und Farbvarianten. Dafür ist der aktuelle Preis im direkten Vergleich mit anderen Anbietern wie Oura oder Samsung wohl konkurrenzlos. Bedenken solltet ihr eben, dass ihr mit einem Fitnesstracker letzten Endes detaillierte Auswertungen erhalten, viel mehr Sportarten tracken, Standorterkennung nutzen und weitere Funktionen nutzen könnt.
Der Helio Ring ist also etwas für Muffel, die am Handgelenk nichts tragen wollen, aber dennoch Gesundheitsfunktionen wünschen. Und an dieser Stelle ist er aus meiner Sicht auch ein gelungenes Angebot.
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2 months ago
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