
Die Connectivity Standard Alliance steckt unter anderem hinter dem Smart-Home-Überstandard „Matter“. Im Winter 2023 gab man dann bekannt, dass auch ein Standard für Smart Locks und digitale Hausschlüssel, sprich Zutrittslösungen, in der Mache ist. Seitdem hat man eher hinter den Kulissen gewerkelt, wenngleich beispielsweise Nuki im Rahmen der IFA 2025 eine erste Demo des neuen Standards in Verbindung mit dem eigenen Smart Lock gezeigt hat.
Nachdem sich zur diesjährigen CES abgezeichnet hatte, dass Aliro noch 2026 an den Start gehen soll, ist es jetzt so weit: Die CSA gibt den Startschuss und hat heute die Aliro 1.0-Spezifikation bekanntgegeben. Der Standard soll die Interoperabilität der Zugangskontrolle optimieren, auch für Unternehmen, Büros, Universitäten, sowie auch Ein- und Mehrfamilienhäusern.
Technisch bietet die Aliro 1.0 Spezifikation erste Rahmenbedingungen, was die Interaktion zwischen den Geräten der Benutzer, sowie auch der Lesegeräte angeht – auch ohne Netzabdeckung in Bereichen, wie Tiefgaragen oder Aufzügen. Unter der Haube setzt Aliro auf zahlreiche Kommunikationsprotokolle. Darunter ist Near Field Communication (NFC) für Tap-to-Access (wie wir es von Lösungen wie Home Key kennen), für benutzerinitiierte Kommunikation setzt man auf Bluetooth Low Energy (Bluetooth LW) sowie zusätzlich auf Ultra-Breitband (UWB) für eine freihändige Authentifizierung.
Aliro arbeitet mit den führenden mobilen Wallets zusammen. So bringt man hier unter anderem Apple, Google und Samsung unter einen Hut, die bereits alle eigenständige Wallets mit digitalen Hausschlüsseln anbieten. Sprich: Man verbindet diese Lösungen zu einem herstellerübergreifenden Standard, um Smartphone und Wearable zur Authentifizierung, etwa zum Entriegeln eines Türschlosses, zu verwenden. Man erhofft sich damit der Interoperabilitätsstandard für sämtliche Zugangskontrollen zu werden.
Ähnlich wie bei Matter gibt es auch für Aliro ein umfassendes Zertifizierungsprogramm, um die Zuverlässigkeit der zertifizierten Gerätschaften zu gewährleisten. Man hat bereits eine globale Gemeinschaft von über 220 Mitgliedsunternehmen zusammengetrommelt. Darunter versammelt sind neben den Anbietern mobiler Plattformen (Apple, Google, Samsung) auch Schlosshersteller, wie Assa Abloy. Unter anderem nennt man Nuki sowie Aqara, die als eine der ersten die Aliro 1.0-Zertifizierung erhalten sollen. Aqara hatte im Rahmen der CES 2026 bereits ein vorbereitetes Smart Lock für den Aliro-Standard vorgestellt – jenes ist für den hiesigen Markt aber eher uninteressant. Nuki hat bereits vergangenes Jahr ein neues Keypad gemäß dem Aliro-Standard in Aussicht gestellt und jenes auch im Rahmen der IFA 2025 gezeigt.
Durch die Zertifizierung sollen zudem die Forschungs- und Entwicklungskosten erheblich gesenkt werden. Dies soll es für Hersteller besonders attraktiv machen, den Standard zu integrieren. Nutzer sollen zudem davon profitieren, dass sie herstellerunabhängige Hard- und Software kombinieren können.
Der Beginn der Matter-Implementierung war ein steiniger Weg und so wird auch Aliro erstmal brauchen, bis sich der Standard in der breiten Masse durchsetzt. Laut CSA soll Aliro 1.0 nun auch erstmal die Grundlage legen, man plant aber in Zukunft kommende Markt- und Ökosystemanforderungen weiter zu integrieren. In Aussicht stellt man für künftige Updates, Funktionen und weitere Anwendungsfälle, wie eine sichere Schlüsselverteilung. Hierbei soll stets die Abwärtskompatibilität im Blick behalten werden.

1 week ago
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