Agora-1 macht den N64-Klassiker GoldenEye zur spielbaren KI-Simulation für vier Personen

2 weeks ago 11

Das KI-Lab Odyssey hat mit Agora-1 ein World-Model veröffentlicht, in dem sich bis zu vier Teilnehmer gleichzeitig in einer von der KI erzeugten Spielwelt bewegen. Als Testumgebung dient der Nintendo-64-Klassiker GoldenEye.

Mit Agora-1 führt Odyssey eine der ersten Multi-Agent-Welt-Simulationen ein. Bisher waren World-Models meist auf einen einzigen aktiven Teilnehmer beschränkt. Bis zu vier Spieler werden in Agora in eine geteilte Deathmatch-Simulation gematcht, in der jeder mit derselben generierten Welt interagiert. Alles, was sie sehen, wird in Echtzeit von Agora-1 erzeugt. Das Modell fungiert dabei als eine Art gelernte Game-Engine.

Anders als Videogeneratoren wie OpenAIs Sora oder Googles Veo 3 spuckt Agora-1 keinen festen Clip aus, sondern simuliert fortlaufend einen Spielzustand und rendert daraus für jeden Spieler eine eigene Perspektive. Dafür trennt Odyssey Simulation und Rendering: Ein Modell lernt aus dem internen Zustand des Spiels, wie sich die Welt durch Spieleraktionen verändert.

Ein zweites, auf Diffusion basierendes Modell lernt, diesen geteilten Zustand visuell darzustellen. Weil der Zustand explizit verwaltet wird, kann Agora-1 auch neue Level erzeugen, ohne die Spielmechanik der Vorlage zu verlieren.

In der Demo von Agora-1 können bis zu vier Spieler gegeneinander in einem simplen Level antreten. | Bild: Odyssey AI

Frühere Multi-Agent-Ansätze wie Multiverse oder Solaris hatten laut Odyssey vor allem Probleme, wenn sich Spieler aus den Augen verloren. Agora-1 soll konsistente Sichten auf dieselbe Welt aus mehreren Blickwinkeln liefern.

Starchild-1 als zweite Säule

Parallel hat Odyssey das Schwestermodell Starchild-1 vorgestellt. Es handelt sich laut dem Startup um ein interaktives Audio-Video-World-Model, das synchron Bild und Ton erzeugt und auf laufende Texteingaben reagiert. Das Modell läuft auf moderner Hardware mit bis zu 24 Bildern pro Sekunde. Im Unterschied zu Agora-1 steht hier ein einzelner Nutzer im Mittelpunkt, dafür kommen Sprache und Umgebungsgeräusche hinzu. Eine öffentliche Demo gibt es bisher nicht, nur Videobeispiele und das technische Paper.

Googles Genie 3 ist derzeit der bekannteste Konkurrent im Bereich der World-Models und liefert visuell beeindruckendere Umgebungen, ist aber auf einen einzelnen Nutzer ausgelegt. Veo 3 und Sora 2 wiederum erzeugen kurze, in sich abgeschlossene Videos ohne Steuerung während der Wiedergabe.

Agora-1 ist als frühe Forschungsvorschau über die Odyssey-Website spielbar. Das Team um CEO Oliver Cameron und CTO Jeff Hawke sieht darüber hinaus Anwendungen in der kollaborativen Robotik, in der mehrere Roboter gemeinsam über Aktionen und Raum nachdenken müssen, sowie im Training von KI-Agenten in komplett simulierten Umgebungen.

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