Adobe hat eine Reihe neuer Funktionen für seine Bildbearbeitungsprogramme Photoshop und Lightroom angekündigt. KI-gestützte Werkzeuge sollen Kreativprofis helfen, schneller von der Idee zum fertigen Ergebnis zu kommen. Unter anderem integriert Adobe Firefly Boards in seine Bildbearbeitung, eine Art digitale Pinnwand für KI-generierte Entwürfe.
Pinnwand für KI-Entwürfe: Firefly Boards
Mit Firefly Boards will Adobe in Photoshop eine Brücke zu seiner Web-App für generative KI schlagen. Der visuelle Arbeitsbereich soll die Ideenfindung beschleunigen und den Wechsel zwischen verschiedenen der Firefly-Web-App und der Bildbearbeitung vermeiden.
Die neue Funktion „Objekt drehen“ soll Motive in nahezu jedem Winkel kippen, drehen und neu anordnen können. Das Werkzeug dreht dabei keine Vektorobjekte oder 3D-Modelle, sondern tatsächlich Pixelbilder, also Fotos oder freigestellte Bildelemente.
Die Adobe-KI analysiert das Bild und schätzt dessen dreidimensionale Form ein. Beim Drehen berechnet sie, wie das Objekt aus einem anderen Blickwinkel aussehen würde. Der freigewordene Bereich hinter dem Objekt wird ebenfalls mit generativer KI aufgefüllt. Für die Nutzung berechnet Adobe Credits.
Kunst aufräumen: Photoshop bereinigt Ebenen
Mit der neuen Funktion „Layer Cleanup“ lassen sich komplexe Photoshop-Dateien ordnen. Das Werkzeug benennt Ebenen um und entfernt leere Ebenen selbstständig. Bei umfangreichen Projekten soll das den Überblick erleichtern.
Das Werkzeug zeigt eine Vorschau aller vorgeschlagenen Änderungen, bevor sie angewendet werden. Bei Bedarf lassen sich einzelne Vorschläge ablehnen oder die KI-generierten Namen vor der Bestätigung manuell anpassen.
Kreative Geister hinterlassen gerne einen Saustall, auch in Photoshop. KI soll das Gewirr aus Namen wie „Ebene 19 Kopie 4“ bereinigen und sinnvoll benennnen.
(Bild: Adobe)
Lightroom: verbesserte Suche, Filmvorlagen und assistierte Bildauswahl
Lightroom bringt 25 neue Filmvorlagen mit.
(Bild: Adobe)
Die Lightroom-Neuerungen des April-Updates 2026 umfassen eine neue Suchfunktion, die relevantere und genauere Treffer liefern soll als bisher. Sie erkennt laut Adobe eine viel breitere Auswahl an Personen, Tieren, Objekten, Orten und Stilen. Sucht man etwa nach „Schwarzweißportrait bei Kerzenlicht", soll Lightroom sowohl das Motiv als auch die Stimmung erkennen können.
Lightroom bietet außerdem 25 neue Filmvorlagen, die den Look klassischer analoger Filme nachahmen. Die Vorlagen reichen von kräftigen Farbtönen bis zu nostalgischen Schwarzweiß-Looks und sollen sich konsistent über verschiedene Bilder hinweg anwenden lassen.
Die Funktion „Assistierte Bildauswahl“ (Assisted Culling) hilft, die besten Bilder aus großen Sammlungen auszuwählen. Sie gruppiert ähnliche Aufnahmen automatisch und hebt jene mit der besten Schärfe und den besten Augenmerkmalen hervor. Das soll etwa Hochzeits-, Porträt- und Eventfotografen helfen. Lightroom unterstützt außerdem Raw-Dateien der Kamera Sony A7V.
Firefly-Assistent in öffentlicher Testphase
Parallel dazu ist der KI-Assistent von Adobe Firefly in die öffentliche Beta-Phase gestartet. Der Assistent koordiniert die einzelnen Arbeitsschritte im Hintergrund und greift dabei auf Adobes professionelle Programme zurück – darunter Photoshop, Premiere, Firefly, Lightroom und Express.
(akr)



