Adobe kämpft mit neuer Agenten-Plattform gegen die KI-Disruption des eigenen Geschäftsmodells

21 hours ago 2

Der Softwarekonzern Adobe reagiert auf die wachsende Bedrohung durch KI-native Konkurrenten mit einer neuen Agenten-Plattform für Unternehmen. Gleichzeitig sucht das Unternehmen einen neuen CEO.

Adobe hat auf seiner jährlichen Konferenz in Las Vegas eine neue KI-Agenten-Plattform namens CX Enterprise vorgestellt. Das agentenbasierte System soll Unternehmen dabei helfen, digitales Marketing, Kundenengagement und Vertrieb zu automatisieren.

Die Plattform vereint laut Adobe drei Bereiche: eine KI-gestützte Content-Supply-Chain, Kundenengagement-Orchestrierung und sogenannte Brand Visibility, also die Sichtbarkeit von Marken in einer zunehmend von KI-Agenten geprägten Welt. Ein KI-Agent namens "CX Enterprise Coworker" soll eigenständig Aufgaben erledigen, etwa mehrere andere Agenten koordinieren, relevante Geschäftsdaten sammeln, einen Marketingplan erstellen und diesen auch ausführen.

Adobe kündigte zudem Partnerschaften mit über 30 KI-Plattformen und Unternehmen an, darunter Amazons Cloud-Sparte, Microsoft, Anthropic, OpenAI und Nvidia. Kunden sollen KI-Agenten plattformübergreifend für digitale Marketingaufgaben nutzen können.

Hunderte Milliarden Dollar Wertverlust bei Software-Aktien

Neue KI-Tools von Unternehmen wie Anthropic und OpenAI haben in den vergangenen Monaten Investorenängste geschürt und hunderte Milliarden Dollar an Marktwert bei Software- und Datenaktien vernichtet. Adobes eigene Aktie hat in diesem Jahr rund 30 Prozent verloren.

"Es wird neue AI-first-Anwendungen geben. Daran gibt es keinen Zweifel, und die Geschäftsmodelle werden sich ändern", räumte Adobe-CEO Shantanu Narayen laut dem WSJ ein.

Adobe war mit seinen hauseigenen Firefly-KI-Modellen zunächst ein Profiteur des KI-Hypes. Inzwischen fällt es dem Unternehmen jedoch schwer, Investoren davon zu überzeugen, dass es der Disruption durch KI-native Wettbewerber standhalten kann. Auch andere Unternehmen wie Salesforce versuchen mit neuen Agenten-Produkten Investoren zu überzeugen.

Laut Adobe handelt es sich bei CX Enterprise um das breiteste agentenbasierte KI-Ökosystem der Branche. Ob das reicht, ist fraglich: Design-Start-up Canva hat vergangene Woche ein Update seiner KI-Plattform mit Agenten-Fähigkeiten angekündigt. Anthropic veröffentlichte am Freitag ein neues Design-Tool namens Claude Design, das visuelle Gestaltung mit Claude-Produkten ermöglicht.

CEO-Wechsel mitten in der Umbruchphase

Im März hatte Narayen nach 18 Jahren an der Spitze seinen Rücktritt angekündigt. Die Reaktionen an der Wall Street fielen gemischt aus: Einige Analysten lobten den Schritt, andere warnten vor zusätzlicher Unsicherheit. Narayen bleibt Vorstandsvorsitzender und will die Suche nach einem Nachfolger gemeinsam mit Lead Independent Director Frank Calderoni begleiten.

Sein Nachfolger wird Adobe durch das Zeitalter der KI-Agenten führen müssen.

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