5G: Grundlage für Huawei-Verbot gelegt

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Stand: 30.09.2026, 14:31 Uhr

Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Die Bundesnetzagentur stuft Mobilfunkantennen als Sicherheitsrisiko ein – und schafft damit die Grundlage für ein Huawei-Verbot in Deutschland.

Berlin – Jahrelang haben Telekom, Vodafone und Telefónica auf chinesische Technik von Huawei gesetzt – günstig, leistungsstark, verlässlich. Doch jetzt könnte damit Schluss sein. Die Bundesnetzagentur hat einen Katalog vorgelegt, der das Antennenzugangsnetz erstmals als kritische Infrastruktur einstuft – und damit die rechtliche Grundlage für ein vollständiges Huawei-Verbot in Deutschland schafft.

5G-Antennen

Der Austausch von Huawei-Technik aus dem 5G-Netz ist beschlossen. (Symbolbild) © Christoph Dernbach/dpa

Der Entwurf der Bundesnetzagentur, erarbeitet gemeinsam mit dem BSI und dem Bundesbeauftragten für Datenschutz, liegt seit dem 30. September 2026 der Öffentlichkeit vor. Er wurde beim EU-Portal für technische Regulierung eingereicht. Der entscheidende Punkt: Nicht nur das Kernnetz, sondern auch das Antennenzugangsnetz – also die Masten und Sendeanlagen, über die Millionen Deutsche täglich telefonieren und surfen – gilt nun als sicherheitskritisch. Als Begründung nennt die Behörde „überregionale Risiken“ durch „Angriffsvektoren oder drittstaatliche Einflussnahme“.

Huawei im 5G-Netz: Was steckt hinter dem Sicherheitsrisiko?

Huawei ist Chinas größter Netzausrüster – und steckt in Tausenden deutschen Mobilfunkantennen. Sicherheitsbehörden befürchten, dass Peking den Konzern zwingen könnte, Hintertüren einzubauen – um Gespräche abzuhören, Daten abzugreifen oder im Ernstfall ganze Netzteile lahmzulegen. Die Bundesnetzagentur stuft Mobilfunkantennen jetzt erstmals als kritische Infrastruktur ein – wie Strom oder Wasser. Das gibt dem Staat das Recht, Huawei-Technik dort zu verbieten.

Huawei-Verbot in Deutschland: Bundesinnenministerium bekommt neue Befugnisse

Das hat direkte Konsequenzen: Das Bundesinnenministerium darf Netzbetreibern künftig den Einsatz von Komponenten bestimmter Hersteller untersagen. Rund 46.000 Mobilfunkantennenstandorte in Deutschland könnten betroffen sein, wenn die Regierung dieses Instrument gegen Huawei einsetzt.

Die Mobilfunkanbieter schlagen bereits Alarm. Europaweit beziffern sie die Kosten eines vollständigen Huawei-Austauschs auf 40 Milliarden Euro. Telekommunikationsexperte John Strand hält laut WirtschaftsWoche dagegen deutschlandweite Kosten von 2,5 Milliarden Euro für realistischer.

Der neue Katalog macht einen Kompromiss zunichte, den das damalige SPD-geführte Innenministerium unter Nancy Faeser 2024 mit den Mobilfunkanbietern ausgehandelt hatte. Damals verpflichteten sich Telekom, Vodafone und Telefónica per Vertrag, Huawei-Komponenten bis Ende 2026 aus dem Kernnetz zu entfernen – die Antennen selbst blieben außen vor. Laut Bundesinnenministerium galt das damals als ausreichend. Die Sicherheitsbehörden und die Nato sahen das anders.

Kein Huawei im 6G-Netz: Bundeskanzler Merz zieht klare Grenze

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die neue Richtung bereits klar formuliert: „Wir werden überall dort, wo es möglich ist, Komponenten ersetzen – zum Beispiel im 5G-Netz, und wir werden keine Bauteile aus China im 6G-Netz zulassen.“ Die Netzbetreiber können beim EU-Portal Stellung nehmen – müssen aber damit rechnen, dass die Bundesnetzagentur diese Einwände übergeht.

Im Januar 2027 soll die Sicherheitsliste final veröffentlicht werden. Ein EuGH-Gutachten stärkt der Politik dabei den Rücken: Eine Generalanwältin vertrat die Auffassung, dass EU-Länder Hersteller aus Sicherheitsgründen vom Netz ausschließen dürfen. Gleichzeitig deutet ein Vorab-Treffen von Digitalminister Carsten Wildberger mit den Chefs der drei Netzbetreiber darauf hin, dass die Regierung erneut eine einvernehmliche Lösung bevorzugt. (Quellen: Wirtschaftswoche, eigene Recherche) (nmr)

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