
Nachdem wir in der letzten Zeit einiges für macOS in diesem Bereich hatten, widmen wir uns nun einmal der Windows-Welt. Yoink will in eine ähnliche Kerbe schlagen wie ShareX und packt dafür ziemlich viel in eine App. Screenshot, Video, OCR, Sticker, Upload, alles in einem Fenster, Open Source und lokal speicherbar.
Beim Aufnehmen der Screenshots deckt Yoink die üblichen Kandidaten ab, also Bereich, Vollbild, aktives Fenster und auch Scroll-Capture für lange Seiten. Danach landet das Bild direkt im integrierten Editor. Dort warten Pfeile, Textfelder, Formen, Freihand-Gekritzel, Unschärfe und ein paar Effekte wie Kontur oder Schatten. Praktisch für schnelle Markierungen ohne extra Bildbearbeitung.
Mit an Bord sind die sogenannten AI Redirects. Nach einem Capture kann Yoink automatisch den Browser mit einem neuen Tab für ChatGPT, Claude, Gemini oder Google Lens öffnen. Das gerade aufgenommene Bild hängt dann wie ein kleines Overlay auf dem Desktop, bereit für Drag & Drop oder Strg+V. Es gibt auch eine eigene Tastenkombination, wenn nur dieser Redirect gebraucht wird. Google Lens kann Yoink bei Bedarf mit einem gehosteten Bildlink füttern, falls der direkte Upload nötig ist.
Die Sticker-Funktion richtet sich an alle, die viel in Messengern oder Präsentationen arbeiten. Yoink schneidet aus Screenshots Objekte frei, indem der Hintergrund entfernt wird, und speichert sie als Sticker. Cloudseitig können remove.bg und Photoroom genutzt werden, lokal sind unter anderem U2Netp und BRIA RMBG vorgesehen. Dazu gibt es auf Wunsch einen Abschluss mit weißer Kontur und Schatten, damit die Sticker nicht im Hintergrund untergehen.
Beim Thema Text geht Yoink über einfache Screenshots hinaus. Ein integriertes OCR auf Basis von Tesseract liest Text direkt aus einem Bildschirmbereich. Sprachpakete lassen sich für über 100 Sprachen automatisch nachladen. Die Erkennung landet dann in einem eigenen Fenster, in dem der Text direkt kopiert, bearbeitet oder übersetzt wird. Für Übersetzungen stehen Argos Translate offline sowie die Google-Translate-API bereit. Für schnelle Copy-Paste-Jobs reicht das völlig, ohne dass immer erst ein Browser-Tab aufgezogen werden muss.
Neben reinen Bildern kann Yoink auch aufnehmen, was sich auf dem Bildschirm bewegt. Screen Recording funktioniert für GIF, MP4, WebM und MKV. Es lassen sich Vollbild oder fest definierte Bereiche aufzeichnen, dazu optional Mikrofon und Systemaudio. Hochladen funktioniert danach über die gleichen Ziele wie bei Screenshots, wer alles lokal halten will, speichert einfach im Dateisystem.
Eine Stärke von Yoink ist die lokale Chronik. Das Tool legt eine History der Aufnahmen an, inklusive Volltextsuche über erkannte OCR-Inhalte. Dazu kommt eine semantische Suche, die nicht nur Dateinamen, sondern auch Bildinhalt berücksichtigt. Das hilft im Alltag, wenn nur noch die ungefähre Idee vom Inhalt eines Screenshots im Kopf ist, aber kein Dateiname mehr.
Beim Upload bringt Yoink einiges an Zielen mit. Öffentliche Hoster wie Imgur, ImgBB, Catbox, Litterbox, Gyazo, file.io oder Uguu sind an Bord, dazu ein Rotationsmodus über temporäre Hoster, wenn Links nur kurz leben sollen. Für Cloud-Speicher stehen unter anderem Dropbox, Google Drive, OneDrive, Azure Blob und S3-kompatible Ziele zur Auswahl. Wer es selbst hostet, kann mit GitHub, Immich, FTP, SFTP, WebDAV oder eigenen HTTP-Zielen arbeiten. Voraussetzung ist wie immer, dass Zugangsdaten und Berechtigungen stimmen, Yoink selbst bringt nur die Schnittstellen mit. Sticker-Uploads nutzen die gleichen Ziele wie normale Screenshots.
Yoink ist als Open-Source-Projekt auf Windows unterwegs, die Entwickler planen Versionen für macOS und Linux. Installieren lässt sich die Windows-Variante klassisch über die Release-Downloads oder per winget mit dem Paketnamen JasperDevs.Yoink.
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