Xiaomi hat heute die beiden Flaggschiffe Xiaomi 17 und 17 Ultra für Europa enthüllt. Ich selbst hatte die Gelegenheit, mich vorab bereits etwas mit dem zuerst genannten Modell zu beschäftigen. Dabei ist jenes Smartphone deutlich kompakter, als ich es vorab erwartet hätte. Könnte hier also vielleicht genau das richtige, mobile Endgerät für diejenigen vorliegen, welche nach einem Premiummodell dürsten, das man auch mit einer Hand bedienen kann?
Das Xiaomi 17 hat mich nun eine Weile hinter den Kulissen begleitet. Mein üblicher Daily-Driver ist sonst das Xiaomi 15T Pro, so viel sei zu meinem Background verraten. Jenem Modell aus der gehobenen Mittelklasse hat das neue Gerät einiges voraus. Vor allem der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 wischt natürlich mit dem MediaTek Dimensity 9400+ den Boden auf. Doch auch die Kamera verspricht ein Upgrade. Schließlich kommt für das Weitwinkel-Objektiv der Light Fusion 950 als Sensor zum Einsatz.
| Design & Farben | Black, Venture Green, Alpine Pink, Ice Blue 151.1 × 71.8 × 8.06 mm, 191 g |
| Display | 6.3″ CrystalRes OLED 2656 × 1220, 460 ppi 1–120 Hz LTPO, 3500 nits Peak Xiaomi Shield Glass HDR10+, Dolby Vision 68 Mrd. Farben, DCI-P3 TÜV Low Blue Light, Flicker Free, Circadian Friendly |
| Hauptkamera | 50 MP f/1.67, OIS Light Fusion 950 Sensor 23 mm äquivalent |
| Telekamera | 50 MP f/2.0, OIS 60 mm äquivalent Samsung JN5 Sensor 10 cm Makro |
| Ultraweitwinkel | 50 MP f/2.4 102° FOV OV50M Sensor 17 mm äquivalent |
| Frontkamera | 50 MP f/2.2 90° FOV 21 mm äquivalent |
| Video | 8K 30fps 4K 30/60fps Dolby Vision 1080p 30/60fps Dolby Vision Log Video bis 4K 60fps |
| Performance | Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 3 nm Prozess 12 GB RAM + 256/512 GB Speicher LPDDR5X + UFS 4.1 |
| Akku & Laden | 6330 mAh Xiaomi Surge Battery 100 W kabelgebunden 50 W kabellos 22,5 W Reverse Charging |
| Audio | Stereo-Speaker, 4-Mic-Array, Hi-Res, Dolby Atmos |
| Biometrie | Ultraschall-Fingerprint im Display |
| Schutz | IP68 Wasser- & Staubschutz |
| Konnektivität | Wi-Fi 7, 5G, Bluetooth |
| Betriebssystem | Xiaomi HyperOS 3 (Android 16) |
| Preis | ab 999,90 Euro |
Für meinen Test hat mir Xiaomi im Übrigen das Xiaomi 17 in der Farbe „Venture Green“ mit 12 GByte RAM und 512 GByte Speicherplatz zur Verfügung gestellt. Diese Variante kostet regulär 1.099,90 Euro. Wer sich mit 256 GBtyte Kapazität anfreunden kann, kommt mit 999,90 Euro etwas günstiger weg.
Ausstattung und Verarbeitung des Xiaomi 17
Im Lieferumfang des Xiaomi 17 finden sich neben dem Smartphone an sich auch eine einfache Schutzhülle, eine SIM-Nadel, eine Kurzanleitung sowie ein USB-C-Ladekabel. Ein Ladegerät liegt nicht bei. Die dünne Plastikhülle würde ich persönlich möglichst schnell gegen ein stabileres Pendant tauschen, denn bei einem Sturz, insbesondere auf die Vorderseite, wird sie kaum eine Hilfe sein. Zumal sie sich sehr glatt anfühlt, wodurch das Gerät eher noch leichter aus der Hand rutschen kann.
Das Xiaomi 17 nutzt an der Rückseite drei runde, herausstechende Aussparungen für die drei Kameralinsen sowie den Blitz. Das Unternehmenslogo ist eher dezent am unteren Rand platziert. An der Vorderseite macht sich das fast nicht vorhandene Rand um das Display positiv bemerkbar. Im Übrigen sitzen Lautstärkewippe und Powerbutton an der rechten Seite des Gehäuses. Unten finden sich der SIM-Slot sowie der USB-C-Ladeanschluss.
Der Rahmen des Xiaomi 17 besteht aus Aluminium, die Rückseite allerdings, wie auch bei den Pro- und Ultra-Modellen, aus Kunststoff. Das kann bei Stürzen sogar ein Vorteil sein, da Kunststoff eine dämpfende Wirkung hat, beeinträchtigt aber natürlich etwas den Premium-Eindruck. Was eben ansonsten auffällig ist, sind die kompakten Maße und das verhältnismäßig kleine Display. Da will ich ehrlich sein: Mir sind die 6,3 Zoll im direkten Vergleich mit dem Xiaomi 15T Pro tatsächlich etwas zu klein. Es wird aber auch Anwender geben, die genau das willkommen heißen.
Benchmarks und Leistung
Das Xiaomi 17 nutzt Android 16 mit der Oberfläche HyperOS 3 als Plattform. Ab Werk ist leider auch etwas Bloatware an Bord, wie mein Screenshot unten euch zeigt. Da sind Amazon, Facebook, TikTok, WPS Office, Amazon Music, LinkedIn, Spotify, Opera News, AliExpress, Instagram, Netflix und der hauseigene Mi Store des Herstellers zu nennen. Als kleiner Gag: Ja, ihr könnt mit diesem Smartphone auch telefonieren, was in meinem Testzeitraum problemlos mit sehr guter Audioqualität funktioniert hat.
Freilich habe ich das Xiaomi 17 auch durch einige Benchmarks geschickt. Dazu der Hinweis: Da ich das Smartphone vor dem offiziellen Verkaufsstart testen konnte, waren einige Benchmark-Apps, darunter 3DMark, noch gesperrt. Zudem ist das mit solchen Ergebnissen natürlich so eine Sache. Es handelt sich hier um synthetische Werte, die nicht zwangsweise so viel über die Performance in eurem Alltag aussagen. Immerhin hat man auf diese Weise aber eben ein paar Vergleichswerte.
Um es zusammenzufassen: Das Xiaomi 17 ist dank des Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 schon ein ordentlicher Leistungskracher. Aber: Die Rückseite wird unter Last tatsächlich ziemlich warm – deutlich wärmer als etwa beim Xiaomi 15T Pro, wenn man Spiele betreibt oder anspruchsvolle Apps kombiniert. Eine besonders forsche Drosselung konnte ich aber nicht feststellen, eher lässt es Xiaomi offenbar darauf ankommen, dass mehr Hitze ans Gehäuse abgegeben wird.
HyperOS 3 läuft dabei butterweich und es gibt mittlerweile in Anlehnung an Apple auch eine Art Dynamic-Island am oberen Bildrand, welche das Punch-Hole z. B. bei der Verwendung von Spotify einrahmt. Im System könnt ihr dabei freilich aus verschiedenen Themes wählen, Animationen auf Wunsch deaktivieren oder z. B. zwischen Gestensteuerung und On-Screen-Buttons wechseln. Kurz noch etwas zur Akkulaufzeit: Die ist aufgrund des recht üppigen Akkus und des verhältnismäßig kleinen Screens eindeutig überdurchschnittlich. Im Gegensatz zum Xiaomi 15T Pro, das ich in der Regel nach ein- bis anderthalb Tagen laden muss, ist es mit dem Xiaomi 17 möglich, auch zwei Tage hinzukommen. Hängt aber natürlich extrem von eurer Nutzung ab.
Display und Kamera
Das Xiaomi 17 nutzt ein LTPO-OLED-Display mit adaptiven 1 bis 120 Hz und einer Auflösung von 2.656 × 1.220 Pixeln. Daraus ergibt aufgrund der 6,3 Zoll Diagonale eine hohe Pixeldichte von ca. 460 ppi, was für eine knackscharfe Darstellung sorgt. Die maximale Helligkeit von 3.500 Nits sorgt dafür, dass der Screen auch bei Sonnenlicht sehr gut ablesbar bleibt. Gute Nachricht für Menschen mit empfindlichen Augen: Der Bildschirm nutzt einerseits PWM-Dimming mit hoher Rate von 2.160 Hz. Es gibt aber auch die Möglichkeit, DC-Dimming zu wechseln.
Ihr könnt dabei auch die Settings für Bildwiederholrate und Farbwiedergabe anpassen. Beispielsweise könnt ihr das Umgebungslicht einbeziehen. Bonuspunkte sammelt der Screen bei der Wiedergabe von HDR-Content, denn das sieht verdammt stark auf dem kleinen Screen aus.
In Sachen Kameras kombiniert das Xiaomi 17 eine Weitwinkel-Cam mit 50 Megapixeln und dem Sensor Light Fusion 950 mit eine Telephoto-Cam mit abermals 50 Megapixeln und dem Samsung JN5. Dazu gesellt sich die Ultraweitwinkel-Kamera mit dem OmniVision OV50M als Sensor. Letztere ist das schwächste Glied in der Kette, was man vor allem an den weniger dynamischen Farben sehen kann. Allerdings sind auch die Ultraweitwinkel-Fotos immer noch auf einem hohen Niveau und alles andere als unbrauchbar. Im Übrigen dient der OV50M, wie bei der Ultraweitwinkel-Kamera ,auch als Basis für die Selfie-Kamera an der Vorderseite. Es folgen einige Innenaufnahmen bei relativ schwachem Licht.
Ihr könnt dabei für alle Kameras aus den beiden Modi „Leica Authentic“ oder „Leica Vibrand“ wählen. Ich bevorzuge eindeutig den authentischen Fotos, bei dem die Darstellung in meinen Augen deutlich natürlicher wirkt. Mit diesem Modus habe ich dann auch alle Testfotos geknipst. Selfies können sich, beachtet man in diesem Fall nicht das Motiv, sehen lassen. So zeigen sie natürliche Farben, einen hohen Detailgrad und bei Porträtaufnahmen eine angenehme und saubere Tiefenunschärfe.
Was die Weitwinkel-Fotos betrifft, so wird Xiaomi seine alte Gewohnheit nicht los, Details zu überschärfen. Das fällt besonders bei Objekten im Hintergrund auf, wenn man näher ins Bild hineinzoomt – etwa bei Blättern. Dafür liefert das Xiaomi 17 mit seinem Light Fusion 950 gerade bei abnehmendem Umgebungslicht überraschend scharfe und immer noch detaillierte Aufnahmen. Zudem kommt ein hoher Dynamikumfang zustande, sodass sich die Fotos selbst bei genauerem Mustern am Monitor immer noch sehen lassen können.
Auch Bilder mit der Telephoto-Kamera, siehe oben, sind von guter Qualität, optischer Zoom ohne Verluste ist mit 2,6-facher Vergrößerung möglich. Mit der Telephoto-Cam könnt ihr zugleich auch brauchbare Makro-Fotos aufnehmen. Das macht dann die sinnfreien Makro-Kameras mit lumpigen 2 Megapixeln der Vergangenheit vergessen. Die Telephoto-Cam hat jedoch größere Probleme bei weniger Umgebungslicht, sodass die Details schneller verschwimmen als bei der Weitwinkel-Kamera.
Oben noch einige Fotos mit der Ultraweitwinkel-Kamera. Generell: Neben der omnipräsenten Tendenz zur Überschäfung kehrt eine andere Marotte von Xiaomi auch beim Xiaomi 17 zurück. So überbelichtet die Kamera das Bild fast immer. Lege ich es also auf ein Foto an, das die Lichtverhältnisse möglichst natürlich abbildet, muss ich die Helligkeit deutlich reduzieren. Das kommt dann auch den Farben zugute. Offenbar hat es auch Leica in den letzten Jahren nicht geschafft, den Hersteller von diesem Pfad abzubringen. Schade, denn ansonsten liefert dieses kompakte Flaggschiff wirklich tolle Aufnahmen. Videos sind im Übrigen mit 4K bei 60 fps und mit Dolby Vision oder 8K mit 30 fps in SDR möglich.
Mein Fazit zum Xiaomi 17
Das Xiaomi 17 ist ein kompaktes Android-Flaggschiff, das bestimmt seine Fans finden wird. Kameras und Display sind definitiv auf Flaggschiff-Niveau. Nicht ganz trifft das auf das Design zu, denn die Rückseite aus Kunststoff beeinträchtigt das sonstige Premium-Feeling. Der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 liefert massive Leistung, wobei sich die Rückseite aber deutlich unter Last erwärmt.
Besonders positiv haben mich die langen Akkulaufzeiten überrascht, die wohl aus der Kombination der üppigen Akkukapazität von 6.330 mAh in Kombination mit dem verhältnismäßig kleinen Screen hervorgehen. Das Display bzw. dessen Größe ist aber sicher auch für viele Interessenten der „Make or Break“-Punkt. Mir persönlich ist das Bildschirm am Ende tatsächlich zu lütt, andere werden ihn sicherlich feiern.
Was am Ende des Tages bleibt: Das Xiaomi 17 ist ein Smartphone-Flaggschiff mit klarer Daseinsberechtigung, das zwar weder mit Soft- noch Hardware eine Revolution anzettelt, aber saubere Oberklasse-Qualität bietet und für viele die ideale Größe bieten dürfte.
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6 days ago
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