WiiM Sound Lite im Test: Viel Wumms und Hi-Res

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WiiM hat sich in recht kurzer Zeit vom Geheimtipp für Bastler zum ernstzunehmenden Player im (Multiroom-)Audio-Segment gemausert. Hinter der Marke WiiM steht das Unternehmen Linkplay Technology. Linkplay ist kein Neuling, sondern agierte jahrelang im Hintergrund als Zulieferer. Sie entwickelten die Software-Module und Hardware-Plattformen für viele bekannte Audiomarken (z. B. Harman Kardon, Marshall oder Edifier).

Nach den erfolgreichen Streamern folgt nun mit dem WiiM Sound Lite der nächste Streich: Ein kompakter Aktivlautsprecher, der beweisen will, dass man für ordentlichen Sound kein Vermögen ausgeben muss. Ich habe mir das Teil für euch angeschaut.

„Lite“ heißt hier: Fokus auf das Wesentliche

Der Name „Lite“ kommt nicht von ungefähr. Im Vergleich zum Standard-Modell des WiiM Sound fehlen hier primär zwei Dinge: Das Touch-Display an der Front und die Fernbedienung im Karton. Das ist aber halb so wild, denn die Technik unter der Haube bleibt identisch. Wer seine Musik ohnehin per App steuert, kann hier getrost zur günstigeren Variante greifen. Die Fernbedienung kann man übrigens auch nachkaufen, falls ihr so etwas benötigt, beispielsweise für Sprachbefehle (für euer Smart Home). Das Design ist schlicht und schick – aber eben nicht mehr außergewöhnlich. Ein kompakter Zylinder, oben eine Glasplatte. Der Clou: Dank eines Annäherungssensors leuchten die Bedienelemente erst auf, wenn eure Hand in die Nähe kommt.

Die inneren Werte: 100 Watt und Hi-Res

WiiM klotzt hier ordentlich ran. Ein 4-Zoll-Tieftöner und zwei 1-Zoll-Seidenkalotten-Hochtöner sorgen für ordentlich Dampf. Insgesamt bringt es das System auf 100 Watt Peak-Leistung. Der Sound Lite unterstützt lückenloses High-Res-Audio mit bis zu 24-bit/192kHz. Und ja: Das Ganze ist Multiroom, ihr könnt also mehrere Speaker koppeln und so mehr rausholen – auch als Stereopaar. Generell ist das Ganze nicht nur für Audio brauchbar, sondern auch fürs Heimkino. Es ist sogar möglich, ein 5.1-System zu realisieren, wenn man dann noch ein WiiM Sub Pro verwendet. Was alles geht, könnt ihr hier nachlesen.

Die App

Was WiiM von vielen anderen Herstellern abhebt, ist die Software. Die WiiM Home App ist brauchbar. Das Setup ist in zwei Minuten erledigt, und die App schluckt so ziemlich alles, was man ihr vorwirft: Spotify Connect, Tidal Connect, Amazon Music, Qobuz, Deezer, alles nativ an Bord. Kurioserweise allerdings kein Apple Music, was ich schon im Test des Nicht-Lite bemängelte.

Richtig austoben können sich die Sound-Bastler beim Equalizer. Es gibt nicht nur Standard-Presets, sondern einen parametrischen EQ. Wer es einfacher mag, nutzt AI RoomFit. Dabei wird der Lautsprecher über das Mikrofon eures Smartphones eingemessen, um akustische Schwächen des Raums (wie Dröhnen in der Ecke) auszubügeln. Das funktioniert überraschend gut und sorgt für ein deutlich aufgeräumteres Klangbild.

Anschlüsse und Konnektivität

An Bord ist Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3. Hinten findet ihr zudem einen Ethernet-Port und einen 3,5-mm-AUX-Eingang. Das ist praktisch, wenn man doch mal den PC oder einen Plattenspieler direkt anschließen will.

Ein wichtiger Punkt für die Apple-Fraktion: Auch der Sound Lite verzichtet auf AirPlay 2. Wer also unbedingt über das Apple-Protokoll streamen will, muss zu anderen Produkten schwenken – oder sich die Amp-Produkte anschauen (alternativ einen AirPlay-Empfänger an die Klinke ballern). Bluetooth, Google Cast, Alexa Multiroom und DLNA sind aber natürlich dabei.

Fazit: Kompakt und kräftig

Der WiiM Sound Lite ist für eine UVP von 229 Euro ein Brett. Er ist kompakt genug für das Regal oder den Nachttisch, hat aber genug Power, um auch ein mittleres Wohnzimmer ordentlich zu beschallen. Die Kombination aus Hi-Res-Support und den extrem umfangreichen EQ-Funktionen macht ihn besonders für Leute interessant, die gerne noch das letzte Quäntchen Sound aus ihrem Equipment kitzeln.

Pro:

  • Satter, klarer Sound, wenn justiert.
  • Okaye App mit Streaming-Diensten, leider ohne Apple Music
  • Parametrischer EQ und effektive Raumeinmessung (AI RoomFit).
  • Noch faires Preis-Leistungs-Verhältnis.

Contra:

  • Kein AirPlay 2 Support beim Lite-Modell.
  • Keine Fernbedienung inklusive.
  • Keine Mikrofone und Smart-Home-Assistenten (nur mit FB)

Wer auf das Display verzichten kann und nicht zwingend auf AirPlay angewiesen ist, bekommt hier einen der besseren Smart-Speaker auf dem Markt. Wäre meine Wahl vor jedem Echo – und quasi „nach“ Sonos, wenn man nicht nur im Apple-Universum unterwegs sein will.

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