WiiM Sound im Test: Streaming-Lautsprecher mit Display, tollem Sound und Tücken

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WiiM hat sich in den vergangenen Jahren mit oft fair bepreisten Streamern und Verstärkern einen Namen gemacht. Als Fan von (Audio-)Streaming und Multiroom habe ich da natürlich auch immer ein Auge drauf. Mit dem WiiM Sound wagt sich das Unternehmen nun in das gut gefüllte Becken der All-in-One-Lautsprecher, wo man direkt gegen Platzhirsche antritt.

Optisch kommt der Lautsprecher eher nüchtern daher. Ein Detail ist das kleine, runde 1,8-Zoll-Display auf der Front, das Informationen anzeigt und das Design etwas auflockert. Im Inneren arbeitet ein 4-Zoll-Tieftöner, unterstützt von zwei 1-Zoll-Hochtönern. Die Gesamtleistung wird mit 100 Watt angegeben, wobei das geschlossene Gehäuse für eine kontrollierte Wiedergabe sorgen soll. Auf der Oberseite befindet sich ein Touch-Panel, eine Fernbedienung im Apple-TV-Look liegt ebenfalls bei.

Die Stärke von WiiM liegt laut vieler Nutzer in der Software. Die Einrichtung geht schnell von der Hand, die App läuft stabil und lässt kaum Wünsche offen. Besonders die Raumkorrektur RoomFit verrichtet gute Arbeit. Selbst bei ungünstiger Aufstellung, etwa auf einem hohlen Sideboard oder einer Fensterbank, schafft es die Software, den Klang sauberer zu gestalten. Das System misst sich automatisch ein und liefert hörbare Ergebnisse.

Einen großen Haken gibt es allerdings bei der Konnektivität. Während Spotify Connect, Bluetooth 5.3, Chromecast und ein analoger Eingang vorhanden sind, fehlt AirPlay. Für Nutzer im Apple-Ökosystem, die es gewohnt sind, Musik mal eben vom iPhone auf den Lautsprecher zu werfen, ist das ein Dämpfer. In dieser Geräteklasse ist das Fehlen von AirPlay echt ungewöhnlich. Klar, interessiert keinen, der kein iPhone hat, für mich wäre das eigentlich schon ein Ausschluss-Kriterium, da ich an den AUX keinen externen AirPlay-Empfänger holen würde.

Dabei auch geil zu erwähnen: WiiM unterstützt grundsätzlich zig Audio-Services built-in, quasi wie Sonos, aber auch da fehlt Apple Music, obwohl der Zugriff am Anfang abgefragt wird. Da gilt also: Wer einen der unterstützten Services nutzt, braucht kein AirPlay für das direkte Bespielen, ansonsten wird mangels AirPlay und Apple-Music-Integration Bluetooth fällig. Unverständlich, das bietet Sonos eben schon seit gefühlten 100 Jahren. Ansonsten kurz erwähnt: Alexa wird unterstützt. Aber eben nicht auf Zuruf, denn der WiiM Audio hat keine Mikrofone. Da müsst ihr dann zur Fernbedienung greifen.

Klanglich schlägt sich der WiiM Sound wacker. Er spielt kontrolliert und wird auch bei höheren Lautstärken nicht schrill. Im direkten Vergleich mit teureren Konkurrenten fehlt es bei hochauflösendem Material vielleicht etwas an Pepp in den Höhen, dafür geht das Gerät gnädiger mit schlechterem Quellmaterial um. Internetradio mit niedriger Bitrate klingt hier oft angenehmer und weniger kantig als auf sehr guten Hi-Fi-Systemen. Richtig Laune könnte die Kombination aus zwei Geräten als Stereo-Paar machen, ein Koppeln ist nämlich möglich.

Am Ende bleibt ein grundsätzlich gutes Bild. Die Hardware ist solide, der Sound macht richtig Spaß, die Software ist gut und die Bedienung kinderleicht. Wer ohne AirPlay auskommt und einen unkomplizierten (Multiroom-fähigen) Streaming-Lautsprecher sucht, der einfach funktioniert und dabei ordentlich klingt, macht hier wenig falsch. Man muss aber bereit sein, 349 Euro zu investieren. Da bin ich ganz ehrlich: Touch-Display, Display und Fernbedienung sowie Software und Sound bieten mir da nicht genug Anreize. Da greife ich dann eher zum Era 300, wenn der im Angebot ist. Ansonsten wäre WiiM tatsächlich mit unter meinen Favoriten, wenn ich bezüglich Sound noch einmal durchstarten müsste.

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