Bei Google-Suchen werden mit KI erzeugte Antworten ganz oben angezeigt, vor den Links. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sieht dadurch die Meinungsbildung gefährdet.
Aktualisiert am 24. September 2025, 8:24 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, ces
Medienstaatsminister Wolfram Weimer sieht den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bei Google als Gefahr für Medienvielfalt und Meinungsbildung. In einem Livepodcast des Nachrichtensenders n-tv warnte er, dass die Dominanz der Plattform "so tief" in das Mediensystem eingreife, dass man sich fragen müsse: "Wollen wir das ernsthaft so laufen lassen?"
Google zeigt in seiner Suchmaschine seit einigen Monaten Zusammenfassungen und Antworten zu Nutzeranfragen an, die mithilfe einer eigenen KI generiert wurden, und zwar vor den gewohnten Links.
"Google hat das Internet neu erfunden"
Weimer kritisierte, dass Google seine KI "mit einem enormen Kapitaleinsatz" implementiert habe und damit "in gewisser Weise das Internet neu erfunden" habe. Die KI erzeuge Antworten auf Basis großer Datenmengen, die Google "durch einen Raubzug über die komplette Informationslandschaft dieses Erdballs" gewonnen habe. Dadurch beschleunige der Konzern den Konzentrationsprozess seiner Plattform und schränke die Vielfalt an frei zugänglichen Informationen ein.
Weimer hatte Google in der Vergangenheit schon mehrmals deutlich kritisiert, eine Digitalabgabe angekündigt und zuletzt sogar gefordert, das Unternehmen zu zerschlagen. Die Marktmacht von Google bringe dem Konzern nicht nur besonders viel Profit ein, sie gefährde auch die Demokratie in Deutschland.
Einige Websitebetreiber kritisierten, dass durch Googles KI-Überblicke weniger Nutzer über die Suchmaschine auf ihre Seiten gelangten und ihnen so Werbeeinnahmen entgingen. Google konterte, die Überblicke seien bei Nutzern beliebt, außerdem würden dabei viele verschiedene Quellen berücksichtigt. Mit der Neuerung reagierte der Konzern auch auf Konkurrenz durch Konkurrenten, die Nutzern direkte Antworten statt Links ausgeben.



