LemonSwan ist eine Online-Dating-Plattform aus Hamburg. Sie schreibt sich selbst einen Fokus auf Qualität statt Quantität bei der Partnervermittlung auf die Fahnen. Der Fokus soll auf Seriosität und echten Beziehungen liegen. Deswegen müssen z. B. alle Anwärter Persönlichkeitstests durchlaufen. Angeblich lehnt man sogar viele potenzielle Mitglieder ab. Doch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) prüft nun eine mögliche Sammelklage gegen LemonSwan. Man spricht in deutlichen Worten von "Abzocke".
Demnach wurden von Januar 2024 bis Juli 2026 über 750 Beschwerden über LemonSwan bei den Verbraucherzentralen eingereicht. Das Beschwerdeaufkommen habe sich in den ersten 7 Monaten des Jahres 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar verdoppelt. Der Ärger dreht sich dabei um die kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft, ohne die man bei der Dating-Plattform im Grunde ohnehin nichts anfangen kann.
Stein des Anstoßes ist ein angebotenes Starterpaket. Offenbar haben viele Betroffene den eigentlichen Preis dafür erst nach der Bestellung klar eingesehen. Andere sprechen davon, das mit 139,95 Euro nicht unbedingt günstige Paket nie bewusst bestellt zu haben. Trotz sofortigen Widerrufs sollten sie zahlen. Wer die Zahlung verweigert, erhält teilweise kurz darauf Post vom Inkassounternehmen Pair Finance.
Der vzbv will die Lage nun genauer prüfen und bittet Betroffene daher um Rückmeldungen - siehe dieser Link zum Verfahren. Der Aufruf richtet sich an alle, die bei LemonSwan eine Premium-Mitgliedschaft erworben haben und mit zusätzlichen Kosten konfrontiert wurden. Sollte eine Sammelklage angestoßen werden, würde es darum gehen, die mutmaßlich unnötig gezahlten Beträge zurückzufordern.
LemonSwan und die Verbraucherschützer geraten dabei nicht zum ersten Mal aneinander. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat 2026 bereits zwei Unterlassungsklagen gegen LemonSwan eingereicht. Auch die betrafen das Starterpaket, den Umgang mit dem Widerrufsrecht sowie aus Sicht der Verbraucherzentrale irreführende Werbung. Da sollte man sich also wohl gut überlegen, ob die Nutzung sich wirklich lohnt.
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1 month ago
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