Stand: 16.06.2026, 09:05 Uhr
Von: Clara Dzemla
Trumps Vize JD Vance hat Details über das Abkommen der USA mit dem Iran bekannt gegeben. Demnach verpflichtet sich der Iran, sein Uran abzubauen.
Teheran/Washington, D.C. – Donald Trump hat am Wochenende ein Friedensabkommen mit dem Iran verkündet. Was genau in diesem „Memorandum of Understanding“ (MOU) steht, ist weiterhin unklar. Der Text des Abkommens soll erst am Freitag (19. Juni) veröffentlicht werden. Doch Trumps Vize, JD Vance, hat am Dienstag (16. Juni) im Interview mit NBC News und CNN neue Details über das Abkommen preisgegeben. Laut Vance handelt es sich um ein „sehr allgemeines Dokument“ mit etwa eineinhalb Seiten. Die Details sollen laut Vance in einer 60-tägigen „technischen Verhandlungsphase“ geklärt werden, die nach der offiziellen Unterzeichnung am Freitag beginne.

Zentrales Thema zwischen den USA und dem Iran ist die Gefahr einer Atombombe durch das angereicherte Uran. Laut Vance haben sich die USA und der Iran darauf verständigt, dass der Iran sein angereichertes Uran abbaut und sich „langfristig zu einem überprüfbaren Plan verpflichtet, der dazu führt, dass sie keine Atomwaffen mehr besitzen“. Dabei wollten ihm die USA und die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) helfen. Der Iran habe zugestimmt, Inspektoren der IAEO ins Land zu lassen. Es gebe jedoch noch kein genaues Datum hierfür, das sei Teil der weitergehenden Verhandlungen.
Trumps Deal verspricht Belohnungen für Iran – diese Voraussetzungen muss der Iran erfüllen
Der Vizepräsident gab gegenüber CNN zu, dass im zu unterzeichnenden „Memorandum of Understanding“ viele der mündlichen Absprachen nicht im Detail festgehalten sind. Das MOU schaffe jedoch einen Rahmen, der dem Iran Anreize biete, sich an die Vereinbarungen zu halten. Demnach soll der Iran eine „vollständige Umgestaltung ihrer Wirtschaft“ erhalten und die Sanktionen sollen aufgehoben werden, wenn der Iran folgende Voraussetzungen erfüllt:
- Vernichtung der Bestände an angereichertem Uran
- Langfristige Verpflichtung, keine Atomwaffen zu besitzen
- Einsatz für Frieden und Stabilität in der Region, keine Finanzierung terroristischer Organisationen
- Schaffung der Voraussetzungen für Investitionen in ihrem Land
Wir haben sozusagen ein System eingerichtet, mit dem wir die Iraner für gutes Benehmen belohnen können“, so Vance bei NBC. Bevor diese Voraussetzungen nicht erfüllt seien, würden die Sanktionen nicht gelockert werden. Neben diesen Vorteilen, die die USA in Aussicht stellen, gebe es einen Wiederaufbaufonds in Höhe von 300 Milliarden Dollar, der von den Golfstaaten finanziert werde. „Kein einziger Cent kommt aus den USA“, betonte Vance bei NBC. Was der Iran machen müsse, um dieses Geld zu erhalten, sei Sache der Golfstaaten. Er betonte in beiden Interviews wiederholt, dass Iran sich „wie ein normales Land“ benehmen solle und im Gegenzug auch so behandelt werden würde.
JD Vance: Straße von Hormus soll gebührenfrei nutzbar bleiben – Iran widerspricht
Vance wurde bei NBC außerdem gefragt, ob die Straße von Hormus gebührenfrei nutzbar sein wird. Der Iran hatte zuvor angekündigt nach einer 60-tägigen Frist Gebühren erheben zu wollen. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Der Text der Einigung sei im letzten Moment geändert worden, „um die Frage der iranisch-omanischen Souveränität über die Straße von Hormus klar und ausdrücklich hervorzuheben“. Vance wich diesem Punkt weitgehend aus und betonte stattdessen, dass die Straße von Hormus während der 60-tägigen Verhandlungsphase gebührenfrei offen bleibe und bereits jetzt Schiffe durch die Meerenge fahren würden.
Wie Vance und ein hochrangiger US-Vertreter laut Welt bestätigten, ist das Abkommen zwischen den USA und dem Iran bereits online signiert. Demnach haben Trump, Vance und der iranische Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf ihre Unterschrift gegeben. Eine Bestätigung aus Teheran gab es dafür nicht. Trump hat angekündigt, dass diese Zeremonie in Europa stattfinden soll, möglicherweise im schweizerischen Genf. Der Iran und die USA treffen unterschiedliche Aussagen zum Inhalt des Abkommens. Ohne den Text können keine dieser Aussagen geprüft werden. (Quellen: Fars, NBC, CNN, Welt) (cdz)



