Der US-Präsident will Venezuela bis auf Weiteres unter US-Vorherrschaft stellen. Zudem sollten US-Unternehmen in dem Land Erdöl fördern, kündigte Trump an.
Aktualisiert am 3. Januar 2026, 18:46 Uhr
Nach dem Angriff auf Venezuela und der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro wollen die USA bis auf Weiteres die Regierungsgeschäfte in dem Land übernehmen. Das kündigte US-Präsident Donald Trump in einer Pressekonferenz an.
"Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und vernünftigen Übergang durchführen können", sagte Trump in seinem privaten Anwesen in Mar-a-Lago in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. Die US-Regierung könne nicht das Risiko eingehen, dass ein anderer Akteur Venezuela übernimmt. Nach eigenen Angaben will Trump "Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit" für die Menschen in Venezuela.
Zudem kündigte Trump an, dass die USA ihre "großen US-Ölunternehmen nach Venezuela schicken" werden. In Venezuela könnte deutlich mehr Öl gefördert werden, als zurzeit gefördert wird, sagte Trump. Dafür würden US-Ölkonzerne Milliarden Dollar investieren, um die laut Trump "schwer beschädigte" venezolanische Öl-Infrastruktur zu modernisieren. Ziel sei es, das Land wirtschaftlich wiederaufzubauen.
Eine Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten werde Venezuela "reich, unabhängig und sicher" machen, sagte Trump. Laut Trump würden Millionen Venezolaner im Exil – auch in den USA –von den geplanten Maßnahmen profitieren.
US-Militär wäre für zweiten Angriff bereit
Wenn nötig, sei das US-Militär bereit, einen zweiten Angriff auf Venezuela zu starten, sagte Trump weiter. Zurzeit gehe er aber nicht davon aus, dass ein weiterer Angriff notwendig sei. Laut Trump befinden sich Maduro und seine Frau Cilia Flores auf einem Schiff, welches in Richtung New York fährt.
Maduro und seine Frau würden nun "der ganzen Macht der amerikanischen Justiz gegenüberstehen und auf amerikanischen Boden vor Gericht gestellt werden", kündigte Trump an. Er warf dem venezolanischen Ex-Machthaber vor, "mit riesigen Mengen illegaler Drogen" ein "unermessliches Leid und menschliche Zerstörung im ganzen Land, insbesondere in den Vereinigten Staaten, verursacht" zu haben. Zudem habe Maduro "brutale und mörderische Banden" in die USA ausgesandt, um "amerikanische Gemeinden im ganzen Land zu terrorisieren".
Während Maduros Gefangennahme wurde laut Trump kein US-Soldat getötet. Der Präsident sprach von einer der "beeindruckendsten, wirksamsten und mächtigsten Demonstrationen der militärischen Stärke" der USA. Die venezolanische Armee sei "völlig überwältigt" worden. Während der Operation habe das US-Militär keine Ausrüstung verloren.
Die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hat mittlerweile gefordert, dass Edmundo González Urrutia die Präsidentschaft des Landes übernehmen solle. Der im spanischen Exil lebende González habe die Präsidentenwahl vor eineinhalb Jahren gewonnen und sollte sein verfassungsmäßiges Amt nun unverzüglich antreten, heißt es in einer Mitteilung Machados auf der Plattform X. Für die Opposition sei nun die Zeit gekommen, Venezuela zu regieren, schrieb Machado. Sie rief die Streitkräfte des Landes dazu auf, González als Oberbefehlshaber anzuerkennen.
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