USA planen Iran-Kampagne nach der Wahl

6 days ago 5

Trotz tausender Angriffe und einer Seeblockade: Seine Ziele im Krieg den Iran hat US-Präsident Donald Trump nicht erreicht. Dennoch ist es seit einiger Zeit ruhig, was Drohungen gegen Teheran betrifft. Auch größere Angriffe der US-Truppen sind ausgeblieben.

US-Medien berichteten zuletzt, dass Trumps Regierung und regionale Vermittler neue Anstrengungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts unternommen hätten, in die US-Vizepräsident JD Vance federführend involviert sei.

Gleichzeitig halten sich hartnäckig Spekulationen, dass Trump den Konflikt vor den wichtigen Midterms in den USA am nächsten Dienstag nicht eskalieren, sondern erst danach wieder zuschlagen lassen will. Der Iran-Krieg und die damit verbundenen massiv gestiegenen Spritpreise gelten als einer der Hauptgründe, warum Trumps Republikanern bei den Midterms eine schwere Niederlage droht.

Trump-Regierung soll Golfstaaten über Iran-Pläne informiert haben

Befeuert wird dies nun durch Medienberichte, denen zufolge Trump sich vom Befehlshaber der US-Truppen im Nahen Osten persönlich habe beraten lassen, welche militärischen Optionen gegen den Iran noch vorhanden sind.

Bei einem seltenen Treffer dieser Art im Weißen Haus in Washington habe der Chef des US‑Regionalkommandos Centcom, Admiral Brad Cooper, mit dem Präsidenten darüber gesprochen, schreibt das „Wall Street Journal“.

Die Zeitung berichtet weiter, die Trump-Regierung habe die Golfstaaten bereits darüber informiert, dass sie sich nach den Zwischenwahlen auf eine kurze, intensive Kampagne vorbereiten sollten.

Das Pentagon habe in den vergangenen Wochen die Grundlagen für neue Bombardements geschaffen, indem es zusätzliche Luftverteidigungssysteme, Munition und Nachschub in den Nahen Osten verlegt habe, heißt es in dem Bericht weiter. Außerdem habe es einige Truppen von Stützpunkten abgezogen, die bei iranischen Gegenschlägen als besonders gefährdet gelten.

Das Nachrichtenportal „Axios“ berichtet ebenfalls gestützt auf US-Beamte, Coopers Briefing für den Präsidenten habe sich auf die US-Seeblockade gegen iranische Häfen und Küstengebiete fokussiert. Trump wollte demnach vom Centcom-Chef persönlich erfahren, ob die Blockade funktioniere. Cooper habe Trump auch mit Blick auf den Einsatz in der Straße von Hormus auf den neusten Stand gebracht.

Die US-Marine begleitet seit Monaten zivile Schiffe durch die Meerenge, um den Handel mit Öl und Flüssiggas wieder zu ermöglichen. Laut dem Bericht ging es bei dem Gespräch auch um die wirtschaftliche Druckkampagne der USA gegen den Iran.

Beide US-Medien berichten übereinstimmend, dass auch Generalstabschef Dan Caine, Verteidigungsminister Pete Hegseth und weitere Kabinettsmitglieder sowie der Sonderbeauftragte des Weißen Hauses, Steve Witkoff, an dem Treffen teilnahmen.

Die Situation in der Straße von Hormus gilt seit Längerem als einer der zentralen Streitpunkte zwischen Washington und Teheran. Iranische Streitkräfte intensivierten in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf Schiffe in der für den weltweiten Ölhandel zentralen Meerenge. Teheran will Trump so vor den Kongresswahlen mit steigenden Energiepreisen weiter unter Druck setzen.

Zu den Verhandlungen schreibt das Nachrichtenportal, eine von Katar angeführte Gruppe regionaler Vermittler versuche, die USA und den Iran dazu zu bewegen, eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen nach den Zwischenwahlen abzuwenden, um eine diplomatische Lösung zu finden. „Die Vermittlung befindet sich in einem sehr sensiblen Stadium“, sagte demnach eine mit den Gesprächen vertraute Quelle aus dem Nahen Osten.

Der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, sagte CNN am Donnerstag, die USA und der Iran seien einer Vereinbarung zur Deeskalation der Spannungen „sehr nahe“.

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