UK als erstes G7-Land gegen Russlands LNG

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Stand: 17.06.2026, 12:23 Uhr

Von: Nils Thomas Hinsberger

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Großbritannien sanktioniert als erstes G7-Land russische LNG-Tanker. 70 neue Maßnahmen sollen Putins Kriegswirtschaft und Schattenflotte treffen.

London – Großbritannien erhöht den Druck auf Russlands Wirtschaft. Mit einem neuen Sanktionspaket will die Regierung von Premier Keir Starmer in London gegen das „dubiose Netzwerk“ von Russlands Machthaber Wladimir Putin vorgehen, heißt es auf der Regierungswebseite. Im Zuge des G7-Gipfels in Frankreich stellt die Regierung 70 neue Sanktionen gegen die russische Schattenflotte, militärische Beschaffungsketten und „illegale Finanznetzwerke zur Umgehung von Sanktionen“ vor.

Putin vor einem LNG-Tanker

Putins LNG-Handel wird zum Ziel von Sanktionen aus Großbritannien. (Symbolbild) © Ramil Sitdikov/Friedemann Kohler/dpa (Montage)

Grund für die neuen Sanktionen seien die jüngsten Angriffe Russlands gegen die Ukraine. Erst am Mittwoch (15. Juni) hatten russische Luftangriffe zu Bränden im bekannten kiewer Höhlenkloster geführt. London holt in seinem Sanktionspaket zu einem G7-Erstschlag aus. Denn die Sanktionen sollen auch neue russische LNG-Tanker betreffen, die bislang weitgehend verschont geblieben sind.

Wegen Ukraine-Krieg: London nimmt Putins Gas ins Visier – LNG-Tanker auf Sanktionsliste

„Großbritannien ist das erste G7-Land, das mehrere Flüssigerdgas-Schiffe (LNG) sanktioniert, die Russland kürzlich mit großem Aufwand erworben hat, um das sanktionierte russische Projekt Arctic LNG 2 zu bedienen“, heißt es in der Ankündigung der britischen Regierung. Premierminister Starmer sieht darin einen entscheidenden Schlag gegen die russische Kriegswirtschaft. „Diese Sanktionen zielen auf die Schiffe, das Geld und die Akteure ab, die Russlands Kriegswirtschaft stützen und damit die europäische Sicherheit bedrohen“, so der Regierungschef.

Sanktioniert werden insgesamt drei LNG-Tanker, die im Verdacht stehen, russisches Flüssiggas an Drittstaaten geliefert zu haben. Zu den Schiffen „Kosmos“, „Merkuriy“ und „Luch“ heißt es in einer Sanktionsankündigung, dass der hinreichende Verdacht bestehe, die Schiffe seien an einer Aktivität beteiligt, „deren Ziel oder Wirkung darin besteht, die Ukraine zu destabilisieren oder die territoriale Integrität, Souveränität oder Unabhängigkeit der Ukraine zu untergraben oder zu bedrohen“.

Putins Kriegswirtschaft im Mittelpunkt: Auch EU will gegen LNG aus Russland angehen

Großbritannien gilt als Vorreiter bei den Maßnahmen gegen die russischen LNG-Tanker. Doch auch die EU scheint langsam in Fahrt zu kommen. Vergangene Woche (9. Juni) hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das 21. Sanktionspaket gegen Russland im Ukraine-Krieg vorgestellt. Darin soll es auch um russische LNG-Lieferungen gehen.

Weitere Sanktionen im neuen Paket sollen sich gegen die Schattenflotte, den Ölhandel, Finanzdienstleister, Kryptowährung und andere Ausfuhren richten. „Sanktionen haben Russland effektiv von den globalen Kapitalmärkten abgeschnitten. Die russische Wirtschaft verlangsamt sich massiv. Das Wachstum ist träge – bestenfalls“, so von der Leyen. „Unsere konsequente Anwendung der Sanktionspakete zahlt sich also aus. Heute legen wir das 21. Sanktionspaket vor. Wir konzentrieren uns auf die Sektoren mit den größten Auswirkungen: Energie, Finanzdienstleistungen und Krypto, Handel – erstmals auch Fischerei – und wir verbieten die Einreise ehemaliger russischer Kombattanten in die Europäische Union.“

Russisches LNG fließt weiter in die EU

Doch trotz aller Sanktionen fließt weiter russisches Gas nach Europa. Im Mai berichtete die Umweltschutzorganisation Urgewald, dass zwischen Januar und April 17,2 Prozent mehr Flüssiggas aus Russland in die EU geflossen seien, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

„Europa hat in den ersten vier Monaten eines Jahres, seit Putin das Projekt 2017 (Yamal-LNG-Projekt, Anm. d. R.) ins Leben gerufen hat, noch nie so viel LNG aus Yamal importiert“, sagte Sebastian Rötters, Sanktionsaktivist bei Urgewald. „Drei Monate in Folge ging jede Yamal-Ladung, die ihr Ziel erreichte, nach Europa. Das zeigt, dass Europa Russlands arktisches LNG-Geschäft am Leben erhält.“ (Quellen: Regierungswebseite Großbritannien, Sanktionsankündigung, Erklärung Ursula von der Leyen, Urgewald) (nhi)

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