
Ugreen hat mittlerweile in fast allen Bereichen des Zubehörmarktes Fuß gefasst und bietet bekanntlich auch NAS-Lösungen an. Im Rahmen der CES wurde im Januar bestätigt, dass die neuen KI-gestützten NAS-Systeme im März auf Kickstarter an den Start gehen werden.
Das Ganze kommt mit einer gewissen Verzögerung, denn eigentlich sollten die Geräte bereits im vergangenen Jahr erscheinen. Technisch gibt es daher keine großen Überraschungen für diejenigen, die die ursprüngliche Ankündigung aus dem Mai 2025 noch im Kopf haben. Man darf sich durchaus fragen, warum ein so großes Unternehmen den Weg über Kickstarter wählt, inklusive Boni für Vorbesteller, aber das ist wohl der gewählte Weg.

Technisch setzen das neue NASync iDX6011 und die Pro-Version auf aktuelle Intel-Core-Ultra-Prozessoren und richten sich vor allem an Nutzer, die KI-Funktionen direkt auf dem Speicher nutzen wollen. Die Pro-Variante wird von einem Intel Core Ultra 7 255H angetrieben. Diese bietet 16 Kerne, 16 Threads und taktet mit bis zu 5,1 GHz. Mit 96 TOPS Rechenleistung übertrifft er den kleineren Bruder deutlich. Das Basissystem muss mit einem Intel Core Ultra 5 125H auskommen, der 14 Kerne und 18 Threads bei 4,5 GHz bietet.
Beide Modelle stellen Platz für sechs SATA-Laufwerke und zwei M.2-SSDs bereit, was eine maximale Speicherkapazität von 196 TB ermöglicht. Der Arbeitsspeicher ist beim Pro-Modell fest auf 64 GB LPDDR5x verlötet, während man bei der Basisversion die Wahl zwischen 32 GB und 64 GB hat. Für die Netzwerkanbindung sorgen zwei 10-Gigabit-Ethernet-Ports.

Dazu gesellen sich zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse mit Übertragungsraten von 40 Gbit/s sowie ein HDMI-Ausgang mit 8K-Support. Das Pro-Modell bietet exklusiv noch einen OCuLink-Port und ein 3 Zoll (ca. 7,6 cm) großes Display. Das ist alles richtig, richtig fett! Wobei mir der Bildschirm bisher eher wenig Mehrwert gebracht hat. Ja, ich sehe ein paar Infos, das war es aber auch schon. Könnte ich drauf verzichten.
Die Software bringt diverse KI-Funktionen mit, insbesondere für die Fotoverwaltung. Eine integrierte Bilderkennung sortiert Aufnahmen lokal und ohne Cloud-Zwang nach Objekten, Personen und Texten. Auch Duplikate werden erkannt, und ein AI-Chat gibt Auskunft über die gespeicherten Inhalte. Das Gehäuse ist aus Aluminium gefertigt und besitzt einen magnetischen Staubfilter.
Ein Hydrauliklüfter soll die Lautstärke dabei in einem Rahmen zwischen 29 und 34 Dezibel halten. Das funktioniert auch bei mir recht gut, dennoch würde ich nicht direkt daneben arbeiten wollen, wenn ich keine Musik höre. In einem ruhigen Raum geht mir auch leichtes Surren auf den Sack, da bin ich extrem empfindlich, da grüßt meine Misophonie.
Als Betriebssystem kommt UGOS Pro zum Einsatz, das verschiedene RAID-Level und Docker-Container unterstützt. Wer möchte, kann aber auch alternative Systeme installieren, zumindest war es bei den meisten Systemen vorher der Fall.

Der Einbau der Platten ist super simpel, keine Schrauben, nichts. Einklippen, einrichten – fertig. Zur Einrichtung ist zu sagen: Das System unterstützt die gängigen RAID-Level 0, 1, 5, 6 und 10. Das Betriebssystem UGOS Pro unterstützt zum Testzeitpunkt kein ZFS. Stattdessen setzt UGREEN auf klassische RAID-Konfigurationen über das Linux-basierte System. Es gibt Btrfs und ext4. Verschlüsselung der Volumes wie bei Synology ist nicht möglich, dafür gibt es einen Tresor, den ich aber nicht so gut finde.
Auf die Software von UGreen gehe ich im ersten Blick nicht ein, das ist same same zu meinen anderen Berichten. Leider kein natives Plex oder so, da geht man dann über Docker. Aber hey, Hardware-Transcoding. Hatte ganz vergessen, das separat in Plex einzustellen, und war dann erst genatzt, weil ein Film mit hoher Bitrate stotterte. Naja, das gilt für andere Apps auch, alles rein in Docker, Jellyfin und so.
Neu ist dann halt die lokale KI, wobei man auch seinen OpenAI-API-Key hinterlegen könnte oder einen Cloud-Zugriff gewähren. Einige Modelle kann man runterladen, bislang ist eine eigene Auswahl nicht möglich. Die KI hilft eigentlich bei allen möglichen Dingen auf dem NAS, alles, was sich eben auf eure Daten bezieht.

Letzten Endes müssen die Daten dann aber auch an die Ugreen-Apps angebunden sein, wer Immich nutzt, bekommt keine Fragen zu seinen Bildern beantwortet, ebenso sieht das bei Medien wie Filmen und Musik aus. Bisschen lahm: Man kann in der KI-Suche sonst nicht nach Dateien suchen, da muss man dann die klassische Suche nutzen. KI-Geraffel zieht halt Dampf, weshalb ihr auch alle möglichen Modelle separat bestätigen müsst.
Letzten Endes wirkt das Ganze auf mich aber noch etwas unfertig. Ich war viel mit Suchen, weniger mit dem Finden beschäftigt. Aber hey, früher Status, Vorabgerät. Da müssen die Entwickler aber noch einmal ran. Wenn das aber alles klappt, wie in den Demos, dann wird das sicher interessant. Prinzipiell kann man ja schon viele Inhalte auf Rechnern mittels KI finden, ohne dass groß Rechenleistung oder zig GB für Modelle vorhanden sein müssen.


Ansonsten zur Software: Ugreen hat ne tolle mobile App, da können sich alle eine Scheibe abschneiden. Mittlerweile ist sogar ein Sprachrekorder bei, der dann auf dem NAS transkribiert und so. Aber hey, das kann euer Smartphone vermutlich auch so. Aber schön, dass es Lokales gibt – wie auch ein Office.
Hier einfach mal ein paar Screenshots dazu:

Und ansonsten, bisher? Das UGREEN iDX6011 Pro erinnert mich bei der gebotenen Konnektivität eher an eine ausgewachsene Workstation als an ein klassisches NAS. Im Hinblick auf das Netzwerk stehen gleich zwei 10GbE-Ports zur Verfügung, was den Datentransfer im lokalen Netz, etwa bei der Videobearbeitung, ordentlich beschleunigt. Und ja, das klappt auch richtig gut, wird aber durch mechanische Festplatten teils gebremst.

Wer den Speicher direkt anbinden möchte, nutzt die zwei Thunderbolt-4-Schnittstellen. Damit fungiert das Gerät quasi als auf Wunsch Hybrid und lässt sich wie ein DAS direkt an PC oder Mac betreiben. Wichtig zu wissen dabei: Das arbeitet dann als Thunderbolt Networking (IP over Thunderbolt): Wenn man den PC oder Mac über Thunderbolt mit dem NAS verbindet, wird eine extrem schnelle Netzwerkverbindung zwischen den beiden Geräten aufgebaut (ähnlich wie ein virtuelles 10GbE- oder sogar 20GbE-Kabel). Damit könnt ihr dann Daten aufs NAS oder vice versa schaufeln. Und der Rechner wird auch noch dabei geladen. Aber ihr habt keine klassische Festplatte, sondern eben eine Netzwerkverbindung. Geilo!
Eine echte Besonderheit stellt der OCuLink-Port dar, über den sich externe Grafikkarten anschließen lassen, sollte die interne Leistung für Transkodierung oder KI-Anwendungen mal nicht reichen. Intern ist zudem noch Platz für Erweiterungskarten im PCIe Gen4 x8 Slot.

An Peripherie wurde ebenfalls gedacht, so finden sich diverse USB-A und USB-C Anschlüsse nach USB 3.2 Gen 2 Standard am Gehäuse. Ein SD-Kartenleser an der Front dürfte Fotografen für den schnellen Import gefallen. Über HDMI 2.1 lässt sich das System auch direkt am Monitor oder Fernseher nutzen, das kennen Ugreen-NAS-Nutzer ja sicher.
Für mich macht Ugreen derzeit viel richtig. Viele fragen da ja immer zum Vergleich mit Syno oder so. Schwer! Nutzt man viele Synology-Apps intensiv? Active Backup for Business, Hyper Backup usw.? Diese Apps werden auf dem Ugreen-NAS definitiv fehlen. UGOS (Pro) hat sich zwar stark verbessert und ist recht benutzerfreundlich, aber die Synchronisierung und Datensicherung sind noch verbesserungsbedürftig. Wer aber mit Docker arbeiten möchte, kann die Lücke zwischen den UGOS-App-Angeboten und Synology DSM schließen und die überlegene Hardware von Ugreen nutzen. Sodele, das zum ersten Blick auf das NAS, mal schauen, was ich noch so beobachte.

| Speicher & Laufwerke | |
| Maximaler Speicher | 196TB (30TB x6 + 8TB x2) |
| SATA Laufwerksschächte | 6x |
| M.2 SSD Slots | 2x |
| Systemlaufwerk | 128GB SSD |
| RAID-Modi | JBOD, Basic, RAID 0, 1, 5, 6, 10 |
| Prozessor & RAM | |
| Prozessor | Intel Core Ultra 7 255H (16 Cores, 18 Threads, bis 5.1 GHz) |
| KI-Leistung | 96 TOPS |
| TDP | 28W |
| Arbeitsspeicher (RAM) | 64GB LPDDR5/x |
| Anschlüsse & Erweiterung | |
| Netzwerk (LAN) | 2x 10GbE Ports |
| Thunderbolt™ 4 | 2x (40Gb/s) |
| USB Ports | 2x USB 3.2, 2x USB 2.0 |
| PCIe Erweiterung | 1x PCIe x8 |
| OCuLink Port | 1x |
| Videoausgang | HDMI (8K Support) |
| SD-Kartenslot | SD 4.0 x1 |
| System & Features | |
| Betriebssystem | UGOS Pro |
| Display | LCD Display 3.0 |
| Software-Support | Docker, UPS Support |
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3 weeks ago
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