Ugreen NASync DXP6800 Ultra im Test

1 week ago 14

Ugreen NASync DXP6800 Ultra im Test

Wer hier regelmäßig mitliest, der weiß: Ich habe ein Faible für Netzwerkspeicher, lokales Sichern und Self-Hosting. Nach dem kleineren DXP2800 GT und dem All-Flash-Modell DXP480T Plus steht mit dem DXP6800 Ultra nun das Sechs-Bay-Modell von Ugreen bei mir testweise im Regal.

Die Eckdaten lesen sich auf dem Papier ordentlich: Intel Core 5, Thunderbolt 4, zwei 10-GbE-Ports und Platz für sechs Festplatten. Das sind Spezifikationen, für die man bei Synology oder QNAP meist deutlich tiefer in die Tasche greifen muss. Ich habe das NAS in den vergangenen Wochen im Alltag genutzt. Was die Kiste taugt und an welchen Stellen es noch hakt, fasse ich euch hier zusammen.

Aufbau, Gehäuse und Anschlüsse

Beim Auspacken merkt man direkt das Gewicht. Das DXP6800 Ultra ist ein solider Kasten. Das dunkelgraue Gehäuse aus Aluminium ist ordentlich verarbeitet, da klappert oder wackelt nichts. Optisch passt das Gerät gut auf den Schreibtisch oder ins Regal. NAS halt.

Vorn sitzen die sechs Laufwerksschächte. 3,5-Zoll-Festplatten lassen sich ohne Werkzeug in die Schlitten einsetzen, bei 2,5-Zoll-SSDs muss man kurz schrauben. Praktisch für Büros oder Haushalte mit Kindern: Die Einschübe lassen sich mit einem kleinen Schlüssel verriegeln. Vorne gibt es zudem einen SD-Kartenleser und gut erreichbare USB-Anschlüsse.Zählpixel

Ugreen NASync DXP6800 Ultra im Test

Auf der Unterseite sitzt eine Klappe für zwei M.2-NVMe-SSDs. Die nutzt man vielleicht gern als schnellen Speicherpool für Docker-Container oder als Cache. Direkt daneben liegen die RAM-Steckplätze. Ab Werk stecken leider nur 8 GB DDR5-RAM drin, aufrüstbar auf bis zu 64 GB. Auf der Rückseite sitzen zwei große Lüfter. Im normalen Betrieb bleiben sie erfreulich leise. Unter Last drehen sie natürlich hörbar auf, bleiben aber im Rahmen. Was eher nervt bei sechs verbauten Platten, ist das Gerödel im aktiven Modus. In meinem kleinen Arbeitszimmer ist das auf Dauer nichts, aber ich bin über die Jahre empfindlicher geworden.

Hardware und Schnittstellen: Intel Core 5 und Thunderbolt 4

Herzstück ist ein Intel Core 5 Prozessor 120U. Für reine Dateifreigaben ist das fast schon überdimensioniert, wer aber Virtualisierung oder viele parallele Container plant, freut sich über die Reserven. Interessant sind die rückseitigen Schnittstellen: Neben zwei 10-GbE-Ports für schnellen Netzwerkbetrieb spendiert Ugreen dem Gerät gleich zwei Thunderbolt-4-Buchsen.

Damit lässt sich das NAS direkt per Thunderbolt-Kabel an den Mac oder PC hängen. Die Verbindung läuft über IP-over-Thunderbolt. Im Test habe ich Übertragungsraten von bis 2.000 MB/s erreicht. Wer größere Videodateien direkt auf dem Speicher bearbeiten will, spart sich damit den Umweg über langsame Netzwerkverbindungen. Dazu kommt noch ein freier PCIe-4.0-x4-Steckplatz für Erweiterungskarten.

Software: UGOS Pro bietet mittlerweile mehr

Bei der Hardware gibt es wenig zu meckern, die Software ist allerdings ein anderes Thema. Ugreen setzt auf das Debian-basierte UGOS Pro.

Ugreen NASync DXP6800 Ultra im Test

Abspielen von Videos direkt über UGOS im Browser

Wer DSM von Synology gewohnt ist, merkt schnell den Unterschied. Die Oberfläche sieht zwar modern aus, wirkt an vielen Stellen aber noch nicht fertig. Es gibt weiterhin kleinere, unsaubere Übersetzungen, die Rechteverwaltung ist teilweise umständlich und manche Bereiche reagieren träge. Ugreen schiebt zwar regelmäßig Updates nach, aber das System braucht schlicht in manchen Belangen noch Reifezeit. Immerhin: App-technisch hat man in der Zeit, in der man am Markt ist, ordentlich nachgelegt.

Einsatz mit Docker

Die App-Auswahl im bordeigenen App Center ist überschaubar, wie erwähnt, aber in der letzten Zeit stark angewachsen. Euch fehlt was? Das lässt sich vielleicht verschmerzen, denn Docker ist vollständig an Bord.

Ugreen NASync DXP6800 Ultra im Test

Mit dem Core 5 und 8 GB RAM stemmt das NAS viele Docker-Setups ohne Probleme. Bei mir laufen Dienste wie Paperless-ngx, Immich, Navidrome, Plex, Home Assistant und Jellyfin via Docker. Auch Plex läuft sauber, inklusive Hardware-Transcoding für 4K-Material. Selbst mit diversen parallelen Containern kommt die CPU kaum ins Schwitzen. Wer Docker nutzt, kann viele Schwächen des eigenen Betriebssystems einfach umgehen.

Fazit

Ugreen NASync DXP6800 Ultra im Test

Das Ugreen NASync DXP6800 Ultra ist eine gute Anlaufstelle für Anwender, die eine schlüsselfertige 6-Bay-Lösung suchen. Dafür hat UGOS Pro noch einige Kleinbaustellen. Das klingt allerdings wesentlich härter, als es ist. Die haben ein Schweinetempo bei vielen Apps hingelegt und ordentlich nachgeliefert.

Auf Hardware-Ebene bekommt man allerdings ein starkes Paket: Der Intel Core 5, 8 GB DDR5-RAM, duales 10-GbE und Thunderbolt 4 bieten jede Menge Leistung und Schnittstellen, die man bei der Konkurrenz oft teuer bezahlen muss. Klar, 16 GB wären besser, aber ihr wisst ja, wie es momentan ist. Ebenso muss man sehen, dass das Ganze nicht gerade ein Schnapper ist, knapp 1.500 Euro kostet der Self-Hosting-Spaß.

Für Bastler, die ihre Dienste ohnehin über Docker organisieren oder schnellen Direktzugriff per Thunderbolt schätzen, ist das Gerät eine interessante Option. Mir selbst fehlt in meinem Alltag wohl großartig nichts mehr im Vergleich zu anderen Herstellern.

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