
Es rumpelt gewaltig bei den Franzosen. Ubisoft hat heute einen umfassenden Reset angekündigt, der das Unternehmen wieder auf Kurs bringen soll. Das Ziel: Man will zurück zu alter kreativer Stärke und endlich wieder nachhaltiges Wachstum generieren. Dafür wird die bisherige Struktur komplett aufgebrochen und neu sortiert. Ab Anfang April operiert der Publisher nicht mehr als ein riesiger Block, sondern teilt sich in fünf spezialisierte Bereiche auf, die sogenannten Creative Houses. Die Idee dahinter ist mehr Eigenverantwortung und vor allem schnellere Entscheidungen, da die bisherige Maschinerie für den aktuellen Markt wohl schlicht zu träge geworden ist.
Interessant ist dabei die Aufteilung der Marken. Das erste Haus kümmert sich um die absoluten Zugpferde und Umsatzgaranten wie Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six. Im zweiten Haus landen die kompetitiven Shooter, also Marken wie The Division, Ghost Recon und Splinter Cell. Nummer drei übernimmt die Live-Service-Titel, darunter For Honor, The Crew und Skull & Bones. Für Fans von storylastigen Welten gibt es Haus vier mit Anno, Rayman, Beyond Good & Evil und Prince of Persia. Den Abschluss macht der fünfte Bereich für Casual- und Familienspiele mit Marken wie Just Dance oder Uno. Jedes dieser Häuser operiert künftig eigenständig, inklusive eigener Verantwortung für die Finanzen.
Wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne, und das trifft hier voll zu. Ubisoft streicht sechs Projekte komplett, da diese die neuen, strengeren Qualitätsansprüche nicht erfüllen würden. Besonders bitter dürfte für viele Fans das endgültige Aus für das Remake von Prince of Persia: The Sands of Time sein. Dazu gesellen sich vier bisher nicht angekündigte Titel, darunter drei neue Marken, sowie ein Mobile-Game. Sieben weiteren Spielen gönnt man hingegen mehr Entwicklungszeit, was unweigerlich Verschiebungen bedeutet. Man hat wohl erkannt, dass halbfertige Spiele am Markt keine Chance mehr haben.
Auch intern ändert sich der Wind für die Belegschaft spürbar. Die Teams sollen wieder fünf Tage die Woche ins Büro kommen, wobei es ein jährliches Kontingent für Home-Office-Tage geben wird. Die Geschäftsführung verspricht sich davon eine bessere Zusammenarbeit und kreativen Austausch. Gleichzeitig wird der Sparkurs drastisch verschärft. Studios in Halifax und Stockholm wurden bereits geschlossen, bei RedLynx und Massive wird umstrukturiert. Ziel ist es, die Fixkosten in den kommenden zwei Jahren um weitere 200 Millionen Euro zu senken.
Der Blick auf die aktuellen Zahlen verdeutlicht, warum dieser harte Schnitt nötig ist. Für das Geschäftsjahr 2025-26 rechnet der Konzern mit einem operativen Verlust von rund einer Milliarde Euro. Das liegt vor allem an massiven Abschreibungen durch die nun gestoppten Projekte und die Neuausrichtung. Es ist ein radikaler Schritt, mit dem Ubisoft versucht, das Ruder herumzureißen. Ob die Aufteilung in kleinere, wendigere Einheiten die erhoffte Qualität zurückbringt, wird die Zeit zeigen.
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1 month ago
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