Tracking in bequem: Der RingConn Gen 3 im Test

2 weeks ago 15

 Der RingConn Gen 3 im Test

Es ist nun schon gut ein ganzes Jahr her, dass ich mir für euch den Smart Ring 2 von IMIKI angeschaut habe. Wo der Ring eigentlich mit seinen nicht einmal 100 Euro Kaufpreis anfangs noch an vielen Stellen punkten konnte, verließ mich der Spaß am Tragen dann aber mehr und mehr. Das lag zum einen daran, dass auch Monate nach meinem Testbericht grundlegende Funktionen des Rings nicht nachgebessert wurden, so zum Beispiel die Touchfläche nur in Ausnahmefällen nützlich war. Zum anderen schlief aber auch die Kommunikaktion seitens Support und Deutschlandvertrieb von IMIKI so sehr ein, dass gemeldete Probleme irgendwann schlicht ignoriert und nicht weiter beantwortet wurden. So funktioniert Kundengewinnung im EU-Raum natürlich keinesfalls.

Umso erfreulicher, dass sich nun vor einer Weile RingConn bei uns meldete und den neuesten Smart Ring der Kollektion, den Gen 3, für einen Test angeboten hat. Wohlwissend, wie der allgemeine Ruf von RingConn in meiner Bubble ist, habe ich das Angebot dankend angenommen - und bin auch beim Schreiben dieser Zeilen noch immer äußerst zufrieden mit dem, was das Unternehmen da in so wenig Gehäuse alles untergebracht bekommen hat. Und ja, es gibt auch kleine Mankos, dazu komme ich dann aber an späterer Stelle noch.

RingConn Gen 3: Technische Daten und wichtige Funktionen Merkmal Details Material Abmessungen Gewicht Größen Farben Sensoren und Haptik Gesundheitstracking Schlafanalyse Gefäßgesundheit und Blutdrucktrends Vibrationshinweise Aktivitätstracking Zyklustracking Akkulaufzeit Ladezeit Ladecase Wasserbeständigkeit Verbindung Offline-Datenspeicherung Kompatibilität Gesundheitsplattformen Abonnement Lieferumfang Hinweis zu Gesundheitsfunktionen
Titangehäuse mit PVD-Beschichtung, Innenseite aus medizinischem Epoxidharz
6,8 mm breit, ab 2,3 mm dick
2,5 bis 3,5 g, abhängig von der Ringgröße
6 bis 15; Größenbestimmung mit dem RingConn-Sizing-Kit empfohlen
Future Silver, Matte Black, Royal Gold, Brushed Silver und Brushed Rose Gold
Optischer Herzfrequenzsensor, Temperatursensor, 3-Achsen-Beschleunigungssensor und Vibrationsmotor
Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität (HRV), Blutsauerstoffsättigung (SpO?), Hauttemperatur, Stress und nächtliche Atemfrequenz
Erfassung von Schlafdauer und Schlafphasen sowie Analyse von Atemmustern auf Hinweise auf Schlafapnoe
Auswertung nächtlicher Gefäßbelastungsmuster, optional manuell eingegebener Blutdruckwerte und Lebensstilfaktoren. Keine direkte Messung systolischer oder diastolischer Blutdruckwerte.
Diskrete Hinweise bei Veränderungen von Gesundheitswerten, längerer Inaktivität und niedrigem Akkustand
Schritte, geschätzter Kalorienverbrauch und Trainingserfassung
Menstruationszyklus-Verfolgung und personalisierte Zyklusprognosen
Etwa 11 bis 14 Tage ohne Vibrationsfunktion beziehungsweise 10 bis 12 Tage mit aktivierter Vibration; abhängig von Ringgröße und Nutzung
Etwa 90 Minuten für eine vollständige Ladung
Universelles, größenunabhängiges Ladecase mit USB-C-Anschluss; laut Hersteller insgesamt über 150 Tage Nutzung durch wiederholtes Nachladen möglich
IP68 und 10 ATM; geprüft bei einem Druck entsprechend 100 m statischer Wassertiefe. Keine pauschale Freigabe für Tauchgänge bis 100 m.
Bluetooth 5.0
Bis zu 10 Tage ohne Synchronisierung mit der App
iOS ab Version 17.0 und Android ab Version 10.0
Anbindung an Apple Health und Google Health Connect
Kein Abonnement für die Gesundheits- und Wellnessfunktionen notwendig
RingConn Gen 3, Ladecase, USB-C-Ladekabel und Kurzanleitung
Die Auswertungen dienen der Gesundheits- und Wellnessorientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder ein medizinisches Blutdruckmessgerät. Laufzeitangaben sind Herstellerwerte.

Was mich persönlich zum Beispiel direkt sehr angesprochen hat, ist die Tatsachen, dass RingConn auf Wunsch ein kostenloses (und man sollte die Möglichkeit auch absolut nicht auslassen) Sizing Kit verschickt, anhand dessen man sich dann für eine der zehn Ringrößen entscheiden kann. Anschließend gibt man Rückmeldung ans Unternehmen mit gewünschter Ringgröße und -Farbe und schon macht sich das passende Modell auf den Weg. Hierbei möchte ich anmerken, dass die von mir gewählte Größe 12 am linken Ringfinger am Ende noch besser passt als es der Kunststoffring getan hat. Grund hierfür ist die Tatsache, dass letzterer minimal dicker und kantiger daher kommt als das finale Produkt, welches hier nun doch noch weniger aufträgt und beim Greifen, etc. stört. Ist natürlich, wie so oft, alles eine subjektive Sache, ich wollt's nur erwähnt wissen.

Im Lieferumfang des Gen 3 befinden sich neben dem Ring noch ein USB-C-Ladekabel für das ebenso mitgelieferte Ladecase und eine Kurzanleitung mit QR-Code für die kostenlose Smartphone-App (iOS und Android). Jene benötigt es dann auch für die Einrichtung. Ich habe den Ring in Mattschwarz genommen, weil ich matte Farbgebungen generell mehr schätze und mit Schwarz kann man meiner Meinung anch eh nie etwas falsch machen.

Jetzt muss ich hoffentlich niemandem erklären, dass Ringe natürlich auch in gewissen Szenarien Nachteile mit sich bringen können. Gewichtheben zum Beispiel machste lieber ohne Ring. Oder Arbeiten, bei denen Steine von A nach B geschleppt werden. Oder, wie in meinem Fall, Arbeiten, bei denen mach sich an einer Aluminiumleiter festhalten muss. Denn das kurze Greifen und Reiben am Alu hat bereits dazu geführt, dass sich erste kleine Kratzer am matten Lack gezeigt haben, was natürlich doppelt ärgerlich ist:

 Der RingConn Gen 3 im Test

War natürlich auch dumm von mir, auf der anderen Seite war ich dann aber dennoch überrascht, wie schnell die Lackierung hier nachgegeben hat. Eine andere Sache, die mir eingangs richtig schnell auf den Geist ging, mich aber mittlerweile so gar nicht mehr stört: Die grünen LEDs der Sensorik im Inneren leuchtet aufgrund der Bauweise der Innenseite des Rings durch. Das ist tagsüber absolut egal, kann den einen oder anderen in der Nacht aber möglicherweise sehr beim Einschlafen stören. So ein Ring sitzt nunmal nicht 10.000%-ig ergonomisch am Finger, ein wenig Finger einknicken und schon leuchtet es grün von der Hand weg. Wie gesagt, hier ist das kein Drama mehr, ich habe mich daran gewöhnt, aber man muss es wissen.

 Der RingConn Gen 3 im Test

Und eine letzte Problematik, dann bin ich mit meinen Negativpunkten aber auch schon am Ende: Google Health arbeitet bislang eher solala mit den Daten des Rings zusammen. Ich trage normalerweise fast durchgehend das Fitbit Air am Handgelenk, wechsle aber auch hin und wieder mal zur Pixel Watch. Dass ich meine Gesundheitsdaten und mehr dann also in Health abrufe, gehört schon zum Standard. Nun wollte ich die Werte des Rings aber erst einmal nicht mit denen der Bänder mischen, habe also für mehrere Tage nur den Gen 3 getragen. Jener trackt auch sofort sehr aktiv drauflos, misst Schritte, achtet auch meine Herzfrequenz und kann sogar per Vibrationsmotor bei gefährlichen Werten (oder niedriegem Akkustand) auf die Umstände aufmerksam machen.

 Der RingConn Gen 3 im Test

Die Schritte, die mein Pixel-Smartphone von sich aus trackt, überschreiben aber gerne mal die Werte des Rings und auch mit dem Schlafdaten, die der Ring aufzeichnet, mag Health nur bedingt arbeiten. So werden zwar die Zeiten übernommen und so weiter, der Health Coach liefert aber logischerweise nicht mehr die gewohnten Analysen, die man sonst morgens angeboten bekommt. Das ist aber Meckern aus Sicht eines Fitbit/Health-Nutzers.

Die App von RingConn bietet nämlich all die vermissten Daten inhouse, man muss sich nur daran gewöhnen, auf jene App umzusteigen oder sie zumindest hin und wieder heranzuziehen. Sollte man eh, da sich hier dann auch neben den gemessenen Werten und Analysen ebenso Firmwareupdates aufspielen lassen oder zum Beispiel auch eine Option aktivieren lässt, mit deren Hilfe man den Ring bei möglichem Verlust nachträglich "orten" kann. Es wird hierfür dann einfach alle 15 Minuten der Standort abgefragt und in der App hinterlegt, solange, bis der Ring dann die Verbindung zum Smartphone verliert.

Wirft man einen Blick auf die ermittelten Vitalwerte, etc. dann erkennt man auch hier recht schnell, dass RingConn ebenso auf das Konzept eines Idealwerts setzt. Also einen Wert in den jeweiligen Kategorien (Schlaf, Aktivität, etc.), der am besten bei 100 liegen sollte, ansonsten ist jeder Wert erstrebenswert, der möglichst gen 100 zeigt. Ein Schlafwert von 42 ist demnach weniger gut für den eigenen Körper als einer von 92 - ihr versteht schon. Das ist nun auch alles nichts Neues mehr, das machen andere Hersteller auch so und hat sich halt durchgesetzt. Die Aufmachung innerhalb der RingConn-App ist dennoch übersichtlich und vor allem intuitiv, allein schon von den Grafiken. Es braucht vor allem kein Abo für irgendwas, ihr bekommt alle Funktionen mitsamt einiger Erklärungen und Vorschlägen zur Verbesserung eurer Werte komplett kostenlos angeboten.

 Der RingConn Gen 3 im Test

Der Ring trägt sich, das erwähnte ich am Rande schon, großartig. Während der Testring vom Sizing Kit noch etwas scharfe Kanten besessen hat, sind jene beim Gen 3 dann angenehm abgerundet. Zudem fällt das Gewicht des Rings wirklich nicht auf. Spannend finde ich in dem Zusammenhang, dass trotz der 24/7-Messungen von so vielen Werten immer noch Akkulaufzeiten von bis zu 13 Tagen drin sind. In meinem Test kam ich damit nun locker hin, für eine volle Aufladung benötigt es dann knapp anderthalb Stunden im Case.

Die ermittelten Daten und Messwerte decken sich am Ende doch sehr mit denen meiner sonstigen Tracker. Die Schlafphasen weichen maximal ein bis zwei Minuten ab, bei den Schritten sind es dann aber auch mal 200 bis 300 Schritte mehr oder weniger, wenn ich zum Beispiel das Fitbit Air zum Vergleich heranziehe. Ebenso verhält es sich mit der Herzfrequenz, etc. Ihr habt hier nun eben auch kein medizinisches Gerät am Finger klemmen, sondern einen kleinen Ring, der sich den eh schon stark beschränkten Akkuplatz mit Sensoren und Co. teilen muss. Für mich als Gelegenheitssportler (ich lasse viele Gelegenheiten aus) und eher Mammutmarsch-Freund, reichen die Ergebnisse hier locker. Ausdauersportler und Fitness-Enthusiasten greifen so oder so zu anderen Geräten.

 Der RingConn Gen 3 im Test

Dort links am Rand ist der "gläserne" Bereich zu erkennen, durch den die grüne LED des Sensors bei Nacht schimmern kann.

Meine getesteten Aktivitäten wie schnellere Märsche, Fahrradfahren oder auch kurze Laufeinheiten, hat der Ring im Nachhinein korrekt erkannt und mir dann angeboten, die jeweiligen Einträge zu bestätigen. Hier und da hatte mein Smartphone aber die Aktivitäten dann selbst schon erkannt und in Health verbucht - ohne Rückfrage. In dem Fall informiert RingConn dann darüber, dass keine doppelten Einträge vorgenommen werden können. Das ist ein Umstand, an den man sich aber schnell gewöhnt. Abhaken, fertig.

Ich bin also wirklich angetan von dem kleinen Device, das hier nun fortan wohl regelmäßiger mal dafür sorgt, dass ich gar nicht erst eines der Geräte aus der Armbandfraktion trage. 396 Euro sind zwar im Gegensatz zum eingangs erwähnten IMIKI Smart Ring 2 dann auch kein Pappenstiel, aber der Gen 3 funktioniert auch so viel zuverlässiger und komfortabler, alles ganz ohne Abo. Für mich stimmt hier definitiv das Gesamtkonzept aus den Kundenzufriedenheitsbemühungen schon vor dem Kauf eines Rings und der Qualität des finalen Produkts. Es gibt Abstriche - der Lackkratzer tut noch immer weh beim Hinschauen - aber die wiegen nicht auf, was der Gen 3 am Ende alles an wirklich gut funktionierenden Features mitbringt. Sollte man sich als Interessent absolut mal genauer anschauen, das Ganze.

Bestseller Nr. 3

RingConn Gen 2 Smart Ring, Wählen Sie aus 9 Größen (Größe 6–14)

RingConn Gen 2 Smart Ring, Wählen Sie aus 9 Größen (Größe 6–14)

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