Tiefere Gemini-Integration: (US-)Chrome erhält KI-Seitenleiste und autonome Agenten

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Google baut die KI-Funktionen in Chrome weiter aus und setzt dabei auf eine tiefere Integration des Gemini-3-Modells. Das Update zielt darauf ab, den Browser von einem reinen Werkzeug zur Anzeige von Webseiten hin zu einem aktiven Assistenten zu entwickeln. Dabei stehen Multitasking und automatisierte Abläufe im Vordergrund.

Die neue Seitenleiste als zentrales Kernstück der Neuerungen ist ein überarbeitetes Panel an der Seite des Browsers. Während man auf einer Webseite arbeitet, kann Gemini in der Leiste parallel Aufgaben übernehmen. Google nennt hier Szenarien wie das Vergleichen von Informationen aus mehreren offenen Tabs, das Zusammenfassen von langen Produktrezensionen oder den Abgleich von Terminen, ohne den aktuellen Kontext aus den Augen zu verlieren.

Dank Nano Banana wird auch die Bildbearbeitung direkt in den Workflow eingebunden. Nutzer können Bilder auf Webseiten per Textbefehl in der Seitenleiste verändern oder neu generieren lassen. Der bisher übliche Weg – Bild herunterladen, in einem externen Tool bearbeiten und neu hochladen – entfällt also. Diese Funktion wird laut Google für alle Gemini-Nutzer in Chrome freigeschaltet.

Über die „Connected Apps“ kann Gemini in Chrome auf Daten aus Gmail, dem Kalender, Maps, YouTube oder Google Flights zugreifen. Wer etwa eine Reise plant, kann die KI nach passenden Flügen suchen lassen, wobei diese automatisch Kontextinformationen aus früheren E-Mail-Buchungen oder Kalendereinträgen berücksichtigt. In den kommenden Monaten soll zudem eine Funktion namens „Personal Intelligence“ folgen. Diese ist optional und erlaubt es der KI, den Kontext vergangener Konversationen zu speichern, um präzisere Antworten zu liefern.

Einen technischen Schritt weiter geht die Funktion „Auto Browse“, die zunächst für Abonnenten von AI Pro und Ultra in den USA startet. Hierbei handelt es sich um sogenannte agentische Fähigkeiten. Das bedeutet, der Browser führt mehrschrittige Aufgaben selbstständig aus. Anstatt nur Daten anzuzeigen, kann die KI Formulare ausfüllen, Preise über verschiedene Reisedaten hinweg vergleichen oder Produkte in Warenkörbe legen. Was soll schon schiefgehen?

Mit dabei ist dabei die multimodale Fähigkeit von Gemini 3: Die KI kann etwa ein Foto analysieren, die darauf abgebildeten Produkte identifizieren, im Netz suchen und unter Berücksichtigung von Budgetvorgaben oder Rabattcodes in den Warenkorb legen. Für Logins greift das System bei Bedarf auf den Google-Passwort-Manager zurück.

Um Sicherheitsbedenken bei solch autonomen Aktionen zu begegnen, hat Google entsprechende Sicherheitsmechanismen versprochen. Bei kritischen Aktionen, wie dem finalen Kaufabschluss oder dem Posten in sozialen Netzwerken, pausiert der Agent und fordert eine explizite Bestätigung durch den Anwender an. Zudem unterstützt Chrome nun das „Universal Commerce Protocol“ (UCP), einen offenen Standard, der mit Partnern wie Shopify und Etsy entwickelt wurde, um solche automatisierten Kaufprozesse technisch zu standardisieren.

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