
Aufregung in den Reihen der 3D-Druck-Szene: MyMiniFactory hat sich Thingiverse geschnappt, eine der größten Anlaufstellen für 3D-Druckvorlagen weltweit. Heißt aber nicht, dass Thingiverse nun eingestampft wird, sondern, dass zwei echte Größen der Maker-Szene hier zusammenkommen, auch wenn sie bisher ziemlich unterschiedliche Wege gegangen sind.
Thingiverse war schon lange eine der Adressen für solche, die auf Open Source stehen und ihre Modelle kostenlos teilen wollen. MyMiniFactory hat sich in den vergangenen zehn Jahren dagegen als Marktplatz mit kommerziellem Ansatz einen Namen gemacht. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Designern eine Plattform zu geben, mit der sie Geld verdienen können. Wenn kommerzielle Anbieter kostenlose Plattformen übernehmen, kommt bei vielen schnell die Frage auf: Was passiert jetzt mit den ganzen freien Inhalten?
Die neuen Verantwortlichen versichern, dass Thingiverse seinen offenen Charakter behalten soll. Alle Modelle, die bisher kostenlos waren, bleiben es auch weiterhin. Thingiverse wird nicht einfach in MyMiniFactory integriert, sondern als eigenständige Plattform weitergeführt.
Was sich aber definitiv ändern wird: Es soll ein Geschäftsmodell entwickelt werden, das Designern auf Thingiverse ermöglicht, mit ihren Kreationen Geld zu verdienen. Ob und wie viele Nutzer das annehmen werden, muss sich zeigen. Eine weitere Änderung betrifft KI-generierte Modelle. MyMiniFactory hat 2025 die „SoulCrafted“-Initiative gestartet, mit der von Menschen erstellte Designs zertifiziert werden. Thingiverse wird jetzt in diese Initiative eingebunden, was bedeutet, dass KI-generierte 3D-Modelle nach und nach von der Plattform verschwinden sollen. Begrüße ich persönlich in Ansätzen, wenngleich es auch KI-Kreationen gibt, die durchaus ihre Berechtigung haben, sofern man damit dann nicht noch das große Geld zu verdienen versucht.
Wie die Verbindung zwischen MyMiniFactorys kommerziellem Ansatz und Thingiverse‘ Open-Source-Kultur letztendlich funktionieren wird, lässt sich noch nicht sagen. Die neuen Eigentümer wollen sich bei der künftigen Ausrichtung stark am Feedback der Community orientieren. Am 17. Februar um 18:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit findet dazu ein Live-Q&A mit dem kombinierten Team statt. Wer vorher schon Anmerkungen loswerden möchte, kann das in der offiziellen Thingiverse-Gruppe tun.
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2 weeks ago
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