
Tesla macht in Europa den nächsten Schritt beim Assistenzfahren. In den Niederlanden hat die Behörde jetzt Full Self-Driving (Supervised), hierzulande als Full Self-Driving (Überwacht) bezeichnet, durchgewunken. In den nächsten Tagen landet die Funktion per Over-the-Air-Update auf berechtigten Kundenfahrzeugen im Land. Damit ist FSD (Überwacht) erstmals offiziell in einem europäischen Markt aktiv.
Wichtig: Von autonomem Fahren ist das alles noch ein gutes Stück entfernt. Tesla selbst betont, dass der Fahrer weiterhin die Kontrolle behalten und das System ständig überwachen muss. Rechtlich bleibt der Fahrer verantwortlich, egal wie viel der Rechner übernimmt.
Das System soll im Alltag typische Aufgaben übernehmen, die sonst nerven können: durch den Stadtverkehr und Kreuzungen navigieren, die Spur wechseln, Entscheidungen im dichten Verkehr treffen. Grundlage sind die Kameras außen am Fahrzeug, deren Bilddaten direkt auf dem KI-Computer im Auto verarbeitet werden. Laut Tesla wandert die Echtzeitanalyse nicht in die Cloud, sondern bleibt lokal im Fahrzeug.
Gleichzeitig setzt Tesla auf das bekannte „Fleet Learning“. Aus der Flotte kommen anonymisierte Fahrdaten zurück zu Tesla, wenn der Kunde dem zustimmt. Damit trainiert der Hersteller ein großes neuronales Netz, das Fahrumgebung und Verkehrslage aus realen Situationen lernen soll, statt auf starre, von Entwicklern definierte Regeln zu setzen. Aus Fahrbahnmarkierungen, Schildern, Ampeln, Fußgängern und anderen Fahrzeugen leitet das System in Echtzeit Lenk-, Beschleunigungs- und Bremsbefehle ab. Je mehr reale Daten zusammenkommen, desto weiter will Tesla die Fähigkeiten per Software-Update ausbauen.
Bevor jetzt niederländische Kunden dran sind, hat Tesla das System in Europa intern getestet. Nach eigenen Angaben kamen dabei mehr als 1,6 Millionen Kilometer mit aktivem FSD (Überwacht) zusammen. Parallel gab es Demofahrten in mehreren Ländern, darunter Dänemark, Frankreich, Italien, Spanien und eben die Niederlande. Rund 13.000 Interessenten konnten dort vorab mitfahren und sehen, wie sich FSD (Überwacht) auf europäischen Straßen schlägt.
Tesla arbeitet laut eigenen Aussagen parallel daran, FSD (überwacht) auch in anderen europäischen Ländern zulassen zu lassen. Die Hardware in aktuellen Tesla-Modellen ist ohnehin schon an Bord: Alle neuen Model S, Model 3, Model X und Model Y bringen die nötigen Assistenzsysteme mit, FSD (Überwacht) und weitere Funktionen werden dann je nach Paket und rechtlichem Status per Software freigeschaltet, sobald die jeweilige nationale Zulassung steht. Wie schnell andere EU-Länder dem Beispiel der Niederlande folgen, hängt jetzt an den lokalen Behörden und am Tempo der Prüfverfahren.
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