
Mit dem H2D hat das Unternehmen Bambu Lab parallel auch das neue AMS 2 Pro vorgestellt, welches in der Lage ist, die jeweils vier eingelegten Spulen Filament aktiv zu trocknen. Hierbei handelt es sich um ein Feature, das den 3D-Druck sehr erleichtern kann, da man nebenher keinen zusätzlichen Filamenttrockner mehr benötigt. Stattdessen regelt eine automatische Lüftungsöffnung die Luftzirkulation im Inneren, während bis zu 65 °C heiße Luft das Material nach und nach trocknet. Das kostet dann aber auch gleich 349 Euro, einen SUNLU S4 mit ebenfalls vier Spulenplätzen bekommt man mittlerweile für weniger als die Hälfte.
Und genau jenes Unternehmen, SUNLU nämlich, hat nun auch eine eigene Lösung für das AMS der P1- und X1-Serie von Bambu Lab vorgestellt: den SUNLU AMS Heater für knapp 130 Euro, wobei das Gerät in der Vorbestellphase auch schon für unter 100 Euro zu bekommen war. Ich habe den Heater für einen Test zugesandt bekommen und ihn für euch ausprobiert. Das nachfolgende Video zeigt das Auspacken und die erste Inbetriebnahme nebst erstem Lautstärketest. Ganz wichtig: Zum Zeitpunkt der Aufnahme war mir noch nicht bekannt, dass der Prototyp, den ich da erhalten habe, vor allem im Design noch sehr rückständig ausfallen sollte. Spoiler: undurchsichtige Außenfolie mit fiesen Blasen und Blessuren, zudem ein transparentes Innenleben, welches angeblich vor allem dem besseren Präsentieren der Hardware zu Testzwecken dienen soll. Aber das soll sich mit der Retailvariante dann alles erledigt haben, hat man mir versprochen.
Technische Daten im Überblick:
- Produktabmessungen (LWH): 363 mm × 278 mm × 131 mm
- Abmessungen der Außenverpackung: 415 mm × 316 mm × 190 mm
- Nettogewicht: 1,7 kg
- Temperatureinstellbereich: 35 °C–70 °C
- Feuchtigkeitsanzeigebereich: 10 %–90 %
- Zeiteinstellbereich: 0–99 Stunden
- Leistungsaufnahme: AC 110 V 60 Hz oder AC 220 V 50 Hz
- Maximaler Betriebsstrom: 2,2 A bei 230 V, 4,15 A bei 120 V
- Maximale Betriebsleistung: 390 W
- Standby-Leistung: 0,6 W
- Nennleistung: 220 W
- Preis: 130 Euro
Zur Verarbeitung kann ich also im Grunde gar nichts, zumindest vorerst nicht viel Gutes sagen. Es wäre aber eben auch falsch, danach zu urteilen, da das Gerät ja bisher auch noch nicht zu bekommen war, das Unternehmen also durchaus alle Makel noch abstellen konnte.

Die Montage ist jedenfalls wirklich wahnsinnig einfach. Vier Schrauben lösen, Deckel vom AMS abziehen, SUNLU-Scharniere im AMS Heater einsetzen und das Ganze wieder mit der Basis des AMS verschrauben. Das notwendige Werkzeug als auch Material ist alles dabei. Und wenn ich mir jetzt auch noch das gewohnte SUNLU-Design vorstelle, das ich so von den Trocknern des Unternehmens kenne und mag, dann gibt der AMS Heater auch ein richtig schickes Gesamtkonstrukt ab.

Zudem ist der Deckel des Heaters plan und nicht rund wie beim Originaldeckel, kann also auch noch als Ablage für zwischendurch fungieren. In meinem Test habe ich vor allem PETG, aber auch ASA und ABS trocknen und später verarbeiten lassen. Mein unten im AMS verbliebener Sensor verrät es auch im Video schon, dass die Werte oben im Deckel und unten in der Basis schon eine geraume Zeit benötigen, bis sie sich einander angleichen. 70 °C sind maximal möglich, jene sind laut Hersteller nach spätestens 20 Minuten erreicht, hier waren es am Ende knapp 22 Minuten – damit kann ich aber weiterhin gut leben.

Wichtig ist vor allem, dass man das Material – das kennt man von jedem Filamenttrockner – wirklich ausreichend lange trocknen lässt, bevor man es dann verarbeitet. Schön ist hier in jedem Fall, dass der Heater auch während des Druckvorgangs fein weiter für die korrekte Luftfeuchtigkeitsmenge sorgt und dafür nicht beendet werden muss. Die Bedienung ist, wie auch im Video gezeigt, 1:1 den Trocknern des Unternehmens entnommen und sollte wirklich niemanden mit Fragezeichen vor den Augen zurücklassen.
Da ich nun schon recht lange mit entsprechenden Geräten arbeite und mir angewöhnt habe, das Material lieber einen Moment länger als zu kurz vorbereiten zu lassen, sprechen die Ergebnisse dann auch für sich. Auch ohne nun mit einem Labor-Messgerät jede Ecke im Inneren des AMS Heaters ausgemessen zu haben, lehne ich mich so weit aus dem Fenster und behaupte, dass das Gerät seine Arbeit in der Tat sehr zuverlässig verrichtet.

Ein Manko bleibt dann aber dennoch, wenngleich ich derzeit (glücklicherweise) noch kein Problem damit feststellen brauchte: Die Anbringung der ganzen Elektronik direkt unterhalb der Deckeloberseite könnte unter Umständen auch mal nach hinten losgehen. Nämlich dann, wenn sich die zu verdrängende Feuchtigkeit dort absetzt und damit dann in Kontakt kommt.

So schließt die Luftöffnung auf der Oberseite des Heaters nämlich entgegen seiner Konkurrenz nicht automatisch. Ihr müsst da schon noch selbst dran denken, den Schieber nach links oder rechts zu bewegen. Auf, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Zu, damit das trockene Filament dann auch länger entsprechende Werte hält.
Ich behaupte aber dennoch, dass für 130 Euro definitiv viele Nutzer glücklich werden können – ganz abhängig davon, wie SUNLU nun am Ende die Version für den Handel optimiert hat. Hier sollte man also vielleicht doch noch einen Moment warten, bis erste Berichte anderer Nutzer eintrudeln. Mich freut es jedenfalls sehr, dass mein P1S nach diversen Tunings (AMS Riser Remix von „macyo42“), Panda LUX LED-Upgrade von Biqu nun auch noch mit einem verbesserten AMS versorgt werden konnte. Reden wir einfach nicht von den Blasen auf der Folie…
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5 months ago
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