Das Spiel „Starsand Island“ ist eine neue Cozy-Sim ganz im Stil von „Animal Crossing“, „My Time at Portia“ oder auch „Harvest Moon“. Hinter diesem Titel steckt das chinesische Studio See Sparkle Lab, welches Mitte Februar die Early-Access-Phase ausgerufen hat. Da mir insbesondere der moderne Anime-Stil sehr gefallen hat, habe ich mich einmal für euch in den Alltag als Inselbewohner gestürzt.
Bevor ihr die namensgebende Insel betreten könnt, wählt ihr dabei eine männliche oder weibliche Hauptfigur aus und passt deren Aussehen an. Anschließend gelangt ihr auch schon auf „Starsand Island“, wo ihr zwar eure Kindheit verbracht, aber seit Jahren nicht mehr gewesen seid. Die Begrüßung durch eine alte Kindheitsfreundin fungiert als kleines Tutorial, bei dem ihr euren früheren Garten von Gestrüpp befreit und mit dem ersten Crafting beginnt.
So basiert der Gameplay-Loop von „Starsand Island“ auf den gleichen Prinzipien wie auch bei anderen Cozy-Sims. Ihr erhaltet ein eigenes Grundstück und ein Haus und richtet alles mit neuen Möbelstücken, Haustieren oder auch Anbauten her. Um aber z. B. ein Skateboard für den schnelleren Weg durch die Spielwelt herstellen zu können, benötigt ihr erst Kupferbarren. Um die Barren zu erhalten, benötigt ihr freilich erst Erz. Um jenes weiterzuverarbeiten, ist aber ein Schmelzofen nötig, der wiederum Kohle voraussetzt, um heiß zu werden … Ihr lest heraus, was ich meine: Ihr jagt ständig Brotkrumen nach, und müsst erst eine Kette von Objekten finden oder herstellen, um das zu bekommen, was ihr euch eigentlich wünscht.
Mein Test-System:
- CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
- CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2
- Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E
- RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30
- Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080
- SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte + WD_Black SN850 1 TByte
- Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte
- Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)
- Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)
„Starsand Island“ lässt es gemächlich angehen
Nachdem ihr erste Schritte auf eurem kleinen Landstück unternommen habt, geht es auch direkt in die nächste Ortschaft. „Starsand Island“ erlaubt es euch, verschiedene Karrieren einzuschlagen (z. B. Rancher), für die es jeweils unterschiedliche Mentoren gibt, die euch dabei unterstützen. Damit legt ihr euch aber nicht auf Dauer fest, sondern könnt jederzeit wechseln. Empfohlen wird, zuerst mit dem Crafting zu beginnen, was ich dann auch so gehandhabt habe. Es folgt dann eine Missionskette, bei der man sich neue Werkzeuge und Materialien sichern kann.
Einige sind einfach herzustellen, etwa ein Netz, um Insekten zu fangen, oder eine Axt, um Bäume zu fällen. Fortgeschrittene Werkzeuge erlangt man aber erst später und benötigt seltenere Materialien dafür. Der farbenfrohe Anime-Stil gefällt mir dabei sehr und sorgt für eine positive Atmosphäre. Auch sind die Aufgaben nicht direkt zu gleichförmig, sondern führen einen auf verschiedene Gebiete der Insel und man lernt stets neue Charaktere kennen.
Zu Letzteren kann man Freundschaften aufbauen, indem man regelmäßig mit ihnen interagiert, ihnen Geschenke überreicht und ihnen bei Aufgaben hilft. Das kann sogar in einer Romanze münden, sodass das Gegenüber mit im eigenen Haus einzieht. Auch herumstromernde Katzen und Hunde kann man so für sich gewinnen und eventuell zu Haustieren machen. Der dudelige Hintergrundsoundtrack stört dabei übrigens nicht, ist aber auch nicht sonderlich einprägsam. Sprachausgabe gibt es auf Englisch, allerdings nur für sehr wenige Cutscenes, nicht bei anderen Dialogen.
Early-Access-Version benötigt noch Feinschliff
Man merkt „Starsand Island“ allerdings an, dass es sich noch um eine Early-Access-Version handelt. Zwar läuft das Spiel mit 4K-Auflösung und 60 fps auf meinem System mit maximalen Settings rund, aber viele Interface-Elemente lösen wesentlich niedriger auf und wirken daher total verpixelt. Da müsste das Team dringend nochmal ran, denn gerade bei so einer Cozy-Sim ist man eben auch regelmäßig im Inventar und Co. unterwegs. Das sieht aber derzeit noch extrem hausbacken aus.
Auch werden einige Animationen verzögert abgespielt. Findet man etwa Crafting-Materialien oder bestimmte Objekte das erste Mal, hält die Spielfigur sie eigentlich einmal prägnant in die Kamera. Das ist aber bei mir oft erst mit 10–30 Sekunden Verzögerung passiert, sodass ich mich manchmal längst anderen Dingen zugewandt hatte. Kritisch sehe ich auch, dass die Entwickler schon eifrig dabei sind, allerlei Zusatzklamotten und Einrichtungsgegenstände zu völlig überzogenen Preisen bei Steam feilzubieten. Der kosmetische DLC „Classic European Furniture, Fashion & Vehicles“ kostet satte 19,50 Euro und schießt damit weit übers Ziel hinaus – kein Wunder, dass er weitgehend negative Bewertungen erhalten hat.
Ansonsten sieht es so aus, dass „Starsand Island“ weniger eine übergreifende Geschichte bietet und mehr auf kleinere Episoden setzt, die sich um eure Beziehungen zu anderen Figuren drehen. Der eine wird das gerade als entspannt begrüßen, dem anderen wird deswegen ein roter Faden fehlen. Dabei schleppt ihr im Spiel ein Smartphone mit, dessen Apps euch helfen, unterschiedliche Aufgaben zu tracken, die euren Status und eure Beziehungen auf der Insel beeinflussen. Dabei gibt es immer etwas zu tun, um etwa eure gewählten Berufe aufzuwerten, neue Werkzeuge zu erhalten und mehr. Der Gameplay-Loop wirft einem stets etwas Neues hin.
Gut Ding will Weile haben
Was ihr dabei täglich erledigen könnt, hängt von eurer Ausdauer ab, die mit vielen Handlungen, etwa dem Fällen von Bäumen, dem Fertigen von Objekten oder Angeln, abnimmt. Damit ihr nicht mitten im Wald umkippt, könnt ihr aber Lebensmittel konsumieren, um diese aufzufüllen. Dabei solltet ihr jedoch versuchen, rechtzeitig nachts ins Bett zu hüpfen, denn sonst pennt eure Spielfigur um 2 Uhr nachts genau dort ein, wo sie sich gerade befindet. Die Konsequenz: Am nächsten Tag wird eure Ausdauer halbiert. Handhabt ihr das so dreimal nacheinander, müsst ihr gar einen Tag durchschlafen.
Nachbesserungspotenzial gibt es noch bei den NPCs. Einige werden anfangs durch Cutscenes eingeführt und erhalten etwas Persönlichkeit, doch die Fetch-Quests, welche ihr dann für sie abwickelt, verleihen ihnen nicht unbedingt Profil. Da hätte das Entwicklerstudio die Chance, mit komplexeren Missionen und mehr RPG-Elementen die Konkurrenz einzuholen. Das Team will hier auch komplexere Beziehungssysteme und Aufgaben nachreichen, so zumindest die Ansage. Aktuell ist das aber eben noch nicht der Fall.
Mein Fazit
„Starsand Island“ steckt noch im Early-Access und das merkt man auch. Das Spiel kostet im Early-Access noch 27,58 Euro, die finale Version soll es später für 38,99 Euro geben. Aktuell kann man den Titel nur am PC spielen, im Sommer sollen aber auch Konsolenversionen erscheinen. Ich sehe hier durchaus Potenzial für ein tolles Cozy-Game, das sich nicht zuletzt durch seinen modernen Anime-Stil von vielen technisch simpleren Games absetzen kann.
Allerdings gibt es auch noch Baustellen für das Team – wie das teils niedrig auflösende Interface, die zu flachen NPCs und Beziehungssysteme sowie das Missionsdesign. Man wirft euch zwar ständig etwas Neues hin und bietet abwechslungsreiche Umgebungen und Fortschrittswege, da könnte aber noch mehr gehen.
Ich habe damit sehr gerne im Early-Access in „Starsand Island“ hereingeschaut, werde aber noch etwas abwarten, bis ich mehr Zeit in den Titel stecke. Noch einmal zurückkehren werde ich jedoch auf jeden Fall.
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