Der Publisher Electronic Arts hat kürzlich das neue Strategiespiel "Star Wars Zero Company" veröffentlicht. Es stammt vom Entwicklerstudio Bit Reactor unter dessen Dach sich unter anderem viele ehemalige "XCOM"-Entwickler versammelt haben. Das merkt man dem Titel an, was ich jedoch als Kompliment meine. Inzwischen konnte ich mir das Spiel für euch genauer im Test ansehen.
Direkt ein Wermutstropfen: Nach Fertigstellung der Entwicklung musste Bit Reactor aus Kostengründen ca. 80 % der Belegschaft freistellen. Das wirft einen Schatten über "Star Wars Zero Company", was zukünftige Patches betrifft. Denn gerade die PC-Version, welche ich getestet habe, benötigt eigentlich noch Feinschliff. Doch dazu später noch etwas mehr.
„Star Wars Zero Company“ spielt zur Zeit der Klonkriege. Als Spieler schlüpft ihr in die Rolle des ehemaligen Captain Hawks, der früher auf der Seite der Republik gekämpft hat. Jetzt führt er eine unabhängige Söldnertruppe namens Zero Company. Hawks hat eine illustre Crew um sich geschart, darunter etwa der ehemalige Klonkrieger CT-3301, die weibliche Jedi-Padawan Tel-Rea oder die mandalorianische Kopfgeldjägerin Cly Kullervo. Euren Protagonisten Hawks könnt ihr dabei optisch frei gestalten.
Die Story dreht sich grob um einen dubiosen Kult namens Infinite Coil, auf den die Söldner eher durch Zufall während einer Mission stoßen. Angeführt von der Schurkin Kundri Fathom droht die Sekte, an Einfluss in der Galaxis zu gewinnen, indem sie eine mysteriöse Seuche verbreitet. Die Republik wird ebenfalls darauf aufmerksam und will das Schlimmste verhindern. Dafür heuert sie die Zero Company an und die Reise des Spielers nimmt sozusagen ihren Anfang.
Mein Test-System
CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2
Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E
RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30
Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080
SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte + WD_Black SN850 1 TByte
Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte
Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)
Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)
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Star Wars Zero Company: XCOM, aber mit mehr Story
Einerseits passt es bei „Star Wars Zero Company“, wenn man mit den „XCOM“-Spielen vergleicht, andererseits erzählt man damit aber nur einen Teil der Geschichte. Ja, das Squad-basierte Rundenstrategie-Gameplay erinnert stark an die „XCOM“-Titel. Allerdings ist „Star Wars Zero Company“ auch ein narratives Spiel. Somit spielen Geschichte und Charaktere eine deutlich größere Rolle. Das hat mich dann auch an „Marvel's Midnight Suns“ erinnert.
Denn zwischen den Missionen könnt ihr auch hier in der Third-Person-Ansicht eure Basis erkunden und mit den anderen Crewmitgliedern interagieren. Das lockert nicht nur das Gameplay auf, sondern verleiht auch den Figuren mehr Profil. Durch Steigerung der Beziehungen schaltet ihr dann mit der Zeit auch spezielle Gefährten-Missionen frei. Auf Wunsch könnt ihr dabei auch mit Permadeath zocken. Gefallene oder verletzte Charaktere, die euch erst einmal nicht begleiten können, dürft ihr auch mit zufälligen Söldnern ersetzen. Das ist aber freilich eher eine Notlösung.
In der Basis könnt ihr zudem neue Waffen, Modifikationen und weitere Ausrüstung ergattern. Zudem gilt es nach erfolgreichen Gefechten Talentpunkte zu verteilen. Obendrein könnt ihr eure Basis gegen Ressourcen auch aufwerten bzw. ausbauen. Dadurch verkürzen sich z. B. die Genesungsphasen eurer Spielfiguren. Neben den eigentlichen Gefechten könnt ihr eure Charaktere zudem zu anderen Einsätzen wie der Informationsbeschaffung abordnen. Dafür müsst ihr einerseits die Ressource Intel investieren, erhaltet aber im Tausch nach erfolgreicher Abwicklung z. B. Credits.
Herzstück sind aber natürlich die rundenbasierten Kämpfe, für die ihr euer Team und das Equipment optimiert. Je nach Klasse spielen sich eure Charaktere sehr unterschiedlich. Etwa haut Tel-Rea im Nahkampf mit ihrem Lichtschwert kräftig drauf, richtet aber aus der Ferne wenig aus. Der Vorteil von Cly ist hingegen, dass sie dank ihres Jetpacks große Distanzen überwinden kann, was man sowohl für die Offensive als auch für die Defensive ausnutzen kann.
In den Kämpfen jongliert ihr dabei mit euren Aktionspunkten, denn die beschränken, was ihr in jeder Runde so bewerkstelligen könnt. Freilich müsst ihr dabei auch je nach Umgebung anders vorgehen und verschiedene Gegnertypen richtig einschätzen. Oft ist auch Planung im Vorfeld der Schlüssel, denn fehlt eurem Team die passende Ausrüstung, kann manche Mission doppelt so schwer werden wie gedacht. Insgesamt ist der Schwierigkeitsgrad aber deutlich niedriger als bei „XCOM 2“ und Co., sodass auch Anfänger ohne große Strategie-Erfahrung gut zurechtkommen dürften.
Die Performance wird zum Endgegner
Härter als die eigentlichen Gegner schlägt manchmal die Performance zu. Obwohl mein Testsystem am oberen Rande dessen, was derzeit im PC-Segment so geht, unterwegs ist, musste selbst ich ab und an das ein oder andere Ruckeln bei 4K-Auflösung mit DLSS Quality und maximalen Settings bei erhofften 60 fps hinnehmen. Das ist schon kritikwürdig und weckt Bedenken, dass schwächere Systeme hart in die Knie gehen könnten. Angesichts der ordentlichen, aber nicht bombastischen Grafik ist der Leistungshunger sehr überbordend. Genau das spiegelt sich aktuell auch in vielen kritischen Steam-Bewertungen wider.
Versteht mich nicht falsch: Speziell die Cutscenes sehen bei „Star Wars Zero Company“ sehr stimmungsvoll aus und die Erkundung der Basis im Third-Person-Modus sorgt ebenfalls für feine Star-Wars-Atmosphäre – erst recht, wenn sogar einige Legenden aus dem Franchise Gastauftritte haben. Aber die rundenbasierten Kämpfe sind zwar effektvoll, aber kein Grafikfeuerwerk wie meinetwegen ein „Alan Wake II“. Bleibt zu hoffen, dass das eingedampfte Entwicklerteam von Bit Reactor noch einige Patches nachreicht.
Ein weiterer Kritikpunkt: „Star Wars Zero Company“ bietet mit 20 bis 30 Stunden, je nachdem, in wie viel Side-Content ihr eintaucht, eine sehr ordentliche Spielzeit. Allerdings ähneln sich am Ende viele Missionen doch sehr. Viele Aufträge laufen darauf hinaus, alle Gegner auszuknipsen, um anschließend die Verstärkung auszubooten bzw. erfolgreich zu fliehen. Da die taktischen Gefechte Laune machen, ist das nicht so wild, aber mit der Zeit erkennt man doch gewisse Muster allzu deutlich wieder, auch wenn die Story euch mehr dramatische Unterschiede „vorgaukelt“, als es dann auf dem Schlachtfeld wirklich gibt.
Mein Fazit zu "Star Wars Zero Company"
„Star Wars Zero Company“ leiht sich das zentrale Gameplay von „XCOM“ aus, was aber auch legitim ist. Schließlich haben viele Entwickler von Bit Reactor früher an jenem Franchise gearbeitet. Gleichzeitig legt man jedoch einen größeren Fokus auf die Charaktere und die Story, was mir persönlich richtig gut gefallen hat. Denn hier wird tatsächlich eine schöne Geschichte im Universum von George Lucas erzählt, die mir deutlich besser gefallen hat als die jüngeren Filme von Disney.
Neue Impulse gibt man dem Taktik-Strategie-Genre zwar nicht, doch das war aus meiner Sicht weder notwendig noch das Ziel. Stattdessen hat man einen richtig schönen Lizenztitel veröffentlicht, der nicht nur Fans von Star Wars, sondern auch von rundenbasierten Squad-Strategiespielen munden sollte.
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2 months ago
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