Spanisches Gericht: 479 Mio. gegen Meta

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Meta habe sich mit Nutzerdaten Vorteile auf dem Werbemarkt verschafft, urteilt ein Gericht in Madrid. Medienunternehmen sollen 479 Millionen Euro Entschädigung erhalten.

Aktualisiert am 20. November 2025, 14:28 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP, AP,

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 Das Unternehmen soll wegen unlauteren Wettbewerbs Entschädigung an Zeitungsverlage und Presseagenturen zahlen.
Der Hauptsitz von Meta im US-Bundesstaat Kalifornien: Das Unternehmen soll wegen unlauteren Wettbewerbs Entschädigung an Zeitungsverlage und Presseagenturen zahlen. © Josh Edelson/​AFP/​Getty Images

Ein Gericht in Spanien hat den US-Konzern Meta wegen unlauteren Wettbewerbs zu einer Zahlung von 479 Millionen Euro an spanische Medienunternehmen verurteilt. Meta habe "durch Werbung in seinen Onlinediensten Facebook und Instagram unter Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einen erheblichen Wettbewerbsvorteil erzielt", teilte das Handelsgericht in Madrid mit. Die Zahlung geht demnach an 87 spanische Online-Zeitungsverlage und Presseagenturen.

Meta habe persönliche Daten für verhaltensbezogene Werbung auf den Plattformen Facebook und Instagram genutzt, hieß es. Das Gericht urteilte, dass Meta in den fünf Jahren, in denen der Verstoß andauerte, mit seiner Online-Werbetätigkeit in Spanien fast 5,3 Milliarden Euro verdient habe. Ein Teil dieses Geldes soll nun an andere Wettbewerber umverteilt werden. Das Urteil war bereits am Mittwoch gefallen. Meta muss außerdem mehr als 60 Millionen Euro an gesetzlichen Zinsen zahlen.

Meta wies die Vorwürfe zurück. "Dies ist eine unbegründete Behauptung, die jegliche Beweise für einen angeblichen Schaden vermissen lässt und die Funktionsweise der Online-Werbebranche bewusst ignoriert", sagte ein Unternehmenssprecher in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Meta hält alle geltenden Gesetze ein", sagte er. Der Konzern will demnach Berufung einlegen.

Klage gegen Meta auch in Frankreich

Der Medienverband AMI hatte von Meta 551 Millionen Euro Schadensersatz gefordert. Die spanischen Medien warfen dem US-Konzern vor, von Mai 2018 bis Juli 2023 "systematisch" gegen EU-Recht verstoßen und damit unfaire Wettbewerbsbedingungen geschaffen zu haben. Unternehmen müssen innerhalb der EU die Einwilligung der Nutzerinnen und Nutzer für personalisierte Werbung einholen.

Spanische Radio- und Fernsehsender haben – ebenfalls wegen des Vorwurfs des unlauteren Wettbewerbs – eine separate Klage gegen Meta eingereicht und fordern 160 Millionen Euro Schadensersatz. Ähnliche Vorwürfe gibt es in Frankreich, wo im April dieses Jahres rund 200 französische Medien Klage gegen Meta eingereicht hatten.

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