
Nutzer des Sonos-Systems am Mac kennen das Trauerspiel vermutlich. Die offizielle Desktop-App des Herstellers ist technisch gesehen ein Relikt aus Intel-Zeiten, das auf modernen Macs nur dank der Übersetzungsschicht Rosetta 2 noch seinen Dienst verrichtet. Da Apple diese Unterstützung erfahrungsgemäß mit der nächsten Version einstellen wird und Sonos bislang keine Anstalten macht, einen nativen Ersatz zu liefern (nur die lahme Web-App), hat ein Entwickler die Sache selbst in die Hand genommen. Das Ergebnis ist der SonosController.

Hierbei handelt es sich um eine komplett in Swift und SwiftUI neu geschriebene Anwendung. Der Macher wollte seine Lautsprecher schlichtweg vernünftig vom Arbeitsplatz aus steuern, ohne für jede Kleinigkeit zum Smartphone greifen zu müssen. Es ist ein reines Fan-Projekt, das gänzlich ohne proprietären Code von Sonos auskommt. Stattdessen setzt die Software auf die offenen UPnP- und SOAP-Protokolle, über die die Lautsprecher ohnehin im lokalen Netzwerk kommunizieren.

Ein Detail zur Entstehung: Der Code wurde interaktiv mithilfe von Claude Code entwickelt und an einem Live-System mit 16 Lautsprechern getestet. Die neue Version bringt eine vollständige Lokalisierung in 13 Sprachen mit, darunter natürlich Deutsch. Auch optisch passt sich die App nun besser ins System ein, da sie neben einem hellen Design auch einen Dark Mode unterstützt und die Akzentfarben anpassbar sind.

Unter der Haube wurde die Kommunikation mit den Lautsprechern modernisiert. Statt den Status der Geräte ständig aktiv abzufragen (Polling), nutzt die App nun UPnP-Event-Abonnements. Das sorgt für Echtzeit-Updates, wenn sich die Lautstärke ändert oder ein neuer Titel beginnt. Damit die Oberfläche nicht leer wirkt, werden Cover-Bilder nun persistent gecacht.
Klickt man einen Favoriten an, zeigt die App sofort das gespeicherte Bild und den Sendernamen an, während der Lautsprecher im Hintergrund noch die Verbindung aufbaut. Dieses optimistische Interface-Design soll verhindern, dass Regler hin und her springen, während das Gerät noch Befehle verarbeitet.
Der Funktionsumfang deckt den Alltag gut ab. Man kann die Wiedergabe steuern, spulen, shuffeln und Lautstärken sowohl global als auch für einzelne Lautsprecher in einer Gruppe regeln. Das Gruppieren von Zonen funktioniert ebenso wie der Zugriff auf die Sonos-Favoriten und die Musikbibliothek auf dem NAS. Dienste wie Apple Music oder Spotify werden in der Liste durch kleine Icons kenntlich gemacht, sodass man sofort sieht, woher die Musik kommt.
Auch Wecker und Schlummer-Timer lassen sich verwalten. Wichtig zu wissen ist aber, dass ihr nicht alles aus der originalen Sonos-App nutzen könnt, durchbrowsen eurer Dienste und so ist leider (noch?) nicht möglich. Radio und so geht aber. Hat man laufende Warteschlangen mit Inhalten aus externen Diensten, kann man die natürlich auch nutzen.
Voraussetzung für die Nutzung ist macOS 14.0 (Sonoma). Die App ist primär für Macs mit M1-Chip oder neuer ausgelegt, läuft aber übergangsweise wohl auch noch auf Intel-Maschinen. Wer also keine Lust mehr auf die träge offizielle App hat oder einfach eine native Lösung bevorzugt, kann hier einen Blick riskieren.
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4 weeks ago
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