
Es gab wieder einmal Redebedarf im Hause Sonos. CEO Tom Conrad und weitere Mitarbeiter stellten sich auf Reddit den Fragen der Community. Dabei ging es um technische Dauerbrenner, die Zukunft der App und lang ersehnte Features.
Ein großes Thema war der Ruf nach dedizierten Front-Lautsprechern im Heimkino-Setup. Viele Nutzer behelfen sich aktuell mit Drittanbieter-Lösungen. Conrad zeigte sich begeistert von der Kreativität der Nutzer, dämpfte aber die Erwartungen an eine schnelle offizielle Lösung.
Die technischen Hürden bezüglich Latenz, Phasenanpassung und Raumakustik sind hoch. Eine offizielle Integration wird erst kommen, wenn diese zuverlässig und besser als aktuelle Bastellösungen funktioniert. Man arbeite aber aktiv an flexibleren Heimkino-Konfigurationen.
Dazu passt der Wunsch einiger Anwender, die rückwärtigen Surround-Lautsprecher bei Musikwiedergabe als echtes Stereo-Paar nutzen zu können. Technisch ist das komplex, da die Lautsprecher im Surround-Verbund anders angesteuert werden als im Stereobetrieb. Ein dynamischer Wechsel ohne ständige Neukonfiguration ist das Ziel, an dem auf Plattformebene gearbeitet wird.
Bezüglich der App-Oberfläche wurde bestätigt, dass der schnelle Zugriff auf EQ- und Bass-Einstellungen direkt vom Wiedergabebildschirm zurückkehren wird. Auch das Thema Fehlerdiagnose steht weit oben auf der Liste. Nutzer sollen künftig besser erkennen können, ob ein Problem beim Netzwerk, dem Musikdienst oder dem Sonos-System selbst liegt. Ziel sind verständliche Echtzeit-Analysen statt kryptischer Logs.
Wer auf eine tiefere Integration in Home Assistant hofft, muss sich gedulden. Das Thema wird intern diskutiert, ist aber aufgrund von Datenschutzbedenken, gerade bei Mikrofonen im Smart Home, komplex. Eine klare Absage gab es erneut für DTS-Unterstützung. Die Lizenzkosten müssten auf alle Geräte umgelegt werden, während nur eine kleine Gruppe von Nutzern, primär Blu-ray-Sammler, davon profitiert. Da Streaming-Dienste fast ausschließlich auf Dolby setzen, rechnet sich das für Sonos nicht.
Beim Thema Trueplay Tuning auf Android bleibt der Kurs bestehen: Es wird keine Einmessung über das Smartphone-Mikrofon geben, da die Hardware-Fragmentierung bei Android zu groß ist. Stattdessen setzt Sonos auf die in den neueren Lautsprechern verbauten Mikrofone zur Selbstkalibrierung, wie es bereits bei Era 100 oder Arc Ultra der Fall ist.
Für iOS-Nutzer ist die Steuerung über den Sperrbildschirm weiterhin ein schwieriges Thema, da Apple dies für Apps, die Audio nicht lokal auf dem Gerät abspielen, wohl einschränkt wobei Sonify das ja umgeht – und andere bekommen es auch irgendwie hin). Widgets bieten keine Echtzeit-Aktualisierung. Die Hoffnung liegt hier auf der Implementierung von „Live Activities“.
Was war noch? Die Partnerschaft mit IKEA für die Symfonisk-Reihe ist bekanntlich beendet. Die Idee von Lautsprechern, die sich in Möbel integrieren, bleibt für Sonos aber weiterhin interessant.
Ich für meinen Teil hoffe, dass man sich eine ordentliche Scheibe von Sonify abschneidet – und dass man die mistige Web-App irgendwie verbessert. Da muss man vermutlich nur selten ran, aber dennoch muss das ja „gut“ sein. Unterm Strich bleibt, dass Sonos für mich immer noch das beste Multiroom-System ist, was auch an der Masse der eingebauten Dienste liegt. Und wenn mal was nicht drin ist, hilft AirPlay. Dennoch darf man sich nicht auf den Erfolgen der letzten Jahre ausruhen. Der Wettbewerb schläft nicht. Wenn Amazon mal richtig Gas geben würde und das Thema Audio / Steuerung ernstnehmen würde, dann könnte alles kippen. Und auch Player wie Wiim scharren schon mit den Hufen.
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1 month ago
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