
Auf der Augmented World Expo 2026 hat Snap Inc. die SPECS vorgestellt, eine Augmented-Reality-Brille, die ohne externes Rechengerät oder Kabelverbindung auskommt. Die gesamte Technik steckt entsprechend direkt im Gestell, selbiges besteht aus TR90-Polymer und kommt in zwei Größen: Die 47-mm-Variante bringt 132 Gramm auf die Waage, die 52-mm-Variante 136 Gramm.
Wer eine Sehhilfe braucht, kann herausnehmbare Einsätze mit seiner Sehstärke einsetzen lassen. Die Anzeige übernehmen hauseigene LCoS-Displays mit einem Sichtfeld von 51 Grad und einer Farbdarstellung von 16 Millionen Farben. Snap vergleicht das subjektiv mit einem 24-Zoll-Monitor auf dem Schreibtisch oder einer 115-Zoll-Leinwand aus drei Metern Entfernung. Die Gläser sind elektrochrom und passen ihre Tönung in rund zehn Sekunden an die Lichtverhältnisse an, was bei wechselnden Innen- und Außensituationen praktisch sein dürfte. In Videos sah die Brille dennoch nicht wirklich wie ein normales Modell aus…
Intern arbeiten zwei separate Snapdragon-Chips: Einer kümmert sich um Computer Vision und Hand-Tracking, der andere rendert die AR-Inhalte. Diese Aufteilung soll die Motion-to-Photon-Latenz auf sieben Millisekunden drücken. Die Akkulaufzeit liegt bei bis zu vier Stunden bei gemischtem Betrieb, mit dem mitgelieferten Ladecase sollen es insgesamt bis zu 20 Stunden sein. Hier wird sich sicherlich noch zeigen müssen, wie alltagstauglich diese Werte dann wirklich sind.

Das Betriebssystem heißt Snap OS und ist auf Alltags- sowie kollaborative Anwendungsszenarien ausgelegt. Navigation, Raumvermessung, KI-Kontextassistenz, Screen-Casting und virtuelle Whiteboards gehören zum Funktionsumfang. Für Entwickler gibt es im Lens Studio neue Schnittstellen zu KI-Coding-Tools wie Claude Code oder Cursor sowie ein Native Development Kit für eigenen Code.
Da die Brille Kameras und Sensoren nutzt, um die Umgebung zu erfassen, hat Snap auch ein Datenschutzkonzept integriert. Eine LED-Anzeige zeigt dem Umfeld an, wenn die Kamera aktiv ist. Die Datenverarbeitung läuft nach Herstellerangaben primär direkt auf dem Gerät, und Nutzende behalten die Kontrolle über gespeicherte oder synchronisierte Daten.
Vorbestellungen sind ab sofort möglich. Der Kaufpreis liegt bei stolzen 2.195 US-Dollar, zur Reservierung wird eine erstattbare Anzahlung von 200 US-Dollar fällig. Ausgeliefert wird ab Herbst 2026 – zunächst allerdings nur in den USA, Großbritannien und Frankreich. Wann die Brille nach Deutschland kommt, hat Snap bislang nicht kommuniziert.
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