Smart Meter: E.ON fordert Pflicht für alle Haushalte

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E.ON-Vertriebsvorstand Marc Spieker drängt laut Stern-Bericht auf eine härtere Gangart beim Thema Smart Meter. Der Wunsch: Eine Verpflichtung aller Netzbetreiber, sämtliche Haushalte hierzulande mit intelligenten Stromzählern auszustatten. Bislang müssen Netzbetreiber nur unter bestimmten Voraussetzungen tätig werden, beispielsweise wenn eine Wärmepumpe oder eine größere Solaranlage im Spiel ist. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn während andere Länder in Europa Quoten von 80 Prozent erreichen, dümpelte Deutschland Ende September 2025 bei knapp 4 Prozent herum. Das entspricht gut zwei Millionen Geräten.

Geht es nach E.ON muss mehr Druck her. Wer den Ausbau verschläft, soll Konsequenzen spüren. Die Idee ist, dass säumige Netzbetreiber nach einem Jahr das Recht verlieren, die Zähler im eigenen Gebiet zu wechseln, sodass andere Unternehmen einspringen können. E.ON selbst hat bis Ende 2025 knapp eine Million solcher Systeme installiert.

Der Vorteil der Technik liegt laut ihm in der feineren Messung im 15-Minuten-Takt. Das ermöglicht Tarife, bei denen Strom zu bestimmten Zeiten günstiger ist, was etwa beim Laden des E-Autos oder dem Betrieb der Waschmaschine Geld spart.

Seit Anfang 2025 besteht zwar theoretisch das Recht für jeden Haushalt, einen Smart Meter zu beantragen, wobei der Netzbetreiber dann vier Monate Zeit für den Einbau hat. Die Kosten bleiben bei dieser freiwilligen Lösung allerdings am Verbraucher hängen.

Horcht man so rum, haben Anwender diverse Kritikpunkte. Allen voran steht das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Für den Standardhaushalt ohne Elektroauto oder Wärmepumpe halten sich die Einsparungen in Grenzen, während die Fixkosten steigen. Zwar sind die jährlichen Betriebskosten gedeckelt, liegen aber oft über den Gebühren alter analoger Zähler. Richtig ins Geld gehen kann der nötige Umbau des Zählerschranks in Altbauten.

Ein weiterer Aspekt, der häufig angebracht wird (im Stern-Bericht aber nicht weiter thematisiert wird), ist der Datenschutz. Trotz hoher Sicherheitsstandards des BSI-Gateways bleibt das Unbehagen vor dem gläsernen Kunden. Daten im 15-Minuten-Takt verraten viel über den Lebensrhythmus, etwa Anwesenheit oder Kochzeiten. Auch wenn Missbrauch aktuell verboten ist, bleibt die Sorge vor zukünftigen Begehrlichkeiten Dritter. Sicherheitstechnisch bringt jede Vernetzung Risiken mit sich.

Kritiker warnen vor Cyber-Attacken, die theoretisch das Netz destabilisieren könnten. Zudem wird die Option der Fernabschaltung skeptisch gesehen. Technisch gilt die deutsche Lösung als komplex und bürokratisch, was die Installation erschwert und zu Fehlern führen kann, etwa wenn im Keller der Mobilfunkempfang fehlt. Oft hapert es auch noch an der reibungslosen Kommunikation mit Heimenergiemanagement-Systemen.

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