Der Elektronikkonzern Samsung hat für seine zuletzt schwächelnde Halbleiterproduktion einen milliardenschweren Auftrag an Land gezogen. Die Südkoreaner sollen für den E-Autobauer Tesla den KI-Chip der nächsten Generation fertigen, teilte das Unternehmen am Montag in Seoul mit. Die Vereinbarung habe einen Wert von umgerechnet 16,5 Milliarden US-Dollar (rund 14 Milliarden Euro) und laufe bis Ende 2033. Samsung soll den AI6-Chip in seinem neuen Werk in Texas fertigen.
Die Aktien von Samsung legten am Montag um bis zu 7 Prozent zu und erreichten damit ein Hoch seit September vergangenen Jahres.
Musk will die Fertigung überwachen
Samsung hatte bereits am Wochenende die Unterzeichnung eines 16,5 Milliarden Dollar schweren Vertrags bekannt gegeben, ohne allerdings den Namen des Kunden zu nennen. Tesla-Chef Elon Musk (54) bestätigte den Deal dann am Montagmorgen auf seiner Social-Media-Plattform X.
„Samsungs riesige neue Fabrik in Texas wird die AI6-Chips der nächsten Generation für Tesla herstellen“, kommentierte Musk die Vereinbarung. Die strategische Bedeutung davon könne kaum überschätzt werden. Die avisierten 16,5 Milliarden Dollar seien zudem das „absolute Minimum“, schrieb er weiter. Die tatsächliche Leistung dürfte um ein Vielfaches höher liegen.
Samsung habe laut Musk zudem erlaubt, dass Tesla bei der Optimierung der Produktion helfe. Der Milliardär selbst wolle die Fertigung überwachen.
Samsung hat Marktanteile an TSMC verloren
Samsung produziert aktuell den AI4 und beliefert auch Tesla damit. Den Nachfolger AI5 wird der taiwanische Konkurrent TSMC für Samsung fertigen; dessen Entwicklung hat er gerade abgeschlossen. Dieser Chip soll zunächst in Taiwan und später in Arizona hergestellt werden. Tesla benötigt die KI-Chips für die Software, die autonomes Fahren ermöglichen soll.
Samsung hat in der Chipproduktion an Bedeutung verloren und kämpft mit Gewinnrückgängen. Südkoreas größter Elektronikkonzern fertigt sowohl eigene Speicherchips als auch Halbleiter im Kundenauftrag und hat vor allem in der Auftragsfertigung Schwierigkeiten, genügend Aufträge zu erhalten, um seine Kapazitäten voll auszulasten. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme seiner neuen Fabrik in Texas etwa wurde zuletzt auf 2026 verschoben.
Im Gegensatz dazu kann sich der führende Chiphersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) vor Aufträgen kaum retten und ist trotz des Ausbaus seiner Kapazitäten nicht in der Lage, die Nachfrage zu decken. TSMC dominiert den Fertigungsmarkt weltweit und kam laut dem Marktforscher TrendForce im ersten Quartal auf einen Marktanteil von 67,6 Prozent. Der Anteil von Samsung sank hingegen von 8,1 Prozent im Vorquartal auf 7,7 Prozent.


