OpenAI-Chef Sam Altman reagierte am Mittwoch auf die Kritik an seiner Aussage zur Verwendung von Arbeitsspeicher. Er änderte auf X gar zeitweise seinen Namen in „RAM Altman“ und sagte, Nutzer sollten so viel RAM in ihre PCs einbauen, wie sie wollen.
Stein des Anstoßes war eine Aussage des OpenAI-Chefs im Podcast „Cheeky Pint“ von Stripe-Mitgründer John Collison. Er sagte, dass es aus der Perspektive der globalen Ressourcenallokation eigentlich ziemlich schrecklich sei, „dass jeder einen Teil des weltweit begrenzten DRAM-Angebots in seinem eigenen Rechner stecken hat – wo es dann nur 5 Prozent der Zeit tatsächlich genutzt wird.“ Kritiker sahen dies als Vorschlag, die weltweiten RAM-Bestände verstärkt in Rechenzentren einzubauen.
Er sagte auf X, es sei „verdammt nervig“, dass seine Aussage aus dem Kontext gerissen worden sei. „Ich möchte tatsächlich, dass es weltweit Unmengen an Speicher gibt und die Leute so viel in ihre Computer einbauen können, wie sie wollen.“ Er ergänzte: „Ich setze mich schon seit langer Zeit dafür ein, dass die Speicherproduktion weltweit hochgefahren wird.“
Auf einen weiteren X-Kommentar antwortete er: „Ich möchte, dass du so viel RAM hast. Lasst uns mehr bauen.“
Speicherengpässe auch wegen OpenAI
Betreiber von KI-Rechenzentren haben einen Großteil des weltweiten RAM-Vorrats aufgekauft und damit eine Verknappung ausgelöst. Diese führt zu Preissteigerungen bei Technikprodukten wie Smartphones, Notebooks und selbst Smart-Home-Geräten. Die Speicherkrise dürfte auch in nächster Zeit nicht nachlassen. So gehen Marktbeobachter davon aus, dass sie mindestens bis ins nächste Jahr andauern wird, und SK Hynix prognostiziert, dass sie sich bis 2030 hinziehen könnte. Die Analysefirmen Gartner und Counterpoint rechnen frühestens 2028 mit Entlastung, wenn neue Fertigungskapazitäten greifen.
Als einer der Hauptverantwortlichen für die Engpässe gilt OpenAI mit seinem Mitgründer Sam Altman. Altman hatte schon Ende 2023 begonnen, Chiphersteller und Investoren abzuklappern, um sieben Billionen US-Dollar für 36 neue Chipfabriken und zusätzliche Rechenzentren einzusammeln. Das klappte nicht; inzwischen kommt auch der Bau neuer KI-Rechenzentren zunehmend ins Stocken.
(afl)



