Russische Jets verletzen Litauens Luftraum

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Stand: 18.09.2026, 05:12 Uhr

Von: Richard Strobl

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Russische Militärflugzeuge sind offenbar in den Luftraum des NATO-Mitglieds Litauen eingedrungen. Kampfjets aus Italien stiegen zur Verteidigung auf.

Rom – Wieder hat es einen heiklen Vorfall an der Außengrenze der NATO gegeben. Zwei russische Kampfflugzeuge sind in den Luftraum Litauens, also in den Luftraum des Verteidigungsbündnisses, eingedrungen. Die NATO schickte selbst zwei Kampfflugzeuge zur Abwehr.

Ein italienischer Eurofighter F-2000. (Symbolfoto)

Ein italienischer Eurofighter F-2000. (Symbolfoto) © IMAGO/Salvatore Cavalli

Zwei Eurofighter F-2000 der italienischen Luftwaffe sind am Donnerstagnachmittag im Alarmmodus von der Airbase in Siauliai in Litauen gestartet. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf informierte Kreise. Die NATO-Kampfjets aus Italien sind Teil der Luftstreitkräfte, die im Rahmen der Operation Baltic Thunder III die Ostgrenze der NATO schützen sollen. Zuvor waren dem Bericht nach zwei Kampfflugzeuge aus Russland in den Luftraum Litauens eingedrungen. Koordiniert worden sei die Operation auf NATO-Seite vom Einsatzzentrum für kombinierte Luftoperationen in Uedem in Deutschland. Weitere Details wurden nicht genannt.

Russische Militärflugzeuge dringen in NATO-Luftraum ein – „Provokation“ Putins

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass russische Kampfjets in den NATO-Luftraum eindringen. Zuletzt hatten Kampfjets auch eine russische Drohne über Litauen abgeschossen. Derartige Vorfälle häufen sich in den letzten Wochen. Auch das Flugzeug von Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj soll nach dessen Aussage zweimal Ziel von russischen Drohnen gewesen sein, als dieses sich in Moldau aufhielt.

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni hatte mehr oder minder zeitgleich in Oslo über „Provokationen“ von Wladimir Putin am Rande des Ukraine-Kriegs gesprochen, die aktuell immer häufiger auftreten würden. Italiens Regierungschefin zeigte sich bei der Pressekonferenz nach einem Treffen mit Norwegens Premierminister Jonas Gahr überzeugt, dass Russland eine Eskalation anstrebe. Das Ziel Putins sei es, „die Aufmerksamkeit vom Schlachtfeld abzulenken, wo der Krieg nicht so verläuft, wie er es versprochen hatte“.

In Russland hat unterdessen die erste Parlamentswahl seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine begonnen. Aufgerufen sind bis Sonntag mehr als 110 Millionen Russinnen und Russen zur Wahl von 450 Abgeordneten für die neue Staatsduma in Moskau. Die Opposition ist nicht zugelassen.

Die seit über 20 Jahren regierende Kremlpartei Geeintes Russland erwartet nach dem Ausschluss der Anti-Kriegspartei Jabloko trotz einer massiven Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und Unzufriedenheit der Menschen eine Zweidrittelmehrheit. Für die Partei kandidieren Dutzende Kriegsveteranen.

Wahlen in Russland: Putin lässt über Ukraine-Krieg abstimmen – und lässt doch keine Wahl

Die zehn Parteien auf dem Wahlzettel gelten durchweg als kremlnah und unterstützen den von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Krieg. Der Präsident forderte die Wähler auf, mit ihrer Stimmabgabe einen Beitrag zum Sieg des Landes in dem Krieg zu leisten. Der schon vorab von Kritikern als unfair bezeichnete Urnengang gilt vor allem als ein Referendum über die Fortsetzung der seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Invasion. 

Gegen den Protest der Ukraine wird die Wahl erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Zum wiederholten Mal dabei ist auch die schon 2014 einverleibte Schwarzmeer-Halbinsel Krim. (Verwendete Quellen: Ansa, dpa, Rai) (rjs)

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