Roborock Saros 20 Flow Complete ausprobiert: Das kann der Saros mit der Wischwalze

1 month ago 14

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

Roborock hat im Rahmen der IFA 2026 sein Portfolio der Flaggschiff-Reihe Saros aufgestockt. Im Mai hatte ich da bereits den Saros 20 Sonic, mit vibrierendem Wischtuch, ausprobiert, unser Benny hatte zum Jahresbeginn den Saros 20 mit seinen rotierenden Wischmopps unter die Lupe genommen. Mit dem Roborock Saros 20 Flow Complete hielt jetzt eine weitere Wischtechnologie Einzug in der Saros-Serie: eine rotierende Wischwalze. Vor allem hierin unterscheidet er sich auch hauptsächlich (auf dem Papier) von den anderen Flaggschiff-Modellen. Wie auch der Saros 20 Sonic, setzt der Saros 20 Flow Complete auf ein Navigationssystem mit (einziehbarem) Laserturm. Zählpixel

In vielen Punkten ähneln sich also Saros 20 Sonic und der Saros 20 Flow Complete. Ich habe mir entsprechend vor allem das neue Wischsystem und ein paar Besonderheiten angeschaut, welche die Neuvorstellung so zu bieten hat. Vorneweg ein kurzer Blick aufs Datenblatt.

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

Der Roborock Saros 20 Flow Complete bringt eine Saugleistung von 36.000 Pa mit. Navigiert wird mit einem versenkbaren Lidar-System (Retract Sense), welches durch eine KI-Hinderniserkennung ergänzt wird. Die Bauhöhe gibt Roborock mit 8,98 Zentimetern (bei eingezogenem Laserturm) an. Gewischt wird mit einer Walze, die mit 240 Umdrehungen pro Minute und einem Anpressdruck von 15N über den Fußboden rotiert. 16 Wasserdüsen sollen für eine gleichmäßige Befeuchtung sowie Reinigung sorgen.Für die Ecken gibt es zwei ausklappbare Seitenarme, die dort hinkommen sollen, wo normale Bürsten nicht hinhinreichen. Das neue RockDock saugt nicht nur ab, sondern versorgt die Wischwalze mit 100 Grad heißem Wasser zur Reinigung und dosiert das Reinigungsmittel selbst.

roborock Saros 20 Flow Complete Saugroboter mit Wischfunktion, 36.000 Pa

roborock Saros 20 Flow Complete Saugroboter mit Wischfunktion, 36.000 Pa

  • SpiraFlow 2.0 - Das Druck-Selbstreinigungssystem SpiraFlow 2.0 nutzt warmes Wasser und starken Druck, um...
  • 36.000 Pa Saugkraft - Der HyperForce-Motor mit 36.000 Pa nimmt Staub, Schmutz und Haustierhaare mit...
  • AdaptiLift Traverse 3.0 - Die Reinigung von Raum zu Raum sollte nicht an erhöhten Türschwellen...

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

Ausgepackt und angefasst

Über die Verarbeitung eines Roborock-Saugroboters brauche ich wohl keine großen Worte verlieren: Wie gewohnt erstklassig. Möchte man etwas monieren, dann wäre es die Abdeckung der Oberseite des Saugroboters, die auf den Roboter aufgeklickt ist und entsprechende Spaltmaße am Rand zum Vorschein bringt. Ich hatte mich da zu Beginn etwas zurückgehalten, die Abdeckung runterzurupfen, sie hält entsprechend erstaunlich gut. Familien mit Kleinkindern dürfte das zusagen, da die (teils magnetischen) Abdeckungen sonst sehr leicht abnehmbar sind. Der Saros 20 Flow Complete setzt auf eine komplett matte, schicke Oberfläche. Man setzt wieder auf physische Knöpfe, anstelle von (glänzenden) Touch-Bedienflächen: Finde ich gut.

Auch die Docking-Station ist elegant verpackt, wenngleich Frisch- und Schmutzwasserbehälter nicht mehr unter einer separaten Verkleidung sitzen beziehungsweise abgedeckt werden. Dennoch macht das einen sehr aufgeräumten Eindruck. Gerade das RockDock wurde von Grund auf neu konzipiert. Für mich wichtig: Die Wassertanks passen, trotz Veränderungen und dickerem Deckel, weiterhin unter einen Wasserhahn mit geringer Höhe.

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

Staubbeutel und Reinigungsmitteltank sitzen beim neuen RockDock jetzt unter den Frisch- und Schmutzwassertanks. Das passt für mich, zumal man da ohnehin nur sehr selten ran muss. Stattdessen verzichtet man auf eine Klappe oder Abdeckung an der Front, was eine einheitliche Optik gewährleistet. (Umso spannender, dass der Deckel dieses Mal wegfiel und man direkt die Griffe der Behälter sieht.) Weiterhin nicht zur Optik passt das graue Kabel beim schwarzen, mir vorliegenden, Modell.

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Einrichten und kartieren

Die Einrichtung des Saugroboters geht wie üblich reibungslos vonstatten. Account einloggen, QR-Code scannen bzw. erkannten Roborock in der App auswählen, WLAN verbinden und los kann es gehen. Die (schnelle) Kartierung ist bei meiner Wohnungsgröße binnen 5 Minuten flott und reibungslos erledigt. Der Laser verrichtet hier zuverlässig und präzise seinen Dienst.

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

Eine Sache, die mir auffiel: Mittlerweile ist Roborock echt gut darin, Bereiche, die durch ein Fenster sichtbar sind oder spiegelnde Flächen haben, direkt im Zuge der Kartierung nicht als Fehlerkennungen mit aufzunehmen, sondern den realen Raum abzubilden. Auch liegt man recht treffsicher bei der Erkennung der Räumlichkeiten. Ein kleiner Einrichtungsassistent führt jetzt aber zielsicher durch die letzten Feinheiten und Einstellungsmöglichkeiten, um am Ende mit einer passenden Karte (inklusive Bodenbeschaffenheiten etc.) loszulegen. Man muss da nur noch wenige Handgriffe manuell vornehmen. Kleine Feinheit: Man füllt Räumlichkeiten nun zu einem kompletten Wohnungsgrundriss auf, auch wenn Wände oder für den Reinigungshelfer unzugängliche Bereiche dazwischen liegen. Auf der Karte markiert man das schraffiert.  Das kann der Saros mit der Wischwalze

Navigation und Hinderniserkennung

Für mich zählen die Navigation und die Hinderniserkennung (neben der App) zu den Stärken der Saug- und Wischroboter von Roborock. Man punktet hier mit Präzision und Zuverlässigkeit, statt nur mit Technologie- und Funktionsfeuerwerk um sich zu feuern. Ich empfinde die Laser-Navigation weiterhin als zielführender und systematischer.

Der Saros manövriert vorsichtig um Hindernisse, man kann in der App festlegen, wie sanft er dabei sein soll. Auf Wunsch macht er auch mit der verbauten Kamera Fotos der Hindernisse, die dann an der entsprechenden Stelle der Karte angezeigt werden. Auch die Kabelerkennung finde ich seit dem Saros 10 echt solide. Mit VertiBeam werden Kabel recht zuverlässig erkannt und auf der Karte vermerkt, wenngleich teils doch mit großem Abstand umfahren.

Auf der anderen Seite: Keine Probleme mit verschluckten Kabeln. Der Laserturm wird nur dann eingefahren, wenn nötig. Die Bauhöhe des Roborock Saros 20 Flow Complete fällt mit knapp 9 Zentimetern dennoch etwas höher aus – im Vergleich zu seinen Kameraden mit Wischwalze, auch in den Reihen der Konkurrenz, ist das dennoch eine recht annehmbare Höhe. Wer dennoch viele flache Möbel hat, der ist ohne Wischwalze aber mit einziehbarem Laser-Turm da wohl besser bedient.

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

Zuletzt waren noch die Schwingstühle in meinen Räumlichkeiten ein Problemfeld. Da hat man mit dem Saros 20 gut nachgebessert, Probleme sind da echt selten geworden und auch beim hiesigen Testmodell mit Wischwalze sind mir da bei seinen bisherigen Einsätzen keine Probleme aufgefallen.

Saros 20 Flow Complete: So schlägt sich die neue Wischwalze in der Praxis

Wie auch bei den Vorjahresmodellen:  Ob das nun 36.000 Pa (Saros 20 Sonic oder Saros 20 Complete Flow) sind oder eine Schippe weniger– geschenkt und im alltäglichen Gebrauch kaum wahrnehmbar. Die Testbedingungen sind eben keine im Labor, sondern meine realen Praxiseindrücke. Die Saugleistung der Roborock-Flaggschiff-Modelle kann überzeugen und mit der ausfahrbaren Seitenbürste sind auch Randbereiche von Staub und Haaren befreit. Verzichten muss man hier leider auf eine ausfahrbare Seitenbürste für die Reinigung von Ecken und Kanten. Stattdessen kommt eine zweite Seitenbürste zum Einsatz – die ist kein gleichwertiger Ersatz. Die Duo-Divide-Bürste ist, gerade mit langen Haaren, weiter recht zuverlässig gegen Umwicklungen gewappnet.

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

Die neue Wischwalze lässt mich mit gespaltener Meinung zurück. Auf der Haben-Seite steht die kontinuierliche Reinigung dieser mit (warmem) Frischwasser. Die Wischwalze wird somit im laufenden Wischbetrieb laufend gesäubert und nicht erst, wenn der Roborock zum Dock zurückkehrt. Schön ist auch, dass die Rolle zur Seite ausgefahren und wirklich direkt entlang der Fußbodenleiste gewischt wird.

 Das kann der Saros mit der Wischwalze  Das kann der Saros mit der Wischwalze

Weiterer Pluspunkt: Die Reinigung der Mopps in der Station sorgt für entsprechende Verschmutzungen. Das macht sich hier vor allem aufgrund eines recht kalkhaltigen Wassers bemerkbar. Die manuelle Pflege ist hier gefühlt etwas überschaubarer, zumal das Modell wieder auf eine herausnehmbare Schale setzt, die sich einfach wesentlich entspannter sauber machen lässt. Auch lässt sich der Schmutzwassertank im Roboter entnehmen und reinigen. Ich habe keinen Teppich, Nutzer eines Teppichs dürften aber von der verbesserten Möglichkeit des Anhebens und vor allem dem Verschließen der Unterseite profitieren: Die feuchte Walze dürfte den Teppich dadurch nicht berühren – ganz ohne Funktionen, wie die Mopps in der Station zu belassen.

Einen nicht so tollen Eindruck hinterlassen hat bei mir das allgemeine Wischbild. So sind die Streifen, entlang des Abstands der Wasserdüsen doch – auch nach dem Trocknen des Fußbodens gut erkennbar. Zumindest dann, wenn der Roboter gerade Bahnen zog und das sowohl auf dem Parkettboden, als auch auf dem Fliesenboden. Ich werde das mal beobachten, ob das eine Sache des Reinigungsmittels und/oder des kalkhaltigen Wassers ist.

Mit dem vibrierenden Wischtuch (und auch mit Modellen mit rotierenden Mopps) hatte ich da aber tatsächlich keine sichtbaren Streifen, die hinterlassen wurden, und ein einheitlicheres Wischbild. Überraschend: Der Anpressdruck fällt (mit 15N) kaum merklich stärker aus, als beim Saros 20 Sonic (14N). Dennoch habe ich das Gefühl, dass hartnäckige Flecken mit dem Flow-Modell eher bereinigt werden – was dann wohl auf das kontinuierliche Säubern der Rolle sowie das warme Wasser zurückzuführen sein dürfte.

Weitere Randnotizen

  • Der Sprachassistent Rocky fiel mir bei diesem Modell etwas übereifrig in seiner Erkennung auf. So gab es wirklich diverse Fehlerkennungen in meinem Testzeitraum, in denen er ohne das Wakeword zu nennen hellhörig wurde.
  • Die App bietet umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten und diverse Features, die man als Spielerei titulieren könnte. Darunter die Möglichkeit, Schnappschüsse von Haustieren anzufertigen. Da wir keine Haustiere haben, für mich aber auch kein Test-Usecase.

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

  • Per Matter-Unterstützung ist eine Anbindung an diverse Smart-Home-Plattformen möglich.

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

Unterm Strich?

Roborock hat mit dem Saros 20 Flow Complete ein neues und grundsolides (Flaggschiff-) Modell im Portfolio, welches aber weiterhin keine Wünsche offenlässt. Positiv ist der einziehbare Laserturm, der eine flache Bauweise erlaubt, wenngleich Modelle ohne Wischwalze mit dieser Technologie im Roborock-Portfolio noch flacher ausfallen. Die Laser-Navigation von Roborock sucht ihresgleichen: präzise und zuverlässig. Das Saugergebnis ist ordentlich, man verzichtet jedoch leider auf eine ausfahrbare Seitenbürste – zulasten der Ecken und Kanten.

 Das kann der Saros mit der Wischwalze

An die Wischwalze hatte ich tatsächlich ebenfalls höhere Erwartungen und sie ist (leider) kein Allheilmittel. Der Anpressdruck ist gut, anderen Wischsystemen aber weniger überlegen und die eine oder andere (alltägliche) Verschmutzung lässt sich dadurch auch problemlos beseitigen. Das hinterlassene Wischbild war in meinem Fall aber nicht einheitlich und hat mehrere parallele Streifen hinterlassen. Positiv ist das Ausfahren zur Seite, womit ein Wischen bis an die Fußbodenleiste erfolgt.

Ansonsten? Der manuelle Reinigungsbedarf wurde gesenkt und durch eine herausnehmbare Schale im Dock erleichtert.

Wer mit den Schwachpunkten leben kann, der erhält dennoch ein rundes Gesamtpaket. Erfahrungsgemäß sollte man bei Flaggschiff-Modellen nicht unbedingt direkt, sondern lieber im Rahmen einer Rabattaktion zuschlagen – der nächste Rabatt oder Preisrutsch folgt bestimmt, sodass das Paket für unter 1.000 Euro zu hben sein wird.

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