Reolink OMVI 2i Ultra im Test: Flexible Überwachung mit Solarstrom

4 days ago 11

 Flexible Überwachung mit Solarstrom

Vor einiger Zeit hatte ich eine von Reolinks jüngsten Gerätschaften, die OMVI 3i bei mir daheim ausprobieren und euch vorstellen dürfen und halte das Gerät auch weiterhin für eines der aktuell nützlichsten Modelle für weiträumige Überwachung von Bereichen. Das allein schon wegen des 180-Grad-Sichtbereichs der Weitwinkelkamera und eben der Tatsache, dass sich bei Bewegung ja das zweite Modul aufschaltet, dass dann auch noch fast omnidirektional mitdrehen und das Objekt/die Person verfolgen kann.

Als neuester Nachwuchs der Reihe ist nun auch die OMVI 2i Ultra an den Start gegangen, welche ich für einen Blick aufs Gerät und einen direkten Vergleich zur 3i heranziehen durfte. Anhand der Gerätebezeichnung lässt sich schon erahnen, dass man als Käufer hier etwas weniger oder gekürzte Features bekommt, aber das ist nur die eine Seite der Medaille.

Merkmal Spezifikation Festes Objektiv Schwenk-/Neigeobjektiv Audio Stromversorgung Schnittstelle WLAN Bluetooth Software Feature Highlights Betriebsumgebung Größe & Gewicht
Bildsensor 1/2,7 Zoll CMOS-Sensor
Auflösung 3840 × 2160 (8 MP) bei 15 FPS
Objektiv 2,8 mm, F1.6
Videokomprimierung H.264/H.265
Sichtfeld Horizontal: 110°
Vertikal: 58°
Diagonal: 133°
Infrarot-Nachtsicht 10 Meter (2 Stück/850 nm)
Farbnachtsicht Spotlights: 2 Stück/6500 K (10 Meter)
Bildrate 3840 × 2160 (8 MP) bei 15 FPS
Einstellbarer Winkel (max.) Schwenken: 180°, Neigung: 26°
Auto-Tracking NEIN
PIR-Erfassungsbereich 10 m, 110°
Bildsensor 1/2,65-Zoll-CMOS-Sensor
Auflösung 2880 × 1616 (5 MP) bei 15 FPS
Objektiv f = 6 mm; F = 1,6
Videokomprimierung H.264/H.265
Sichtfeld Horizontal: 52°
Vertikal: 28°
Diagonal: 59°
Infrarot-Nachtsicht 10 Meter (2 Stück/850 nm)
Farbnachtsicht Spotlights: 2 Stück/6500 K (10 Meter)
Bildrate 2880 × 1616 (5 MP) bei 15 BpS
PT-Winkel (max.) Schwenken: 355°; Neigung: 55°
Auto-Tracking JA
PIR-Erfassungsbereich 15 m, 52°
Audio Zwei-Wege-Audio
Akkukapazität 10.000 mAh
Akkulaufzeit 6 Monate mit einer Akkuladung
Solar 30 Min. tägliche Sonneneinstrahlung = endlose Solarenergie (6 W)
Stromanschluss USB-Typ-C-Anschluss (unterstützt nur USB-A-zu-USB-C-Kabel)
Speicherung Unterstützt max. 512 GB microSD-Karte
Resetknopf JA
Audio Ein-/Ausgang Eingebautes Mikrofon und Lautsprecher
WLAN-Standard IEEE 802.11 a/b/g/n/ac/ax
Betriebsfrequenz 2,4 GHz/5 GHz WLAN 6
WLAN-Sicherheit WPA/WPA2/WPA3
Standard Bluetooth 5.0
Unterstützte Betriebssysteme PC: Windows, macOS; Handy: iOS, Android
Protokolle & Standards SSL, TCP/IP, UDP, HTTPS, SMTP, NTP, P2P, FTP
Benutzerzugriff Max. 12 gleichzeitige Streams (2 Main- und 10 Substreams)
Pre-recording NEIN (×)
Smart Alarm PIR-Erkennung, Bewegungserkennung, Personenerkennung, Fahrzeugerkennung, Tiererkennung
Recording Modes Bewegungsausgelöste Aufnahme
Time Lapse JA
Smart Home Compatibility Alexa; Google
Home Hub Compatibility JA
Cloud Storage JA
Betriebstemperatur -20 °C bis +55 °C
Luftfeuchtigkeit bei Betrieb 20 bis 85 %
Wetterfestigkeitsklasse IP65
Größe 180 × 168 × 99 mm
Gewicht 1010 g (mit Halterung)

Denn die wohl auffälligste und wichtigste Neuerung betrifft hier die Tatsache, dass die OMVI 2i Ultra mit einem per USB-C angeschlossenen und optional oder im Bundle erhältlichen Solarpanel ausgestattet werden kann und damit unabhängig von externen Stromquellen funktioniert. Das macht sie also per se schon einmal flexibler einsetzbar, wenngleich ihr noch immer auf die Anbringungshöhe achten solltet, da auch der untere, bewegliche Sensor seine Tilt-Einschränkungen hat und entsprechend nichts direkt unterhalb der Kamera erkennen kann. Je tiefer die Kamera angebracht wird, umso weniger bekommt sie unterhalb ins Sichtfeld.

 Flexible Überwachung mit Solarstrom

Reolink OMVI 3i ausprobiert: 180-Grad-Überwachung ohne Cloud-Zwang Reolink fügt seinem Portfolio aus smarten Sicherheitskameras ein neues Modell hinzu, welches eine Panoramaansicht... Jetzt lesen →

Seht es mir nach, aber dieser Test hat sich einfach als direkter Vergleich zwischen den beiden Modellen angeboten. Der eine oder andere sinniert ja vielleicht auch gerade wegen der Ähnlichkeit beider Modelle darüber, welches Gerät es nun eher für daheim sein soll.

 Flexible Überwachung mit Solarstrom

Der Aufbau der OMVI 2i Ultra gleicht ihrem Vorgänger zumindest optisch ein wenig mehr, bis auf das optionale Solarpanel auf der Oberseite und den dicken Akku an der Rückseite. Ihr habt oben das Weitwinkelmodul sitzen, darunter die PTZ-Kuppel. LEDs für ein farbiges Bild bei Nacht sind auch an Bord. Bei der Weitwinkelansicht ist dann aber schon der erste Unterschied jener, dass beim neuen Modell nun nicht mehr zwei Sensorbilder zusammengenäht (Stitching) werden, stattdessen ein einheitliches 110-Grad-Weitwinkelbild zu sehen ist ohne Naht. Die OMVI 3i bietet da aber wiederum dann auch ein 180-Grad-Blickfeld an. Muss man für sich entscheiden, was einem da lieber oder nützlicher ist? Das Stitching bei der 3i fällt meiner Meinung nach nämlich auch nicht wirklich auf.

 Flexible Überwachung mit Solarstrom

Zur Stromversorgung sollte bereits das meiste klar sein: 3i benötigt einen Netzanschluss oder PoE – je nach Modell. 2i Ultra arbeitet mit einem verbauten, austauschbaren 10.000-mAh-Akku. Jener kann manuell per Kabel geladen werden oder aber eben über das 6W-SolarEase-Solarpanel von Reolink. Hier sollen bereits 30 Minuten Sonneneinstrahlung am Tag ausreichen, um das Gerät rein theoretisch auf Dauerbetrieb zu halten. Es ist Oktober – der Akku hat in meinem Testzeitraum bisher kaum % verloren, Punkt für Reolink also.

Die Art der Stromversorgung sorgt nun aber auch dafür, dass die 2i Ultra keine 24/7-Daueraufnahme wie noch die 3i bietet. Stattdessen funktioniert die Aufnahme hier bei Bewegungserkennung. Bewegt sich jemand oder etwas durch die Sensoren, wacht die Kamera auf, startet die Aufnahme und ebenso die Objektverfolgung. Das kann alles hier und da auch mal ein bis zwei Sekunden dauern, hat sich gezeigt. Im Ernstfall können dies die nötigen zwei Sekunden sein, in denen ein Einbrecher am besten zu erkennen gewesen wäre. Eine Daueraufnahme wäre hier natürlich vorteilhafter.

 Flexible Überwachung mit Solarstrom

Bei der Auflösung bekommt ihr in der Weitwinkellinse eine 8 MP starke 4K-Linse, die PTZ-Einheit setzt auf 3K mit 5 MP Auflösung und maximal 15 Bildern pro Sekunde. Bei der OMVI 3i waren die Werte noch 10 MP/4K, 8 MP/20 fps. Den Unterschied werdet ihr aber maximal in herangezoomten Aufnahmen erkennen, das Bild ist auch bei der OMVI 2i Ultra in bester Bildeinstellung ausreichend scharf, selbst bei Nachtaufnahmen.

Wie bereits erwähnt sitzt oben im Gehäuse bei der 2i nur eine Linse, daneben nun der Dual-PIR-Infrarotsensor (10 m Reichweite oben, 15 m unten, der das System dann bei Bewegung aus dem Schlaf weckt. Personen-, Fahrzeug- und Tiererkennung sowie SyncTrack und Auto-Framing sind auch hier an Bord. Die lokale KI-Videosuche per Text sowie Perimeter-Alarme (Linienüberquerung, Zonen-Aufenthalt) bleiben der netzbetriebenen OMVI 3i vorbehalten.

Die von mir via Gemini generierte KI-Grafik erläutert die Erkennungs- und Auflösungsunterschiede der beiden genannten Modelle mal etwas eindrücklicher:

 Flexible Überwachung mit Solarstrom

Unterschiede gibt es auch bei der Ausleuchtung mit den jeweils integrierten LEDs. Beim netzbetriebenen Modell sind es 8 Spotlights mit 7 Watt Gesamtleistung, welche dann bis zu 30 m weit den Vorausbereich ausreichend ausleuchten können. Beim neuen Modell 2i Ultra sind es nun pro Kameramodul jeweils 2 IR-LEDs und 2 Spotlights (6.500K), deren Lichtreichweite aber dann eher bei 10 m liegt. Ist natürlich auch alles eine Frage des Stromverbrauchs, der Akku wäre sonst vermutlich auffallend schneller leer.

Aufnahmen bei Tag / Dunkelheit / mit LED auf 100 %

 Flexible Überwachung mit Solarstrom  Flexible Überwachung mit Solarstrom  Flexible Überwachung mit Solarstrom

 Flexible Überwachung mit Solarstrom  Flexible Überwachung mit Solarstrom  Flexible Überwachung mit Solarstrom

Auch bei der OMVI 2i Ultra lässt sich im Übrigen bei etwas schneller bewegenden Objekten feststellen, dass das Bild beim Verfolgen über das PTZ-Modul etwas verschwimmt während der Bewegung, bei langsamen Schwenks ist das aber nicht zu bemerken. Die Beleuchtung des Geräts würde ich zudem nicht unbedingt für die Überwachung von wirklich langen Auffahrten oder Höfen empfehlen, weil sich hier dann die Reichweite des Lichts doch schon bemerkbar machen wird. In meinem Test habe ich die Kamera mal ein paar Nächte mobil an einer Klappleiter montiert den Garten "bewachen" lassen. Der fette Kater der Nachbarn ist zwar noch grob zu erkennen, weil er eben auch echt eine Wuchtbrumme ist, aber da bewegt sich dann eher ein dunkelgrauer Fleck am Holzaun entlang. Wir sprechen hier von einer Distanz von rund 17 m Kamera -> Kater. Tagsüber bin ich so überzeugt, zu behaupten, dass das Bild als nahezu gleichwertig zur OMVI 3i zu bewerten ist. In meiner Testaufnahme bei Dunkelheit und 100 % LED-Helligkeit ist zu erkennen, dass bewegte Objekte - in dem Fall ich - ab einer gewissen Distanz auch ohne Bewegung des PTZ-Moduls Artefakte bilden und verschlieren:

Die OMVI 2i Ultra ist zudem kompatibel mit dem Reolink Hub als zentrale Speicherlösung, muss also nicht zwingend mit einer microSD (maximal 512 GB sind hier möglich) ausgestattet werden. So oder so bin ich ein großer Freund der Speicherlösung von Reolink, dass ich mich hier nicht großartig mit irgendwelchen Abomodellen auseinandersetzen muss, um meine Videos gesichert zu wissen. Die Cloud gibt es, aber eben rein optional.

Für mich persönlich wäre die neue OMVI 2i Ultra hier daheim definitiv ausreichend für das, was ich damit überwacht haben wollen würde. Jener Bereich wird allerdings schon vom Vorgänger im Auge behalten, die Notwendigkeit entfällt also. Fast vergessen: Die obere 4K-Linse lässt sich bei der Montage per Hand
um 180° schwenken und um 26° neigen. Das Gerät muss also nicht zwingend perfekt auf den zu überwachenden Bereich ausgerichtet montiert werden, stattdessen dreht man das Modul nachträglich in die Richtung.

Ich behaupte mal, dass die 2i-Solarvariante der OMVI-Serie für viele das Modell der Wahl sein könnte, allein schon preislich und eben der Tatsache geschuldet, dass man mit Solarbetrieb noch etwas flexibler montieren kann. Und dank 2,4 GHz- als auch 5 GHz-Unterstützung ist man bei Reichweite/Geschwindigkeit dann auch frei in der Wahl. Die Einrichtung der Kamera in der App und auch die ganze App-Oberfläche will ich in diesem Test bewusst nicht nochmal wieder durchkauen, dazu findet sich in den ganzen Reolink-Testberichten der letzten Jahre hier im Blog ausreichend. In kurz: Übersichtlich, einfach einzurichten und selbsterklärend. Echt zu empfehlen.

Read Entire Article