Bei einer koordinierten Aktion sind Ermittler gegen weltweite Betrugsnetzwerke vorgegangen. 18 Tatverdächtige wurden festgenommen, es soll Millionen Geschädigte geben.
Aktualisiert am 5. November 2025, 11:23 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, Reuters, skö
In einer international koordinierten Aktion gegen mutmaßliche Betrugs- und Geldwäschenetzwerke haben Ermittler 18 Tatverdächtige festgenommen. Am Dienstag sind nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) "zahlreiche Objekte" in Deutschland, Italien, Kanada, Luxemburg, den Niederlanden, Singapur, Spanien, den USA und Zypern durchsucht worden. Die Beschuldigten sollen demnach über fingierte Onlineabonnements auf Scheinwebseiten einen Schaden von mehr als 300 Millionen Euro verursacht haben.
Bei den Razzien wurden mehr als 60 Objekte im In- und Ausland durchsucht. Die Tatverdächtigen hatten die Kreditkartendaten der Betrugsopfer laut BKA genutzt, um mittels professioneller Scheinwebseiten für vermeintliche Streaming-, Dating- und Unterhaltungsangebote monatliche Beträge abzubuchen. Mit dieser Masche sollen sie 4,3 Millionen Kreditkartenbesitzer in 193 Ländern betrogen haben.
Neben dem tatsächlich entstandenen Schaden von über 300 Millionen Euro waren nach Angaben der Ermittler weitere Abbuchungen in Höhe von rund 750 Millionen Euro geplant gewesen. Diese seien allerdings nicht vollzogen worden, etwa weil Kreditkartendaten veraltet waren. Außerdem bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten zur Abwicklung von Zahlungen "vier große deutsche Zahlungsdienstleister kompromittiert" hätten.
Koordiniert wurde das Vorgehen vom BKA und von der rheinland-pfälzischen Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz. Die Ermittlungen wurden dem BKA zufolge "in enger Zusammenarbeit und mit großer Unterstützung" der Financial Intelligence Unit (FIU) des Bundesfinanzministeriums und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) durchgeführt.



