
Ich habe hier im Blog schon einige Gaming-Tastaturen ausprobieren dürfen. Sei es mechanisch, kabellos, klobig oder kompakt. Razer setzt mit der BlackWidow V4 Low-profile HyperSpeed TKL jetzt auf eine besonders schlanke, handliche Bauweise, die trotzdem alles bieten will: Low-profile Switches, kabellose Geschwindigkeit, ein flaches Gehäuse und einen Akku für knapp eine Woche im Dauerbetrieb. Das Teil liegt jetzt schon eine Weile auf meinem Schreibtisch, sodass ich mir ein Bild der Tastatur machen konnte.


Razer packt die üblichen Dinge in die Verpackung. Darin finden sich die Tastatur und das Kabel, das Auspacken ist also schnell erledigt. Als Erstes fällt das Format auf. Ein schlankes, aber doch arg robustes Design. Knapp 850 g ist das Teil schwer und strahlt solide Bauweise aus. Dennoch ist Razer bei nur 18,5 mm Bauhöhe herausgekommen. Bei den Materialien hat man jedoch nicht gegeizt. Kein Billigkunststoff, sondern solide Alu- und ABS-Bauweise.

Beim Look gibt es aber keine Überraschungen. Wer schon mal eine Razer-Tastatur gesehen hat, findet sich hier auch recht schnell heimisch. Neu sind aber der große Multimediaroller und die Steuerungsbuttons. Vier Makrotasten gibt es außerdem. Da hätte der Platz wohl noch für mehr davon ausgereicht.

Die Tasten sitzen fest, wackeln nicht und besitzen ein angenehm raues, wertiges Finish, das kaum Fingerabdrücke zulässt. Die lassen obendrein kaum Fingerabdrücke zu. Wer den Dongle zum kabellosen Verbinden der Tastatur mit dem PC sucht, der ist am Boden unter einer Abdeckung versteckt. Dort befinden sich auch die Füße, mit denen man die Tastatur in drei verschiedene Winkel bringen kann: liegend, 6 Grad und 9 Grad.

Die Einrichtung läuft wie gewohnt einfach. Per Kabel ist logischerweise die einfachste Möglichkeit. Ansonsten Empfänger anschließen, Modus per Schiebeschalter wählen, auf Wireless stellen und dann erkennt das System die Tastatur direkt. Wer den Dongle nicht nutzen möchte, kann nach Umstellung auf Wireless auch das Bluetooth-Pairing per BT-Button über dem NumPad anstoßen. Drei Bluetooth-Geräte können gekoppelt werden. Das sind in meinem Fall mein Mac, mein PC und ein iPad. Das Wechseln funktioniert ganz einfach per Tastenkombination FN+Zahl. Wer eine kabellose Maus von Razer sein Eigen nennt, kann einen Dongle für beide Geräte nutzen.
Was schade ist und für einige, die damit auch viel Homeoffice machen, interessant: Es gibt keine abnehmbare Handballenauflage. Stört hier aber weniger, als man denken würde, da die Tastatur ohnehin schon sehr flach ist.

Mit den oben genannten Schritten ist die Einrichtung auch schon erledigt. Wer mehr will, muss wie immer Razer Synapse installieren (Obacht: Die Mac-Version unterstützt die Tastatur (noch) nicht). Damit lassen sich Tasten neu belegen, Profile speichern, RGB-Effekte individualisieren und Makros programmieren. Weil wir gerade bei Beleuchtung sind. Die ist kräftig und wirkt sehr homogen. Im Akkubetrieb regelt die Tastatur die Leuchtkraft runter, außer man will das nicht. Dann muss man aber mit weniger Laufzeit leben.
Das Snap-Tap-Feature ist auch mit am Start. Hierbei wird beim schnellen Richtungswechsel, etwa von A nach D, immer die zuletzt gedrückte Richtung priorisiert. Das verhindert „Hängenbleiben“ bei schnellen Bewegungen und verschafft dem Spieler einen kleinen Vorteil in hektischen Spielen. Neu dabei sind auch Microsoft Copilot- und AI Prompt-Tasten, die für Produktivität und KI-Shortcuts hergenommen werden können. Habe ich offen gesagt, nie genutzt.

Und wie tippt sich das Teil? Razer verbaut erstmals seine mechanischen Orange-Tactile-Switches im Low-profile-Format. Das Tippgefühl ist damit präzise und angenehm. Der Widerstand ist auf einem mittleren Niveau. Wabbelig wirkt hier nichts und die Rückmeldung ist jederzeit gegeben. Dadurch, dass es sich um eine Low-Profile-Tastatur hat, ist das Tippgefühl angenehm flink, obwohl ich nach wie vor eine MX Keys für reines Schreiben/Homeoffice bevorzuge. Beim Gaming ist das aber ein echter Vorteil, wenn die schnelle Auslösezeit zieht.

Beim Kauf der Tastatur kann man sich auch für andere Switches entscheiden. Die gelben sind leiser und linear Switches, die grünen sind lauter und Clicky-Switches. Einen einfachen Austausch wie bei anderen mechanischen Tastaturen (siehe Be Quiet oder Glorious) gibt es hier nicht. Das ist dann wesentlich fummeliger. Für ambitionierte Spieler ist sicher unschön, dass die Polling-Rate „nur“ bei 1000 Hz liegt. Andere Hersteller sind da teilweise bei 8000 Hz unterwegs, ohne teurer zu sein. Der Normalo wird sich daran aber nicht stören. Das sollte man aber erwähnen.
Fazit
Mit der BlackWidow V4 Low-profile HyperSpeed liefert Razer eine gute Low-Profile-Tastatur für alle, die etwas Mobilität (da ist die TKL noch besser), eine lange Akkulaufzeit und gute Tasten suchen. Der Preis für das Gerät ist mit 220 Euro jedoch nicht ohne. Da kann man sich auch gut bei anderen Marken umsehen, die mit mehr Polling-Rate und Anpassbarkeit um die Ecke kommen.
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4 months ago
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