Ransomware stört BER und EU-Flughäfen

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In Berlin sind Tausende Marathonläufer am Flughafen gestrandet. Auch in London und Brüssel bestanden am dritten Tag nach dem Angriff noch Probleme.

Aktualisiert am 22. September 2025, 13:17 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa,

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 Ein Mann ist auf dem Boden im Terminal 1 des Flughafens BER zu sehen.
Ein Mann ist auf dem Boden im Terminal 1 des Flughafens BER zu sehen. © Michael Ukas/​dpa

Am dritten Tag nach dem Cyberangriff hat der Berliner Flughafen (BER) weiter mit Problemen bei der Passagierabfertigung und Gepäckaufgabe zu kämpfen. Erschwerend kam seit dem Morgen die Rückreise Tausender Läufer vom Berlin-Marathon hinzu. Es wurden rund 10.000 bis 20.000 zusätzliche Passagiere erwartet. Es gebe lange Warteschlangen der Passagiere beim Einchecken und der Gepäckaufgabe sowie erhebliche Verspätungen vieler Flüge, sagte ein Sprecher am Vormittag. 

Die Cybersicherheitsbehörde der Europäischen Union, Enisa, gab bekannt, dass Ransomware für den Cyberangriff verantwortlich war. Dieser legte die gemeinsamen elektronischen Systeme für die Abfertigung von Passagieren und Gepäck lahm, die über die Plattform des Anbieters Collins Aerospace liefen. Betroffen waren Flughäfen in Berlin, London, Brüssel und Dublin.

Zeitplan für Behebung unklar

Weiterhin sei nicht klar, wann die Systeme repariert sein würden. Man stehe in engem Kontakt zu der amerikanischen IT-Firma, die Opfer des Cyberangriffs mit Schadsoftware geworden sei, sagte der Sprecher. Die externe Firma hatte am Sonntagabend angekündigt, man befinde sich in den letzten Zügen der nötigen Updates, die das System wieder voll funktionsfähig machen sollen. 

"Bevor wir unser System wieder koppeln, müssen wir hundertprozentig sicher sein, dass keine Schadprogramme mehr enthalten sind", sagte der Sprecher. Einen Zeitrahmen dafür könne man noch nicht mitteilen.  

Fluggäste wurden weiterhin gebeten, im Internet einzuchecken und ihr Gepäck nach Möglichkeit selbstständig an den Automaten aufzugeben. Auf der Internetseite des Flughafens war zu sehen, dass frühmorgens viele Flüge ohne Verspätung gestartet waren. Dann kam es im Laufe des Vormittags aber immer wieder zu verspäteten Starts. Meist lag die Verzögerung aber unter einer Stunde.  

London und Brüssel melden Verspätungen

Der Londoner Großflughafen Heathrow teilte mit, das Einchecken und der Einstieg in die Flugzeuge könne bei manchen Flügen länger dauern als gewohnt. Passagiere wurden aufgerufen, den Status ihrer Verbindungen zu prüfen, bevor sie zum Flughafen fahren. Der größte Teil der Flüge in Heathrow könne dank Ersatzlösungen durch die Fluggesellschaften aber planmäßig durchgeführt werden.  

Der Flughafen in Brüssel teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, die meisten Flugverbindungen könnten stattfinden. Allerdings mussten 40 der 277 geplanten Abflüge gestrichen werden. Zudem wurden 23 von 277 Ankünften annulliert. Der Check-in erfolge nun hauptsächlich mit Laptops und iPads. Wann man wieder zum normalen Verfahren zurückkehren könne, sei noch unklar.

Zum Teil arbeiteten die Fluglinien in den vergangenen Tagen mit Papier und Stift statt mit den üblichen Computern. Später wurden Tablets eingesetzt. Koffer konnten ihren Besitzern erst am nächsten Tag nachgeschickt werden. Besonders kritisch sind Attacken auf Infrastrukturen wie Transport, Energie oder Gesundheitssysteme, da sie für die Funktionsfähigkeit des Alltags unverzichtbar sind.

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