Putin unterläuft Trumps Waffenstillstand

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Stand: 12.10.2026, 12:14 Uhr

Von: Lukas Richter

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Trump verkündet einen Energie-Waffenstillstand – kurz darauf greift Russland Charkiw an.

Charkiw – US-Präsident Donald Trump verkündet einen sofortigen Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine. Doch noch am selben Abend greift Russland nach ukrainischen Angaben erneut Energieanlagen bei Charkiw an. Kiew erklärt zugleich, über eine solche Vereinbarung mit Moskau bislang keine Details erhalten zu haben.

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Trump hatte auf Truth Social geschrieben, beide Seiten hätten einem sofortigen Stopp von Angriffen auf Energieanlagen zugestimmt. „Beide Parteien haben zugestimmt. Brecht ihn nicht!“, erklärte der US-Präsident. Wann und unter welchen Bedingungen diese Vereinbarung zustande gekommen sein soll, führte er nicht aus.

Putin hintergeht Trumps Ansage – Russland greift trotz Waffenstillstands-Ankündigung an

Trump verkündet einen Energie-Waffenstillstand – kurz darauf greift Russland Charkiw an. © © IMAGO / ZUMA Press Wire / Archivbild

Nur kurze Zeit später meldete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Angriff auf das Heizkraftwerk CHP-5 in Charkiw. „Gerade eben gab es einen Angriff auf CHP-5 in Charkiw – auf die Energieinfrastruktur von Charkiw“, sagte Selenskyj am Sonntagabend. Ukrainische Stellen bestätigten demnach, dass der Angriff nach Trumps Ankündigung erfolgte.

Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter sagte der ukrainischen Nachrichtenseite Kyiv Independent zudem, Kiew habe keine Informationen über den von Trump verkündeten Energie-Waffenstillstand. Selenskyj hatte zuvor erklärt, die Ukraine werde sich an eine solche Vereinbarung halten. Voraussetzung sei allerdings, dass Russland dies ebenfalls tue.

Selenskyj wartet auf Details aus Washington

„Wenn Präsident Trump das mit Wladimir Putin ausgehandelt hat, sagen Sie uns bitte, wann der Waffenstillstand beginnt“, sagte Selenskyj in einem Interview mit dem US-Portal Axios. „Wir sind bereit, und wir werden ihn akzeptieren.“

Am Abend erklärte Selenskyj erneut, die Ukraine sei bereit, russische Energieanlagen nicht anzugreifen. Zugleich berichtete er von russischen Drohnen, Gleitbomben und Angriffen auf ukrainische Energieanlagen. Allein in der vergangenen Woche habe Russland mehr als 200 Angriffe auf Anlagen zur Stromerzeugung und -übertragung ausgeführt.

Weitere 17 Angriffe hätten Gas- und Ölanlagen getroffen. Mehr als 150 Menschen seien dabei getötet und über 700 verletzt worden. Nach dem Angriff auf das Kraftwerk traf nach Angaben des Gouverneurs der Region Charkiw, Oleh Synjehubow, eine russische Rakete zudem einen Lebensmittelmarkt am Stadtrand. Drei Menschen seien getötet worden. Mindestens 22 weitere wurden verletzt, darunter zwei Kinder.

Trump sieht Putin als Partner für eine Einigung

Trump hatte zuvor vor Reportern erklärt, Putin wolle eine Vereinbarung. Zugleich warf er Selenskyj vor, den Krieg fortsetzen zu wollen. Wenige Tage zuvor hatte der US-Präsident nach eigenen Angaben mit Putin über ein Geschäft zum Kauf russischen Diesels gesprochen. Das Weiße Haus will damit die hohen Energiepreise vor den US-Zwischenwahlen drücken.

Selenskyj reagierte auf Trumps jüngste Ankündigung demonstrativ vorsichtig. Ein echter Waffenstillstand wäre eine gute Nachricht, erklärte er. Nun müsse sich zeigen, ob Russland die von Trump verkündete Vereinbarung tatsächlich einhalte. „Wir erwarten von Putin, dass er umsetzt, was Präsident Trump gesagt hat.“

Quellen: Axios, Kyiv Independent, President of Ukraine, Truth Social, nif/red.

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