Proton bezieht Stellung zur angeblichen Datenweitergabe an das FBI

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Da kocht gerade ein Thema hoch, das man sich vielleicht mal genauer anschauen sollte, bevor falsche oder halbrichtige Informationen die Runde machen. Zumindest sollte man sich beide Seiten anhören. Es geht um Proton und den Vorwurf, Nutzerdaten an das FBI weitergereicht zu haben (404media berichtete, Paywall). Was die Schweizer nun dazu sagen?: Proton hat keine Informationen direkt an die US-Behörde übermittelt. Das Ganze lief über ein Rechtshilfeersuchen, welches vom Schweizer Bundesamt für Justiz und Polizei bearbeitet wurde. Das Unternehmen unterliegt Schweizer Recht und reagiert nur auf dort rechtskräftige Anordnungen, nachdem diese die hiesigen juristischen Prüfungen durchlaufen haben.

Der Anlass war auch keine Lappalie. Die Schweizer Behörden sahen die Voraussetzungen erfüllt, da es um einen angeschossenen Beamten und Sprengstofffunde bei Protesten im Jahr 2024 ging. Die Hürden für internationale Rechtshilfe sind in der Schweiz hoch, wurden in diesem Fall aufgrund der Schwere der Straftaten aber genommen. Interessant ist dabei, was tatsächlich herausgegeben wurde. Es flossen keine E-Mails, keine Nachrichteninhalte und auch keine Metadaten darüber, mit wem kommuniziert wurde.

Die einzige Information, die Proton liefern konnte, war eine Zahlungsidentifikation. Der Grund ist simpel: Der Nutzer hatte sich für die Zahlung per Kreditkarte entschieden und diese Daten damit selbst bereitgestellt. Hätte man Kryptowährungen oder Bargeld genutzt, wäre keine Verknüpfung möglich gewesen. Wer wirklich anonym bleiben will, sollte eben VPN oder Tor nutzen, auf Wiederherstellungs-Adressen verzichten und anonym bezahlen. Ganz „gesetzlos“ operiert am Ende eben kein Dienst.

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